Full text : Geschichte des Gmünder Goldschmiedegewerbes (Bd. 1)

Die Semilorarbeiten

Ihre Fabrikate bestanden in
Tabaksdosen, Uhrketten, Petschaften,
 Uhrschlüssel, Kämmen;
hrer Vergoldung, welche als besonderes
 Geheimnis gehütet
wurde, wurde eine zwölf- bis
fünfzehnjährige Haltbarkeitnachzerühmt.
 Als Erzeuger semilorner
 Nadelbüchsen führt das
Musterbuch Michael Deblers 1809
Caspar Hegele, für Uhrschlüssel
ignatz Köhler und Jos Ade auf.
Die veränderte Mode der Empirezeit,
 das hochgegürtete Kleid,
lie klassische Haartracht, gibt
Raum für Gürtelschmuck und
Kämme, Der Entwurf der letz-:eren
 zeigt klare, grosse Empire-"ormen,
 zum Teil unter Zuhilfeıahme
 von Pressungen, Verwenlung
 von Alabasterkugeln, nachzeahmter
 Wedgewooddekoration.
 Perlmuttergürtelschliessen,
zrosse Ohrgehänge und Kreolen,
zinfache Bildkapseln zur Aufnahme
 der ‚Haarstückel und
Taartableaus”, Freundschaftsringe
 mit Schmelzeinlagen, Blumenhalter
 wurden in unechtem
Metalle verarbeitet.
Der Männerschmuck heschränkt
 sich, nachdem Taschenuhren
 allgemein zur Einführung
gelangt waren, beinahe ausschliesslich
 auf Ketten mit anygehängtem
 Uhrschlüssel und Petschaft,
 die in breitflächiger Form der Stolz der Zeit
vewesen zu sein scheint. Es waren frühe Vorläufer
Jer Doublekettenfahrikation, die anderwärts 30 Jahre
später eine solch grossartige Entwicklung nahm. Mit
Jer Hebung des Volkswohlstandes in den vwierziger
fahren ging der Absatz des Semilorschmuckes an Beleutune&
 zurück, die nun massenhaft erzeueten Börsen-Ahb,

 77 Armband, Tombak,
AUsEsStaNnzt um IN30
Cunstzewerbeinuseum Gmünd

Abb, 75 Taombakkette,
euervergolder d, Familie
Hiäiccle, Strassdorf
            
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