Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Kgl. Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1908, Bd. 3, Heft 1/12)

zicm auf Sand oder Schlacke, welch
ietztere das holzgebälk 2 em überstehen
nuͤssen, aufgebracht und nach Erhärtung
mit Linoleum belegt. Der Preis stellt
ich auf ca. M. 2.20 pro qm, Soll
Tinoleum aufgeklebt werden, so ver⸗
vendet man Kopalharzkitt. Ein Kind
ieuerer Zeit ist der „Patentunterboden
für Linoleum“ von helbig, Vertreter
Zürkle, beide in Stuttgart. Es ist
ein einerseits gehobelter tannener Boden
von schmalen Kiemen, der in Nut und
Feder verlegt wird. Oben und unten
sind Cinschnitte angebracht, die das
Werfen verhüten; zudem sind auf der
Unterseite Lüftungskanäle eingefräst.
Da wo dieser Boden bis jetzt ver—
wendet wurde, hat er sich gut bewährt.
Preis pro qm fertig verlegt ca.
M. 2.40. Auch gewöhnliche tannene
ca. 6 em breite KRiemen oder Latten,
einerseits gehobelt und gut genagelt,
können als Unterlage dienen. Preis
pro qm M. 2.30. Ein weiteres
gutes Fabrikat für genannten Zweck
ist die „Duroplatte“, welche in einer
stärke von 3 cm auf die Balken aufgenagelt wird.
Preis pro qm M. 2.60. Die Platten werden von den
Aonstanzer Durowerken hergestellt, Vertreter H. Schmohl,
ztuttgart. Bei Verwendung von Eisengebälk kommt außer
Hipsestrich in neuerer Zeit der „Terranova⸗Estrich“ in
Betracht Preis pro qm M. 2.-. Sür holzgebalk eignet
sich dieses Fabrikat weniger,
da die Konstruktion etwas um—
ständlich und teuer wird. Auch
„Holzestrich, Holzzement, Stein⸗
holz“ und wie die Fabrikate alle
heißen, können in der Stärke
don 15 mm ß auf Eisengebälk
nufgebracht und mit Linoleum
delegt werden. Ist holzgebälk
porhanden, so wird zunächst ein
Tattenboden aufgenagelt, und
erst auf diesen die betreffende
Masse in der gleichen Stärke
aufgebracht. Preis pro qm
M. 2.80 bis M. 3.2. Zur
besseren Schalldämpfung können
se nach Bedürfnis Kork- oder
Pappeeinlagen zwischen Linoleum
und Unterlage verwendet werden,
was natürlich bei dem weichen
Norklinoleum nicht in Betracht
kommt. Bei Verlegung von Lino⸗
leum auf gewöhnlichem „Zement—⸗
zlattstrich‘“ muß eine dieser Ein—
lagen gemacht werden, weil
zement und Linoleum sich nicht
nertragen.

— ——

dolkstümlicher Kunst aus unserem
schwabenlande. Auf diese Aufrufe hin
zingen ihr eine Menge der schönsten
und belangreichsten Ansichten unserer
Heimat zu, so daß es ermöglicht war,
die Arbeit für das Werk in Angriff
zu nehmen. Im November ist nun
etzteres im Verlag von Paul Neff
Max Schreiber), Eßlingen erschienen
und wird jeden, der an unserer heimat
hängt, mit wahrer Freude und Genug—
cuung erfüllen. Es ist eine wahre Fund—
grube von herrlichen Architekturmotiven,
Städte- und Landschaftsbildern. Wir
sehen, daß trotz mancher Stürme, die
über unser Land hinwegfegten (wenn
wir nur an den Dreißigjährigen Krieg
denken) und trotz der Unkenntnis so
oieler Baubeflissener und solcher, die
das nicht waren, noch viele Architek—
urschätze in unserem Lande zerstreut
iegen, noch manche Städtchen und
Dörfer, wie in früheren Zeiten weiter
träumen und noch viele reine Land—
chaftsbilder, Gott sei Dank, unver⸗
älscht vorhanden sind. Das Werk
zann jedem warm empfohlen werden, da die einzelnen
Rhotographien in vorzüglicher Weise vom Verlag wieder—
jegeben sind. Die Nagoldbrücke mit Kapelle in Calw, die
vir hier an Stelle „Aus der guten alten Zeit“ abgebildet
daben, ist auf der Einbanddeche angebracht. Das Werk
wird von jeder Buchhandlung geliefert; der Preis be—
trägt 25 M. vVielleicht gibt sich
Gelegenheit, dies oder jenes Bild
des Werkes im Laufe des nächsten
Jaobres hier abrubhilden

Bu unserer
Kunst-Beilage.

— — — — —
Die Fittige der Nacht haben sich
auf die müde Erde gelegt, be—
decken Fluren und Wälder und
das Dörflein mit seinem massigen
Kirchturm, der beinahe als dunkle
dilhouette sich gegen den Nacht—
himmel abhebt. Die Lichter der
häuser sind längst erloschen,
Menschen und Tiere ruhen aus
pom Tagwerk. UÜberall Frieden.
hie und da schreit ein Käuzchen
oder schlägt die Uhr vom nahen
Turme die Stunden an. Leise
rüttelt der Wind an den Läden,
zauscht in den Bäumen und
Sträuchen und wiegt die Be—
wohner mit seinem uralten Lied
in tiefen Schlaf. Der Abendstern
ist am horizont aufgegangen,
steigt höher und höher und blickt
herab auf das friedliche Dorfbild.
Es ist wie in einem Zauberlande.
Wie lange noch — dann kommt
das Tagesgestirn und nimmt den
Schleier hinweg, rüttelt die Be—
wohner auf zur rauhen Wirklich⸗
keit des Alltags.

volkstümliche Tunst
Daus Schwaben. O

Die Beratungsstelle für das
S8augewerbe erließ im August
1906 und Mai 1907 Aufrufe zur
Beisteuerung für ein Sammeiwerk

HNagoldbrücke in Calw.

N7
            
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