Volltext : Unsere Schwäbische Alb

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Rosenstein uns vor Augen führt, eigentlich nichts mehr hinzuzu—
fügen, und wollen nur noch im einzelnen auf folgende Vartieen
machen.
Auf der westlichen Spitze des Bergs, auf der Fläche eines
durch Natur und Kunst vom Bergmässiv abgetrennten Felsen
bon 25 mm Höhe, befinden sich die Ruinen des Schlosses
Rosenstein, denen ja wohl seitens des von Heubach aus aufge—
stiegenen Wanderers immer der erste Besuch gelten wird. Man
muß dabei den tiefen einstigen Schloßgraben queren, der jetzt
durch eine eiserne Brücke überspannt ist, und gelangt so in
den Hofraum der Burg, deren am besten erhältene Mauer
mit 4 hochgewölbten Fensteröffnungen gerade auf Heubach hinab—
schaut. Freilich ist alles mit Gestrüpp und Baumwerk, die auch
sonst noch vorhandenen Mauerstücke meist mit üppigem Epheu
überwachsen, was die Aussicht einigermaßen hemmt.
Um diese in vollem Umfang zu bekommen, geht man über
die Brücke und den Graben zurück und besteigt den zweiten fast
ebenso gewaltigen Felsen, der sich wenige Schritte nordwestlich
hinter der Ruine erhebt und noch jetzt der Lärmfels heißt. Ohne
Zweifel stand ein Wartturm des Schlosses darauf. Noch weiter
egen Ost und Nordwest, treffen wir auf mehrere mächtige, offen—
* prähistorische Ringwälle, die beweisen, daß auch dieser Alb—
vorsprung einst als Volksburg benützt ward, lang ehe mittelalter—
liche Ritier hier oben hausten. Die hübschen Anlagen, die wir
hier finden, dienen auch als Festplatz für die Umwohner. Nicht
veit davon ist die neuerdings zugänglich gemachte und vielbe—
suchte „Dreieingangshöhle“.
Auch der benachbarte noch höhere Hochbexg (751 m), zu
dem man von der Ruine des Rosenstein (gegen Süden) hinüber—
schaut, ist durch ähnliche Ringwälle vom Abbhinterland äbgetrennt,
wie darauf der Flurname „Heidenburren“ hinweist. Es
scheinen in der That diese beiden Volksburgen einst mit ein—
ander in Beziehung gestanden zu sein, was vielleicht auch die
seltsame Sage andeutet, daß eine lederne Brücke, in der Luft
hängend, den Hochberg mit dem Rosenstein verbunden habe.*)
Dieselbe müßte freilich mindestens 3 Km lang gewesen sein, denn
ein von einem Quellbach durchflossenes Thal, dürch das der Fuß—
weg von Heubach nach Lauterburg führt, scheidet die beiden Berge.
Maän mag auch hier wie bei der ähnlichen Sage im Neidlinger
Thal an Nebelstreifen denken, aus denen die Phantasie des Volks
Brücken schuf.
Mindestens ebenso seltsam ist eine weitere Sage, daß näm—

*) Val. Alb⸗Ver.⸗“Bl. 1891, 74, 100 ff.
            
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