Full text : Unsere Schwäbische Alb

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1849 treffen, in welchem Jahr dann beide Fürstentümer durch
Kauf an die Krone Preußen übergingen. Die Hechingische Linie
erlosch übrigens mit dem Tod Friedrich Wilhelm Konstantins
1867, die Sigmaringische blüht noch heute fort und hat sogar
in den letzten Jahrzehnten mehrfach eine weltgeschichtliche Rolle
Königsthron in Ruͤmänien und spanische Thronfrage im Jahr
1870) gespielt.
Letzteres gilt seit Jahrhunderten schon von dem fränkischen
Zweig der Hohenzollern, die es bekanntlich von den Burggrafen
in Nürnberg zu Markgrafen und Churfürsten von Brandenburg
(1415) und zu preußischen Königen brachten (1701), aus deneñ
in unsern Tagen das erbliche deutsche Kaiserhaus hervorgieng
18. Jan. 1871).
Wer den Hohenzollern besucht und die, übrigens nicht so
zar weitreichende Aussicht von dem schlanken Kegel genossen hat,
der bezeichnend genug auf gewaltig breiten Bergfuß sich aufbaut,
dem ist ein Gang duürch die Stadt und Umgebung von
Hechingen“?), wenn er irgend noch Zeit übrig hat., dringend
anzuraten.
Schon der Bahnhofplazz bietet ein überaus liebliches
Landschaftsbild und einen herrlichen Blick auf den Kranz der
umliegenden Berge, mit dem Zollern als der Perle darin. Der
Gang zu letzterem von hier aus direkt (über die Gottesackerkirche
Heiligkreuz) ist auch kaum 20 Minuten weiter, als wenn man
bdis zur Station Zollern fährt, da die Eisenbahn einen gewal—
tigen Bogen (über Stetten) durchfährt.
Geht man zur Stadt, zuerst an die Starzel hinunter, dann
jenseits derselben wieder steil empor, so mag man hier einen
Blick in die gleich unten links von Bahnhof liegende Kirche St.
Lutzen (8. Lucius) thun, die, zum alten Franziskauerkloster
(seit 1808 aufgehoben, jetzt Brauerei) gehörig, im Stil der
Frührenaissance erbaut ist.
Bei einem Gang durch die Stadt zeigen schon die Firmen—
schilder, daß man in einer ehmals fürstlichen Residenz und zu—
gleich, wie ein alter Geograph sich ausdrückt, in einem „Judceorum
Asum“ dahinwandelt.
Sehenswerte Gebäude sind die 1783 erbaute Stadtpfarr—
kirche mit dem Grabmal Eitelfriedrichs II. (Erzguß von Peter
Vischer), der Marktplatz mit den beiden Schloßgebäuden und in
der „oberen Vorstadt“ an der Straße nach dem Brühlhof
das weithin sichtbare neue Landgerichtsgebäude, das Museum, die

*) Val. Alb⸗ Ver.⸗Bl. 1889, 5, 22; 1890, 43; 1891, 137, 123; 1892,
144, 235; 1893, 85
            
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