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Oom Wettbewerb für Bauhandwerker 1908. Aufgaben für Gipler. (Aus d. Vorlagensamml. d. Beratungsstelle f. d. Baugew.)
MA1] bor kurzem ist ein Tafelwerk (Alt⸗
Büchertisch. bürgerliche Bauweise, Türen und
Core, Treppenaufgänge, Erker und Erkerfenster, häuser
und häusergruppen, 20 Studienblätter in Lichtdruck von
Prof. A. Schirmer, Verlag von C. Wittwer, Stuttgart, in
Mappe 15 M.) erschienen, das als wertvoller Bundes⸗
genosse im Kampf um die Erhaltung guter alter Bauten
und die Wiedererweckung einer heimischen, gediegenen
Bauweise zu begrüßen ist. Es ist eine Sammlung an sich
bescheidener Motive von guter, charaktervoller Gestaltungs⸗
art. Aus verschiedenen Gauen Deutschlands, aus der Boden⸗
see⸗, Mosel- und Lahngegend, Elsaß u. a. o. sind typische
Beispiele ausgewählt, die auch für unsere ZSeit lehrreich
und vorbildlich sein können. Die Sammlung wird dadurch
besonders wertvoll, daß alles durch ein Künstlerauge ge—
ehen ist, das liebevoll aufs kleinste Detail eingeht, die
zufälligkeiten des Alters, das Spiel der Schatten und
Lichter, alle die unwägbaren Feinheiten, die dazu beitragen,
um eine Stimmung hervorzurufen, schildert, ohne die Ge—
sjamtwirkung aus dem KHuge zu verlieren. So wird auf
alles, was zum Zustandekommen feiner Wirkungen bei—
trägt, die Aufmerksamkeit des Beschauers wie von selbst
hdingelenkt. Die Absicht, die den Verfasser dabei leitete,
war zunächst die, seine Schüler dafür empfänglich und auf⸗
nahmefähig zu machen, worin der Keiz und Wert auch
von anscheinend geringfügigen alten Bauten oder Bauteilen
hesteht und was man davon für die Schaffung neuer lernen
zann. Aber nicht nur für den begrenzten Kreis einer Fach—⸗
chule, sondern für allen Anschauungsunterricht in den Schulen
iberhaupt, als Anregung zum Seichnen einheimischer ähn—
icher Motive, und überall, wo für Heimatschutz und Denk—
nalpflege geworben wird, kann das Werk als FSührer
este Dienste leisten. Bei dieser Gelegenheit sei auch ein
leines Werk erwähnt, Heimatschutz betitelt, von Ernst
udorff (Derlag von Georg D. W. Callwey, München, geh.
I. 1.50, geb. M. 2.50), das mit eindringlichen Worten
hildert, wie sehr es nottut, daß dem jetzigen Treiben in
inserer Hheimat Einhalt geboten wird. Es läßt erkennen,
vie notwendig es ist, daß überall die Augen dafür ge—
ffnet werden, was in den Arbeiten unserer alten hand⸗
verkskunst steckt, daß nicht ohne Not die gediegenen alten
zachen durch beliebige neue ersetzt werden. Mit allen
stitteln müssen wir zu erreichen suchen, daß unsere ein—
achen handwerker wieder imstande sind, an Stelle des Alten,
as ein Raub der Zeit geworden, wenigstens Ebenbürtiges
etzen zu können. Aber nicht nur zur Pflege einer gesunden,
eimischen Bauweise, sondern auch zur Erhaltung der land—
haftlichen Schönheit überhaupt mahnt der Verfasser ein⸗
„ringlich. Die Mahnworte gelten ebenso den Bewohnern
rraußen auf dem Lande, wie namentlich auch den soge⸗
iannten Gebildeten in der Stadt, die sich den CLandleulen
zielfach so überlegen fühlen, sich über alles, was nicht wie
in der Stadt aussieht, lustig machen und so jenen die Freude
an ihrem Besitztum und ihre Eigenart nehmen. Jedem,
der sich mit den Bestrebungen des Heimatschutzes vertraut
machen will, sei das Büchlein angelegentlich empfohlen.
erantwortl. Schriftleiter Paul Schmohl, Direktor d. Ugl. Baugewerkschule, Vorst. d. Beratungsstelle f. d. Baugewerbe; Druck u. Verlag von
Larl Grüninger, beide in Stuttgart. — Für d. Bezieher d. Gewerbeblattes a. Württemb. unentgeltl. Im Buchhandel in Hhalbjahrsh. M. 3.50 jährl
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