das Fräulein hub sich aus
dem Wald
Uber Stock und über Stauden,
Das Tor zu Nürnberg fand
sie bald
Mit Laufen und mit Schnau—
fen;
Auf das Rathaus was ihr gach
Da sie den Burgermeister
fand,
Die Stadiknecht gingen ihm
nachj.
—
Sie sagt ihm alle Gelegenheit,
Sie führt ihn auf ein Ort;
Der Burgermeister mas ein
weiser Mann,
Er merket auf ihre Wort
Doch ließ er sich nicht gar
daran,
denn Frauenwort und
Frauenlist
Betrügen manchen Mann.
Doch schuf er bald, daß es
geschah,
Eh denn in einer halben
Stund
Daßman manchen Reiter sal)
Was froh von Herzensgrund,
Ihren Harnisch hatten sie
angeleit
Und was zu der Herren
Dienst gehört,
Das ist gar bald bereit.
ZSie ritten für den grünen
Wald hinaus
Die unverzagten Manun,
Zie funden drei Gesellen in
der Lausch,
Sie griffen sie tapfer an;
die zween führt man gen
Nürnberg ein,
Unter das Rathaus in die
Erden,
Da mußt die Herberg inn
sein.
Dem dritten gab man bald
ein Pferd
Und manchen Reiter gut,
Die hat man heur als wol
als fert
Darzu ein Hinterhut;
Ihr Harnisch was lauter und
verklang,
Sie ritten durch manchen grü
nen Wald,
Da mancher Vogel inn sang.
Sie ritten bis an den dritten
Tag
Eh daß sie kamen dar,
Sie hielten beieinander in
einem Hag
Niemand ward ihrer gewahr
Bis daß sie sahen dasselbig
Schloß,
Zie ließen sich doch nicht gar
daran,
Sie spannten auf ihre Ge—
schoß.
Klaus Störtebeckers Gefangennahme bei Helgoland. Nach einer Originalzeichnung von Johs. Gehrts. Text S. 1600)
Der Knecht sich aus dem Sattel schwang,
Er ging des Wegs ein Teil,
Er gieng ihm wol darnach trang,
Er entbot seinem Herren heim:
FEr sollt zu ihn reiten in den Wald,
Sie hätten ein Wildpret gefangen,
der Müh wurd ihm gar bald bezahlt
Von eim Bürger, der hieß Löffelholz:
„Wol einher des Teufels Namen!“
Die Knecht dem Herrn schon nachtraten
Bis zu dem Rabenstein,
UÜber ein Schwert vergossen sie ihr Blut,
Des auch der Schüttenfam begehrt,
Fs mocht ihm nicht werden so gut.
Man führt ihn zu der Herberg sein,
Da mancher gefangen in liegt;
Darin da steht ein Capellelein,
Da man die Räuber inn wiegt.
Darin da dehnt man seine Haut,
Was er den von Nürnberg hätt getan
Das sagt er überlaut.
Er ward in einem Feuer verbrannt,
Daß weiß noch jeder Mann,
Darin da nahm sein Leben ein End
Gott seh' sein Marter an
Und geb der Seel ein ewige Ruh!
Darum ist das mein treuer Rat:
Daß Niemand sollt Unrecht tun.
Der Schüttensamen ihm nit anders gedacht
Da er die Red vernahm:
die Knecht hätten ihm den Bauer bracht,
Er wollt ihn machen zahm;
Er reit ihnen entgegen in den Wald,
Da fingen ihn die Nürnberger Reiter gut,
Die hielten auf ihn in dem Halt.
Darnach führt man ihn für Gericht
Und seiner Knechte wol zween,
Es war eine böse Zuversicht,
ZSie hörten die Urteil jehen:
„Der Herr wird verurteilt zu dem Feur,
Die Knecht die soll man köpfen“ —
das Lachen war ihnen teur.
Also ward ihn ihr Leben abgesagt,
58 mocht nit anders gesein;
Der uns das Liedlein neus sang
Von neuem gesungen hat,
Er hats geschenkt eim weitzen Rat
Zu Nürnberg in der Stadt.
Hans Kugler ist er genannt,
Er war ihr steter Diener
Und dienet ihn' allzuhand.
Da führten sie ihn gen Nürnberg ein,
Dda schauet ihn mancher Mann;
Ich weiß nicht wes sich die Herren besunnen,
Zah einer den andern an;
Da ward er nicht schön empfangen
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