und rebenbekränzten Halden umgeben; ostwärts führt der Blick zu
den Vorbergen der Schwäbischen Alb, westwärts ins Stuttgarter Tal.
Gesunde Luft, treffliches Feld, anmutige Wiesen, Quellen und Wälder,
köstlicher Wein — das alles sind Kleinodien dieser Stadt, die vom
Bewohner der Gegend und auch von jedem Fremden gebührend
geschätzt werden. Freilich ist es selten, daß von der geographischen und
klimatischen Lage eines Platzes in jeder Beziehung Loblieder gesungen
werden können, und so muß man von Eßlingen sagen, daß die Voraussetzungen
für eine frühzeitige Entwicklung industrieller Tätigkeit, wie
beispielsweise im Rheinlande und in Westfalen, gefehlt haben. — Kohle
ınd Eisenerze liegen weit ab, und deshalb war es dem Zeitalter der
rascheren und billigeren Beförderungsmittel vorbehalten, daß die Keimzellen
zur Entwicklung industrieller Betriebe im Herzen des Schwabenlandes
zum Aufblühen kamen.
DIE VORFAHREN DER FAMILIE DICK
Am 16. September 1551 wurde der Predikant Johann Dick von
Neuhausen auf den Fildern in das Eßlinger Bürgerrecht aufgenommen.
So ähnlich lautet der Eintrag in das Bürgeraufnahmebuch der Freien
Reichsstadt. In den folgenden 50 Jahren fehlen die Aufzeichnungen.
Aus welchem Grunde sie nicht überliefert worden sind, ist unbekannt.—
Die sichere Geschichte der Familie Dick beginnt deshalb erst mit dem
Jahre 1608, wo in Blaubeuren, O.-A. Ulm, Martin Dick geboren
wurde. Dieser erlernte das Handwerk der Büchsenmacherei, also eines
Berufes, welcher damals noch schlecht und recht eine Kunst zu nennen
war. Seine Lehrjahre fielen mit der Zeit zusammen, wo in Eßlingen a. N.
durch die Einführung des Feuergewehres eine Büchsengesellschaft in
zutem Schwung war, vorher als eine Stahl- und Armbrusten-Gesellschaft
im ganzen Lande bekannt und später als eine Vereinigung der
Pirsch- und langen Büchsenschützen wohl geachtet. Diese schon seit
dem 14. Jahrhundert von vielen Eßlinger Bürgern betriebene Einrichtung
ist sicher auch dem jungen Martin Dick nicht unbekannt
geblieben, und außerdem mag ihm noch manches über das große Eßlinger
Schützenfest des Jahres 1516 erzählt worden sein. Die Bürgerwehr
der Stadt galt zu damaliger Zeit als vorzüglich organisiert, und im
Verein mit der bereits erwähnten Schützengesellschaft hat sie bestimmt
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