Auf Betonfunda⸗
menten, die nur aus
einzelnen Pfeilern
zu bestehen brau⸗
chen, da der Keller
fehlt, wäre das
Fachwerk unmittel⸗
bar aufzusetzen. Das
Dach ist mit doppel⸗
ter Biberschwanz⸗
dechkung gedacht.
Bei militärischen
Behelfsbauten, die
rasch erstellt und un⸗
mittelbar nach der
Feriigstellung be—
zogenwerdensollten,
hat sich im Krieg
die Ausführung in
Fachwerßk ohne
Ausriegelung be⸗
währt. Vielleicht ist
ein Versuch in die⸗
ser Richtung auch
bei den Bauten ge⸗
rechtfertigt, die nach
dem Krieg wegen der in sicherer Aussicht stehenden Woh⸗
nungsknappheit möglichst rasch errichtet werden müssen.
sSoldhe Fachwerkbauten werden ohne jede Art von Hus⸗
riegelung oder Ausfüllung errichtet. Gegen innen werden
sie mit Gipsdielen, gegen außen mit Brettern verschalt.
Unter die äußere Bretterschalung kommt zur Abhaltung
pon Zugluft eine einfache Lage Dachpappe. Die Bretter⸗
schalung wird am besten schuppenförmig und wagrecht
angebracht. Es hat dies den Vorteil, daß die Scha⸗
lung, wenn die untersten Bretter faulen sollten, leichter
ausgebessert werden kann, als wenn die Schalbretter
senkrecht bis auf den Erdboden herunterreichen.
Ein Anstrich kann, so lange die holzerhaltenden An⸗
striche nicht in der alten Güte zu haben sind, auf spätere
Zeit verschoben werden. Wird die Schalung dann irgend⸗
wie einmal gestrichen, sei es braun mit Barol oder Kar⸗
bolineum, oder sei es abgetönt mit irgend einem farbigen
schutzanstrich, so empfiehlt es sich, Türen und Fenster samt
den Läden, sowie
die profilierten Teile
des Anbaus über
der CLaube und das
s5parrengesims als
schmuckteile durch
inen hellen Anstrich
dervorrubohon.
Kleinhaus⸗
d möbel. g
Wer schon einmal
Helegenheit gehabt
hat, eine der als
mustergültig bek ann⸗
ten Gartenstadt⸗
sie delungen des
näheren zu besich⸗
ligen, wird auch bei
den schönsten und
anziehendsten dieser
Anlagen die Erfah⸗
rung gemacht haben,
daß die einzelnen
häuser, so schmuck
sie von außen wir⸗
ken, im Innern viel
weniger befriedi⸗
gen, ja oftmals ge⸗
radezu recht häßlich
sind. Der Grund
hiefür ist nicht etwa
darin zu suchen,
daß es der Architekt
schlecht verstanden
hätte, das Innere
ebensogut wie das
Außere zu gestalten.
Im Gegenteil! So
eng und beschränkt
in solchen Hhäusern
der Raum auch zu
sein pflegt, an an⸗
heimelnden Ecken
und gemütlichen
Raumbildern an sich
fehlt es gewöhnlich
nicht. Aber — die
Im sbel, die diese
Räume füllen, sind
oft ebenso häßlich
wie minderwertig. Es ist hier nicht der Ort, darauf
näher einzugehen, warum etwa der Stuhl einer solchen
Einrichtung häßlich ist, auch wenn die Bekrönung seiner
dehne ausnahmsweise noch nicht heruntergebrochen sein
ollte, oder warum uns der zugehörige Schrank gar
nicht gefallen will, trotzdem er „stilgemäß in eichen
miiieri“ ist. Es genügt wohl, allgemein zu sagen,
daß die Einrichtungen, die der einfache Mann für sein
hescheidenes haus zu kaufen Gelegenheit hat, samt
uind sonders auch heute noch so wenig für seine be⸗
onderen Bedürfnisse gebaut sind, wie vor wenigen Jahren
in der Regel das ganze Haus selbst. So wie es damals
das einfache Kleinhäus überhaupt noch gar nicht gab,
sondern wie es immer gleich wie eine „Villa“ aussah,
venn es nicht wie ein Waschküchenhintergebäude roh und
rũchtern war, so hat auch heute noch selbst die einfachste
Vohnungseinrichtung immer gleich das Aussehen, als wenn
jsie aus einer solchen, Villa“ stammt. Der äußere Aufputz
geht natürlich auf
Kosten der Gedie⸗
genheit. Die Ein⸗
richtung aber, die
bei aller Cinfach⸗
heit doch schön und
dauerhaft — in
das schlichte Klein⸗
haus passen würde,
die fehlt heute noch
so gut wie ganz.
Man rechnet da⸗
mit, daß bei Srie⸗
denseintritt die vie⸗
len Kriegsgetrauten,
die noch keinen
eigenen hausstand
gegründet haben,
In einemmal so
er hebliche Anforde.
rumgen an den
Mobelmarkt stellen
werden, daß der
freie handel nicht
ausreichen wird, die
Ansprũche zufrieden
—J 1
— —
Kleinhaus für 2 Familien. Längsschnitt.
Kleinhaus für 2 Familien. Vorderanlicht.
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