Volltext : Die Firmen "Dick" in Esslingen a.N.

Teil der Schuld daran. In den Jahren 1923 und 1924 mußten beide
Firmen mit äußerst beschränkten Mitteln arbeiten, wodurch jede Bewegungsfreiheit
 und Initiative in bezug auf Produktionseinrichtungen
durch Neuanschaffung von Maschinen und dringend gebotene bauliche
Erweiterungen sehr erschwert wurde.
Am 21. Juni 1921 beging Paul Dick seinen 70. Geburtstag. Zu den
Gratulanten zählte ein weiter Kreis von Männern der Industrie und
des Handels, welche an diesem Tage seiner in Dankbarkeit mit den
herzlichsten Glückwünschen gedachten. Ein Journalist schrieb, daß
man über dem Leben Paul Dicks in goldenen Lettern das Wort errichten
 müsse: „Aus eigener Kraft“. Im engen Kreise seines Betriebs
kenne man ihn als einen Mann, der zwischen sich und seinen Arbeitern
keine Schranken aufgerichtet habe und dessen Hand auch offen sei,
wenn er von unverschuldet erlittener Not höre.
Auch heute noch weiß Paul Dick für seine Tätigkeit nichts von einem
Achtstundentag. Er ist nur mit einer kurzen Mittagspause vom frühen
Morgen bis zum späten Abend im Betrieb zu finden oder am Schreibtisch,
 wo er noch die Fäden der kaufmännischen und technischen
Organisation, deren Urheber er war, zusammenhält. — In den Werkstätten
 kennt er unzählige Arbeiter mit Namen und verkehrt mit ihnen
oft persönlich im Betriebe, um wie einst seine Anweisungen und
Ratschläge zu geben. Immer und immer wieder weist er auf nur
saubere und pünktliche Arbeit hin, eine Frage, die ihm von Beginn
seiner Selbständigkeit an eine der wichtigsten war. Dieser Umstand
brachte ihm allerdings in der Nachkriegszeit einen schweren Gegner,
denn der Begriff von sauberer, pünktlicher Arbeit war bei einem
großen Teil der Belegschaft verloren gegangen.
Seit Jahren fand Kommerzienrat Dick in seinen beiden Söhnen
Otto und Paul Dick jr. eine tatkräftige Unterstützung. Der ältere,
Otto Dick, griff schon frühzeitig in die Entwicklung der Fabrikationseinrichtungen
 ein, vornehmlich aber widmete er sich dem Studium und
der Konstruktion eigener Feilen- und Raspel-Fabrikationsmaschinen.
Eine Reihe von Reisen im In- und Ausland, besonders auch die Studienreise
 nach Amerika anläßlich der Weltausstellung in St. Louis im
Jahre 1904, waren dazu bestimmt, auch dessen Gesichtskreis zu erweitern.
 Die Semester an der Stuttgarter Maschinenbauschule kamen
ihm sehr zu statten, denn die Anregungen des Vaters bezogen sich auf

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