Volltext : Der Bau der Wolkenkratzer

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VI. Der Eisenaufbau.

Die Signale wurden im Maschinenraum durch eine elektrische
Glocke und eine Anzahl verschiedenfarbiger Lichter gegeben und sahen
Zeichen vor für Heben oder Senken der Last mit großer oder kleiner
Geschwindigkeit, für Drehen des Auslegers nach rechts oder links
und für das Anhalten jeder dieser Bewegungen.
Weiterhin war Vorsorge getroffen, daß ein Brechen des Kabels
von selbst gemeldet wurde. Zu diesem Zweck befand sich in Kabelmitte
 ein besonderes Drahtpaar, in dem ein konstanter elektrischer
Strom lief. Bricht das Kabel, so wird der Strom unterbrochen,
wodurch eine Alarmglocke
in Tätigkeit gesetzt wird.
Ein weiterer wichtiger
Bestandteil der Einrichtung
 war ein selbsttätiger
Registrierapparat für die
übergebenen Signale, der
mittels eines Uhrwerks umgetrieben
 wurde. Damit
konnte festgestellt werden,
ob die Signale richtig gegeben
 und richtig ausgeführt
 wurden oder nicht.
Die Geschwindigkeit,
mit welcher die Materialien
gehoben werden, beträgt
etwa 60 cm in der Sekunde.
So wurden beispielsweise beim Singer Gebäude die Eisenteile vom
Erdboden bis zu einer in Höhe des 14. Stockwerks errichteten Plattform
 mit 61 m Höhenunterschied in 1% Minuten und von dieser
Plattform bis hinauf auf die Turmspitze mit 107 m Höhenunterschied
in weiteren 3 Minuten hochgehoben.
Schnelligkeit der Aufstellung. Die Schnelligkeit,
mit welcher das eiserne Tragwerk aufgestellt wird, ist staunenswert,
sie ist der Hauptgrund für die Möglichkeit des raschen Baues der
Wolkenkratzer überhaupt, die allerdings hochbezahlten Montagearbeiter
 benehmen sich mit einer außerordentlichen Kühnheit und
Waghalsigkeit (Abb. 213). Wenn man ein im Stadium des Aufbaues
begriffenes Gebäude nur wenige Tage nicht mehr gesehen hat, so ist
das an das langsame Tempo der europäischen Häuser gewohnte Auge
fast nicht imstande, zu begreifen, daß der Bau derartige Fortschritte
            
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