los eine Geschmacklosigkeit. Eisen
soll Eisen bleiben und die be—
ondere Schönheit, die auch dieser
ztoff besitzi, wollen wir festhalten
und betonen, statt die schöne
Wirkung eines andern Stoffes
vorzutäuschen, der gar nicht ver⸗
wendet ist. Cher annehmbar ist die
künstliche Patina und Altfärbung,
die wir manchen Baustoffen an—
gedeihen lassen, wenn es sich
darum handelt, daß irgend ein
neu eingefügter Bauteil in seiner
Neuheit gar zu störend auffallen
würde. Wenn wir Schindelschirme
mit wetterfesten Anstrichen ver—
sehen, so wählen wir 3. B. mit
Dorliebe eine Farbe, wie sie alte
wettergebräunte Verschindelungen
von Natur aus erlangt haben
Farbige Kunstverglasungen, die
in ihrer Blankheit nicht immer
stimmungsvoll genug wirken,
werden oft mit Schwarzlot über⸗
wischt, um ihnen jenen einheitlichen
Ton zu geben, den an alten Glasfenstern die Zeit her⸗
vorgebracht hat. Vor allem aber ist es das Kupfer, bei
dem die prächtig schöne Grünfärbung der natürlichen
Patina gern auf künstlichem Weg nachgeahmt wird, da
sie merkwürdigerweise an manchen Orten, wie beispiels—
weise in Stuttgart, sich niemals von selbst bildet, während
sie an andern Orten wiederum, wie in Dresden, sich
schon nach wenigen Jahren zeigt, so daß alle kupfer⸗
gedechten Türme der Stadt, neue wie alte, eine gleich
schöne Grünfärbung aufweisen. Der farbige Reiz dieser
Erscheinung ist so groß, daß man sich schon längst daran
gewöhnt hat, sie auf künstlichem Wege herbeizuführen,
wenn sie sich nicht von selbst einstellt, oder wenn der
natürliche Vorgang zu lange Zeit beanspruchen würde.
döfungen aus Salmiak und Ammoniak, heringslauge und
andere mehr oder weniger unangenehme Slüssigkeiten
sind es, die man hiebei verwendet. Imitierung kann
nan dieses Vorgehen nicht eigentlich heißen. Der Erfolg
ist ja der gleiche, wie der, den die Natur in jahrelangem
Werden zeitigt. Ob freilich die Wirkung auch von der
gleichen Dauer—⸗
haftigkeit ist, das
teht noch dahin.
Etwas anderes
ist es aber, wenn
Hlfarbe dazu
herhalten muß,
„Patina“ zu bil⸗
den, wenn sie der
Maler mit viel
oder wenig Ge⸗
schick aufmalt.
hier ist zweifel⸗
los die Grenze
überschritten, die
der gute Ge—
schmachk zieht.
Entgleisungen
gröbster Art sind
dann nicht zu ver⸗
meiden. Wäh—
rend die miit
heringslauge er⸗
zwungene Pati⸗
nierung immer⸗
hin nur an Kupfer möglich ist,
bleibt es dem Pinsel des Malers
gleich, ob er auf Kupfer oder
auf Zinkblech, auf holz oder
Pappe sich betätigt. So ist es
gekommen, daß ein Maler, der
mit der Zeit zu gehen glaubt,
bereits vermeint, an einem besseren
Hhaus nicht anders zu koͤnnen,
als sämtliche Rinnen und Rohre
zu „patinieren“, indem er nun
nicht etwa diese glatt grün an—
streicht, wie von Edelrost ganz
überzogen, sondern indem er sie
in ganz gewitzter Weise nur hie
und da grün betupft und gewisser⸗
maßen die Sache mehr oder weni—⸗
ger im Entstehen zeigt. Daß da⸗
mit nur zu oft ein unnatuͤrlich
schechiger Eindruck erzielt wird,
ist leicht erklärlich. Schlimmer isi
es aber noch, wenn die Sucht zu
patinieren, selbst vor Gußeisen
Einfamilienhaus. Seitenansicht. nicht halt macht. Dann kann es
kommen, wie es einem gußeisernen
Wasseralfinger Brunnentrog aus klassizistischer Zeit ge⸗
schah, der im Alter etwas unscheinbar geworden war und
deswegen neu gestrichen werden sollte, daß man auch ihn
‚patinierte“ und so das Alte erneuerte, indem man
es künstlich alt machte!
Die Maler haben längst gelernt, daß das „Maserieren“
cchlichten Holzes eine Geschmacklosigkeit ist. Was ist aber
das „Patinieren“ schlichten Bleches oder Eisens anders?
Patina sollte es darum für den Maler gar nie geben,
ondern stets nur Anstriche, diese aber jederzeit so ge—
cbmack voll, daß sie auch vor einem kritischen Auge bestehen.
WHI. Es liegt gewiß elwas Troöst⸗
riegergrabkreuze. liches darin, Andenken
eines lieben Gefallenen auch äußerlich durch die Errichtung
eines Grabmals in der heimat gewahrt zu wissen. Das
vird vielleicht der Grund werden, daß mit dem kommenden
Frieden die Uberführungen — namentlich aus dem nahen
Westen — noch häufiger werden als bisher. Wir bilden des⸗
zalb einige weitere unserer Entwürfe ab, die wir für Krieger⸗
zrabkreuze angefertigt haben. Für ein Kriegergrabmal ist an
sich schließlich jeder
gute Entwurf ge⸗
eignet, wenn nur
Platz vorhanden
ist für ein schlich⸗
tes Symbol —
ein eisernes Kreuz
etwa, eine Sturm⸗
haube oder ein
Schwert — wel⸗
ches das Be⸗
sondere des Gra⸗
bes betont. Denn
wir werden nicht
verlangen, daß
ein Aufsatz mit
Schwert und
Helmzier oder ein
großes KReliefmit
Schild und Speer,
wies es sonst üb⸗
lich war, den
Grabstein schon
von fernher als
Soldatengrab
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Einfamilienhaus. Vorderansicht.
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