Sommerhaus.
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Sommerhaus. Erdgeschoß.
Es muß als ein günstiges Zeichen für die fort⸗
schreitende Kläͤrung und Sestigung unseres baukünstlerischen
Wollens gelten, daß für die verschiedensten Bauaufgaben
zgewisse Gruppen gleichartiger Lösungen sich herausbilden,
daß wir der Bildung von Typen mehr und mehr zustreben.
Mit dem Begriff „Sommerhaus“ z. B. verbinden wir
bereits eine gewisse Vorstellung — im wesentlichen vorerst
wohl immer noch gewonnen aus den Veröffenilichungen,
die vor mehr als einem Jahrzehnt die „Woche“ als Er—
gebnis eines hernach sehr bekannt gewordenen Wett—⸗
bewerbs herausgab. Jener Wettbewerb ist für die Ent—
wicklung des deutschen Wohnhausbaus von entscheidender
Bedeutung geworden. Er hat insofern für die Architekten
jener Zeit geradezu befreiend gewirkt, als er in erfreu—
licher Weise den Bauherren die Augen dafür öffnete, daß
weder die „Villa“ italienischer Herbunft, noch das Holzhaus
im Schweizerstil, sondern allein eine unseren eigenen
Cebensgewohnheiten dienende, nach und nach erst heraus—
zubildende Neuform, eben das „Sommerhaus“ unserer
Zeit, das Ziel sein kann.
Eine der vielen CLösungen für die Aufgabe, die wir
mit dem Begriff „Sommerhaus“ umschreiben, bilden wir
heute ab. Im wesentlichen erschöpft sich die Bestimmung
eines solchen Hauses darin, daß es einer Familie für den
Sommer ein zwar knappes, aber doch ausreichend be—
quemes heim bietet und vor allem die Annehmlichkeit
täglicher Berührung mit der freien Natur im anstoßenden
Harten oder im nahen Walde verschafft. Nach dem, was
wir von der zunehmenden Typisierung solcher Bauten
sogten, wird es begreiflich sein, daß wir mit der hier ab⸗
zebildeten Lösung nicht eiwa etwas Besonderes oder gar
Außergewöhnliches zeigen wollen. Dielmehr scheint üns
der Wert des Entwurfs eben in seiner mehr oder weniger
allgemein gültigen Vorbildlichkeit, seiner typischen Er—⸗
scheinung zu liegen.
Typisch ist zunächst der Grundriß. Die Familie,
die hier den Sommer verbringen will, sucht, was ihr die
Stadt nicht gibt: Erfrischung in freier Naiur. Deshalb
ist der Grundriß — der übrigens im Erdgeschoß nur einen
Sommerhaus. Dachgeschoß.
einzigen, dafür aber um so größeren Wohnraum ent⸗
vält — ganz darauf zugeschnitten, daß Haus und Garten
ine Einheit bilden. Der einzige Wohnraum ist der Straße
zanz entrückt und liegt völlig gegen den Garten. Ihm
orgelagert und fast auf gleicher Höhe mit ihm ist eine
lache Terrasse angeschüttet, die mit Tisch und Bank und
hattenspendender Umpflanzung gleichsam nur die Fort—⸗
zzung des Wohnraums ins Grüne darstellt.
Da das haus nur einige Monate im Jahr bewohnt
vird, gebietet sich eine gewisse Kaumeinschränkung wirt⸗
chaftlicherweise von selbst, kann aber auch leichter in
auf genommen werden, weil es nur auf kürzere Zeit
eschieht. Zudem bietet der Garten reichlich Platz, so daß
ie Enge der Behausung höchstens an Regentagen fühlbar
verden kann. Um dann aber dennoch eine gewisse Ab—
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chlafzimmer ganz für sich in das Dach verlegt. Selbst
die Kammer für den Dienstboten ist von diesem Teil der
PDohnung völlig getrennt. Sie liegt in der Nähe von
kingang und Küche im Erdgeschoß. Eine solche Anord⸗
nung unterscheidet sich von der in Einfamilienhäusern
onst üblichen so sehr und ist so ganz durch die im Sommer⸗
Jaus gebotene Enge bedingt, daß wir auch hierin etwas
ür ein Sommerhaus Typisches sehen möchten.
Die Küche liegt wie im Einfamilienhaus sonst auch
n der Nähe des Eingangs. Eine solche Lage würde zu
AInzuträglibbkeiten führen, da für vermittelnde „Puffer“-Zäume,
wie Nebenflure, Anrichten und dergl. der Platz
ehlt und somit jeder Besucher vom Eingang her un—
nittelbar in die Küche sehen könnte. Dem vorzubeugen
jt eine kurze Schirnwand in die Küche eingebaut, die,
hne den Verkehr zu hindern, dennoch ihren Zweck, den
kinblich in die Küche zu verwehren, vollkommen erfüllt.
Typisch wie der Grundriß ist im gewissen Sinne auch
der Aufbau des Hauses vor allem dadurch, daß es als
ommerhaus in klarer Verbindung mit dem Garten steht.
zreit und ohne eigentlichen Sockel baut es sich inmitten
er Rasenflächen und Blumenbeete auf, die es umgeben.
kin Untergeschoß fehlt ganz und soweit ein Keller vor⸗
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