Volltext : Unsere Schwäbische Alb

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ich Heubach einst „Hochstatt“ geheißen und eben auf jenem Hoch⸗
berg gestanden haben soll, bis die Bewohner ins Thal herabzogen.
Hier haben wir weiter nichts als die so oft vorkoinmende Mäãhr
on versunkenen „Heidenstädten“, weil das Volk jene prähistori⸗
schen Wälle und Gräben auf ehmalige Stadtbefestigungen bezog.
Gehen wir indes, wie die meisten Wanderer thun werden,
vom Lärmfelsen nordostwärts über den . Stunde langen Berg⸗
snt fort, um dann nach Lautern abzusteigen, so erwarten uns
hier neue, großartige Raturschönheiten, hauptsächlich in Gestalt
von herrlichen Felseühallen und Hoͤhlen, die Wasser und Verwitle—
rung nach und nach ausgenagt haben. Die schönste ist die sog.
Scheuer, ein weiter krockener Hallengang durch den Felsen
hinab, mit zwei natürlichen Gucklochern“ die ihn erhellen; der
Weg nach Lautern führt durch dieses Raͤturwunder.
Etwas schwerer zu finden ist eine andere Höhle, das sog.
N4us, zum Unterschied von dem „Kleinen Haus“ unler der
Schloßruine auch wohl das „Große“ genannt. m zu demfelben
zu gelangen, steigt man links von der nördlichen Oeffnung der
„Scheuer“ etwa 150 Schritt im Wald abwärts? auf einmal thut
sich hier ein kolossales gotisches Thor im Felsen auf, der Ein—
jang zu einer weiten Grotte, die wie eine Tempelhalle mit Altar
und Stufen sich ausnimmt.
Und noch eine vierte oder fünfte dehe kann man sich ansehen,
wenn man von der Hochfläche der „Scheuer“ aus die Randwander—
ung nach Osten fortsetzt und dann auf, der Südseite des Berg—
rückens zur Ruine heimkehrt. Hier, am südöstlichen Abhang liegt
das sog. „Finstere Loch“, ein 150 m langer, schmaler Gang
durch die Felswand mit zwei Oeffnungen, so daß man entweder
on Ost nach West oder umgekehrt durch die ganze Höhle schlüpfen
ann (natürlich nicht ohne dirh Da es sich aber mehrmals
um ein förmliches Kriechen handelt, thun etwas beleibte Per—
onen besser, auf solche Genüsse zu verzichten.
Sind wir auf diese Weise wieder bei der Ruine angekommen,
so mag auch der sog. „Herrgottstritt“ ee werden
d. h. die Stelle, wo er einst sich befand, mehr der Kuriositat und
der seltsamen Legende halber, die sich daran geknüpft hatte. Das
Volk verlegte nämlich die Versuchungsgeschichte Christi hieher. Der
Rosenstein wäre der Berg gewesen, von dessen Spitze aus der
Teufel dem Herrn alle Reiche der Welt zeigte. Bekanntlich wies
letzterer den Argen von sich, und bei dieser Gelegenheit don er
ihn nach einer südwestlich vom Rosenstein gelegenen Schlucht, die
deshalb heute noch die „Teufelsktinge? heißt, in ein Felsen—
loch gebannt, selbst aber einen gewaltigen Schritt vom Rosenstein
zum benachbarten Scheuelberg über das Thal, in dem Heubach
            
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