auch auf das Büchsenmachergewerbe eine Anziehungskraft ausgeübt.
Dazu kommt noch, daß Eßlingen eine sehr geachtete Freie Reichsstadt
war, ein gutes Leben bot und die schon geschilderten Vorzüge einer
prächtigen Lage hatte. Was Wunder, wenn den Martin Dick die
Sehnsucht nach Eßlingen packte und ihm der Gedanke kam, dort seine
zweite Heimat zu suchen, um gerade in der schwersten Zeit des
Dreißigjährigen Krieges ein Büchsenmachergeschäft zu gründen. Durch
seinen Fleiß, seine Umsicht, die Teilnahme an allen freudigen Geschehnissen
der Stadt, ferner durch sein geschätztes Wissen und Können
wurde er bald einer der angesehensten Bürger und rühriges Mitglied
der Eßlinger Schützengilde. Diese ernannte ihn sogar zu ihrem „Mitmaister“
(Schützenmeister), eine Ehrung, die ihm den Vorzug eingetragen
hat, auf einem denkwürdigen, in Silber und Gold gearbeiteten
Becher der Gesellschaft für alle Zeiten unvergeßlich gemacht zu werden.
Es ist ein Becher, welcher zur Erinnerung an den damals berühmten
Bürgermeister Eßlingens, Georg Wagner, im
Jahre 1660 hergestellt wurde, und auf welchem
neben anderen auch die Namen und Wappen
des „Mitmaisters Dickh der Eßlinger Bickhsen-Geselschaft“
eingraviert worden sind.
Interessant ist der Zusammenhang des damals
schon 66 Jahre alten Martin Dickh mit einer
Tätigkeit, welche zur Sicherung der Stadt getroffen
war. Es waren auf der Burg eine Reihe von
Geschützen aufgestellt, welche von der Bürgerschaftbedientwurden,
darunter dasGeschütz „Zur
Newen Schlangen“, welches von Dickh mit zwei
anderen Bürgern zu versehen war. — Der tätige
Mann starb im Jahre 1684, ohne daß einer seiner fünf Söhne das
Handwerk des Vaters übernommen hatte. Vielleicht trug dazu das
strenge Joch des französischen Raubritters und Mordbrenners Melac
bei, der Eßlingen ausplündern und seine schweren Mauern niederreißen
ließ.
Schützenbecher von 1660
Der jüngste Sohn Johannes Dich, im Jahre 1671 geboren, wandte sich
dem Schneiderhandwerk zu. Ebenso wieder dessen Sohn Johann Leonhard
Dick, welcher sich im Jahre 1734 verheiratete und später Zunftmeister
seines Gewerbes wurde. Dieser Ehe entsprossen vier Söhne,
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