unnötigerweise zu⸗
nichte macht. Bei
stark bewegtem Ge
ände z. B. kann die
sockelhöhe so un⸗
gleich ausfallen und
der Sockel stellen⸗
weise so hoch zu
liegen kommen, daß
das Verhältnis von
ssockel und eigent—
lichem Hauskörper
recht ungünstig wird
Je kleiner das Haus
ist, umso eher wird
dieser Fall eintreten.
Es wäre unklug, die
sen Mißstand durch
die Ausbildung eines
besonders kräftigen
Sockelgesimses dann
noch zu unterstreichen.
Namentlich bei klei⸗
nen einstochigen Häu⸗
sern am Steilhang —
ein Fall, der ja bei
der Natur unseres
Candes beinahe zur
Regel gehört — wird der Sockel gegen die Talseite
nahezu die gleiche Höhe wie der Aufbau erreichen.
Konstruktiv bedenklich, ja sogar schädlich, kann das
Sockelgesims da werden, wo es zu weit vorspringt und
infolgedessen als Wasserstau wirkt. Liegt dann vollends
unmittelbar über dem Sockel die Schwelle eines Fachwerk⸗
geschosses, so kann der durch den Sockel verursachte Wasser⸗
stau Anlaß zum Faulen dieser Schwelle werden und da—
mit den Bestand des ganzen hauses schwer beeinträchtigen.
Wahrscheinlich haben die Alten gerade aus diesem Grunde
ssockelvorsprünge nach Möglichkeit besonders gern ver⸗
mieden.
Wenn wir die Solgerungen aus unserer Betrachtung ziehen,
so kammen wir zu dem Ergebnis, daß die Profilierung
des Sockels für das
kleine haus am
besten ganz unter⸗
bleibt oder nur so
stark ausgebildei
wird, daß weder in
technischer noch in
schoͤnheitlicher Hin⸗
sicht dem Haus dar⸗
aus ein Nachteil
der geschilderten Art
entsteht.
Das
gebieten wird, wer⸗
den wir diesen Zwang
nicht so drückend
empfinden, wie es
vielleicht der Fall
wäre, wenn wir die
Erkenntnis nicht be⸗
säßen, daß Schönheit
und Einfach heit keine
Begensätze sind. Vor⸗
bildlich für uns wird
in vielen Stücken die
Zeit nach den napoleo⸗
nischen Kriegen sein,
in der unser Vater⸗
land durch lange und
teilweise auch un⸗
glückliche Kriege ver⸗
armter dastand, als
uns hoffentlich beim
kommenden Frieden
beschieden sein wird.
Die Bauten aus
jener Zeit waren uns
schon vor dem Krieg
in ihrer schlichten
Schönheit vielfach
Vorbild und werden
es nun umsomehr sein, als wir außer ihrer formalen
Schönheit auch die Art und Weise zum Vorbild nehmen
kzönnen, wie an ihnen diese Schönheit immer hand in
hand geht mit einer mustergültig einfachen und hand—
werksmäßig guten Ausführung. Denn die Menschen jener
zeit, die man wegen der Biederkeit ihrer Gesinnung
chlechthin Biedermeier zu heißen pflegt, waren nicht nur
hieder, sondern meist auch recht praktisch. Es kann des⸗
hdalb für uns ein jedes Urteil über baupraktische Fragen,
das uns aus jener Zeit überkommen ist, wertvoll genug
sein, es näher zu prüfen. Wir nehmen deshalb die Ge—
legenheit wahr, eine Außerung über eine so wichtige Frage,
vie es die nach dem Wert und der Zweckmäßigkeit des
Mansarddaches ist, hier wiederzugeben, umso lieber, als sie
unsere eigene in
Nummer 5 des Jahr⸗
gangs 1911 nieder⸗
gelegte Ansicht zu
stützen geeignet ist.
Die ußerung stammt
aus einem Baulexikon
aus der ersten Hälfte
des letzten Jahrhun⸗
derts und lautet:
„Die Vorteile, welche
man von dem Man⸗
sarddach rühmt, be⸗
stehen in dem größe⸗
ren Dachraume des
unteren Teils, in
der bequemen An—⸗
bringung von Fen⸗
stern in demselben,
der leichten Um—
wandlung der steilen
unteren Dachfläche
durch Verschalung zu
einer senkrechten
Wand u. der daraus
folgenden bequemen
Anbringung von
Dachwohnungen.
—F —
Eö—
Wohnhaus für einen Meister. Vorderansicht.
Mansarddach.
Eine glückliche
Fügung ist es, daß
wir schon vor dem
Krieg die Schönheit
des Einfachen er—
kennen und pflegen
gelernt hatten. Nun,
da wir durch den
Krieg ärmer gewor—
den sind und sich
namentlich bei unse⸗
ren Bauten die Ein—
kachheit von selbst
—F sGot
—
5y
— — — VU J—— ——
— —
——— — ——
Wohnhaus für einen Meister. Seitenansicht.
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