Volltext : Die Schwabenalb und ihr geologischer Aufbau

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Laien einigermaßen noch als alter Krater erkennbar ist das
Randecker Maar (oberhalb Hepsisau), auf dessen ober⸗
stem Kraterrand ja das Denkmal des Gründers unseres
Albvereins, der Salzmannstein steht.
Nun hat aber Branco nachgewiesen, daß an den sämt—
lichen andern 124 Plätzen jener Gegend, an denen er vul—
kanische Gesteine gefunden, die einstigen Ausbrüche ganz in
derselben Weise stattgefunden haben, wie wir's vorhin er—
zählt und am Randecker Maar beispielsweise erläutert haben.
Die sämtlichen 125 Vulkane, welche man jetzt auf der mitt⸗
leren Schwabenalb kennt, waren also ursprünglich Maare
oder Vulkanembryone, weil es bei keinem derselben zu
einem wirklichen Feuerberg mit später periodisch sich fort—
setzenden Ausbrüchen kam, sondern die vulkanische Thätigkeit
mit dem ersten Ausbruch wieder erlosch, also sozusagen im
Mutterleib stecken, d. h. ein „Embryo“ blieb. Die heutige
Form dieser Gebilde, ob sie uns nun als Kegelberge
wie im Vorland (Limburg, Florian) oder als Basalt—
tuffgruben wie auf der Filderebene (Scharnhausen) oder
als Buckel und Kuppen von diesem Gestein wie auf der
Hochfläche der Alb (Würtingen, Böttingen, Ohnastetten ꝛc.),
oder endlich als noch mehr oder weniger gut erhaltene
Maare erscheinen (Dietenbühl bei Gruorn, Randecker Maar),
wobei wenigstens noch ein Teil des ursprünglichen Krater—
rands erhalten ist: diese heutigen Formen sind alle durch
die spätere Erosion (Abwaschung) so geworden, wie wir
sie jetzt sehen.
Es muß also zur mittleren Tertiärzeit in der
bezeichneten Gegend, über welche aber damals noch eine
zusammenhäugende Juradecke ausgebreitet lag, unter dem
Boden gewaltig rumort haben. Gasblasen entwickelten sich
in bedeutender Tiefe und durchbrachen schußartig an mehr
als 100 Punkten die Erdrinde, die dann zwischen Boll und
Reutlingen sowie zwischen Scharnhausen und Münsingen
wie ein Sieb durchlöchert ward. Das ist der Ursprung
unserer Basalt und Basalttuffberge auf der Alb,
die freilich jetzt gleich dieser selbst nur noch in elenden Fetzen
und Brocken erhalten sind, aber auch so uns gar merkwür—
dige Dinge aus ihrem Leben zu erzählen wissen. Daß aber
            
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