Full text : Unsere Schwäbische Alb

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seinen Mauern weilt, so hat es sich doch durch seine industriellen
Unternehmungen rasch dem modernen Kulturleben anzupassen
gewußt und nimmt in dieser Hinsicht eine rühmliche Stelle unter
seinen Schwesterstädten ein. Dazu kann es von großen Erinner—
ungen aus der Vergangenheit zehren sowie außerhalb seiner
Maäuern auf manches Denkmal verweisen, das Zeugnis davon
giebt, daß wir in seiner Umgebung gar vielfach auf geweihtem
Boden wandeln.
In erster Linie nennen wir seine Kirche;, einen hübschen
gotischen Bau, mit herrlicher Glocke (1603 in Ulm gegossen),
und im Chor die ganze Rüstung eines Ritters zur Schau stellend:
Helm, Harnisch, —*— Lanze, Stiefel und Sporen, genial an
den Wänden aufgehängt. Es sind die Waffenstücke eines Herrn
von Wesen, Hauptmanns und Kriegsratspräsidenten, der 1698
als Gemahl einer Freiin von Wöllwarth deren Schloß in Heubach
bezog und später hier kinderlos starb. Da er der Gemeinde viel
Gutes erzeigt und auch noch eine Anzahl von milden Stiftungen
hinterlassen hatte, erwies jene ihm aus Dankbarkeit die obenge—
nannte eem Die Kirche (zu St. Ulrich) wurde vor rd
hübsch und stilgemäß samt der Sakristei (einer mehr als 800
Jahre alten Kaͤpelle) wieder hergestellt und am 21. Dez. 1899
eingeweiht.
Die Erinnerung an obigen Ritter führt uns zugleich zu der
stolzen Ritterburg hinauf, an deren Fuß Heubach liegt und die
Jahrhunderte hindurch den Herren von Wöllwarth eigen gewe—
sen, wenn auch ihre Erbauer und ersten Besitzer in weit äl—
lere Zeiten zurückweisen. Wir meinen den Rosenstein (ur—
sprünglich vielleicht Rossenstein?), das Wahrzeichen für Heubach,
bon dessen Häusern man fast überall zu dem unmittelbar dar—
über aufragenden Felsen und dem darauf klebenden Gemäuer
emporsehen kann.
Der Rosenstein (Höhe im Schloßhof 633 m*), einer der
schönsten Berge der schwäbischen Alb, durch Geschichte und Vor—
zeschichte bedeutsam, dazu von Sage und Dichtung umwoben,
schließt an ihrem nordöstlichen Ende würdig die Ketle der Berge,
die wir nun nächstdem durchwandelt haben. Es ist daher auch
kein Wunder, daß nicht bloß von der näheren Umgebung, son—
dern auch aus weiter Ferne Scharen fröhlicher Wanderer all—
sommerlich diesen herrlichen Bergen ihre Aufwartung machen und
sich in ihren Höhlen und Klüften, ihren Wäldern und Matten.
ihren Felsen und Burgtrümmern verlustieren.

*) Val. Alb⸗Ver.Bl. 1889. 28, 33. 47; 1800, 19; 18091, 9, 16, 27, 66:
1892. 1183 1893. 78. 99. 119. 170,. 183 ff.
            
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