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wir eine Steigung von rund 300 m zu bewältigen haben. Dies
ist auf guter Straße leicht in einer Stunde zu machen. Uebri—
gens stehen für bequemere Leute auch stets Wagen im Brühl—
hof zur Verfügung, der wenige Minuten über'der Station mit
dem stilvoll gebauten Bahnhof liegt und sommers auch treffliche
Gartenwirtschaft bietet.
Der Fußgänger kann auf, verschiedenen Nebenwegen das
Ziel erreichen und wird jedenfalls die Straßenkehren kürzen,
muß aber unter allen Umständen zunächst zum Wasserturm
aufsteigen, der etwa in der Mitte des Wegs im Walde liegt.
Auf diesem ganzen Weg hat er fortwährend hübsche Aussicht und
wechselnde Landschaftsbilder, auch bezüglich des Schlosses, das
bald stattlich emporragt bald wieder hinter Wald oder Höhen
verschwindet. Jedenfalls ists eine überaus kurzweilige Wanderung,
und unvermerkt steht man auf einmal vor dem
Poxtal der stolzen Burg, dem herrlichen Adlerthor,
wo ein Wachposten die militärische Besatzung verrät.
Ueber dem Adler, der die Pforte krönt, steht die berühmte
Inschrift: „Vom Fels zum Meer', und darunter lesen wir
die Verse:
„Zollern, Nurnberg, Brandenburg im Bund
Baun die Burg auf altem Grund (1454);
Mich errichtet Preußens starke Hand,
Adlerthor bin ich genannt (1850).
Von hier gehts in 4 Windungen, teilweise durch Tunnel,
die in den nätürlichen Felsen (Weiß Jura 8) gesprengt sind,
zum oberen Thorturm empor, von dem aus man mm den Burg—
hof tritt, in dessen Mitte sich eine alte Linde erhebt. Die Schloß—
gebäude, in Hufeisenform die Bergfläche umkränzend, treten so—
fort dem Heraufgekommenen in ihrer ganzen Pracht vor das
Auge, so zwar, daß derselbe die evangelische Kirche zur Rechten,
die katholische Michaelskapelle zur Linken hat. Letziere ist das
einzige, was von der alten Burg übrig geblieben war und ent—
hält sogar einige Reste noch von dem äliesten Bau (Steindenk—
male aus dem 11. Jahrh. Glasmalereien aus dem 13. ꝛc.).
Lassen wir uns vom Kastellan im Innern herumführen, so
gelangen wir von der Freitreppe aus zunächst zur Stamm—
baumhalle, dann in den Grafensaal, dem Glanzpunkt all dieser
Prunkgemächer, dessen Spitzbogengewölbe von 8 Marmorsäulen
ragn sind. Weiter gehts zur Kaiser- und Bischofshalle,
zum Bibliotheksaal, in die kaiserlichen Privatgemächer ꝛc. Doch
der Raum verbietet uns eine nähere Beschreibung der Einzel—