Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1918, Bd. 13, Heft 1/12)

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Kleinwohnhaus. Ausführungsentwurf.

günstigsten, weil zugfreien Platz. — Dadurch, daß der
Besamtgrundriß auf zwei Seiten Vorsprünge aufweist,
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haus mit 3 Giebeln zu versehen. Das ist ebenso teuer
als unpraktisch, da die hierdurch bedingten Dachkehlen für
Wind und Wetter dauernd Angriffspunkte bieten. Es
wurde deshalb vorgeschlagen, die Hausflucht wenigstens auf
drei Seiten glatt durchzuführen und auf der vierten Seite
den Giebel für den Anbau so zu legen, daß das Hauptdach
 ohne Unterbrechung auf den Anbau übergreifen kann.
Diese Abrundung des Grundrisses ist in der Überar⸗
beitung durchgeführt, ohne daß die gesamte überbaute
Fläche hätte vergrößert werden müssen. Im Gegenteil
konnte sie um fast 1 qm verkleinert und trotzdem, als
erheblicher Gewinn, die nutzbare Wohnfläche der einzelnen
Räume um zusammen rund 58 dqm vergrößert
werden.
Von den Vereinfachungen des Daches abgesehen, hat
das Außere nur geringfügige Änderungen erfahren. Die
Fenster sind teilweise versetzt und durch eine größere
Zreite behäbiger gehalten als im eingesandten Entwurf.
Der Dachüberstand auf den Giebelseiten hat an den
Traufenden eine gefälligere Ausbildung erhalten, die den
Anregungen entspricht, die in Ur. 11 und 12 des Jabr⸗
gangs 1917 gegeben sind.
Was von den Vorschlägen für die Kusführung
angenommen ist, zeigt der ebenfalls abgebildete letzte
Entwurf. Der Anbau, in dem sich die Remise befindet,
steht zwar immer noch auf zwei Seiten des hauses vor,
doch kommt der eine Vorsprung durch herunterschleppen
des hauptdaches in vereinfachter Weise unter Dach, wäh—
rend auf der anderen Seite entsprechend der UÜberarbeitung
ein kleinerer Giebel sich vor dem größeren Hausgiebel
aufbaut. Im übrigen aber sind fast alle Grundrißver—⸗
besserungen übernommen und dementsprechend auch die
snsichten abgeändert worden. Nur die Fenster sind durch⸗
weg noch zu schmal, um jenen gemütlichen Eindruck zu
machen, der uns an alten ländlichen Bauten so anheimelt.
Im großen ganzen aber erscheint das haus in seinem
Brundrißß wie von außen so gut gelöst, daß anzunehmen
ist, der fertige Bau werde einmal Beschauer wie Bewohner
gleicherweise befriedigen. Die absicht, den ri
ie t, den Kriegsge⸗
Kriegerhausrat. getrauten die Beschaffung
ihres hausrats zu erleichtern, stößt auf Schwierigkeiten.
Wie auf allen Gebieten handwerklichen und fabrikmäßigen
Erzeugens fehlt es auch hier an Rohware nicht weniger
als an geeigneten Arbeitskräften. Die Aussichten, dennoch
Ersprießliches zu leisten, wachsen in dem Maß, als diele

Sschwierigkeiten bereits in den Entwürfen berücksichtigt
nden. die für die herstellung der Möbel zu beschaffen
ind.
Da es an Leim fehlt, scheiden furnierte Möbel ganz
aus. Das Verleimen von 3 und mehr Dickten erfordert
für ein einzelnes Möbelstüch beinahe mehr Leim als für
die herstellung einer ganzen Zimmereinrichtung in massiver
Ausführung. An sich wäre die herstellung massiver Möbel,
die hiernach verbleibt, durchaus zu begrüßen. Nichts
schöneres als eine massiv eichene Zimmereinrichtung! Aber
die Preise sind für alle Hölzer derart hoch, daß die Ver⸗
vendung von harthölzern für den vorliegenden Zweck so
zut wie gar nicht mehr möglich ist. Die Einrichtungen
verden auch in Tanne oder Forche noch teuer genug zu
tehen kommen. Damit aber nicht genug der Schwierig⸗
zeiten. Ruch tannene Möbel wären recht, wenn man sie
aur wenigstens streichen könnte. Man sah auf den ver⸗
chiedenen Ausstellungen, mit denen wir im Frieden so
zesegnet waren, manche tannene Einrichtung, die durch
hre farbige Behandlung recht einladend aussah. Aber
die Leinölfarben sind ebenfalls viel zu teuer geworden.
Es bleibt also nur noch übrig, die Möbel zu beizen. Nun
zibt es Beizen, die für das Tannenholz wie gemacht sind,
ogenannte Säurebeizen. Sehr zum Unterschied von den
rüher verwendeten gewöhnlichen Wasserbeizen, die mit
hren giftigen Tönen noch unangenehm genug in Erinne⸗
rung sind, ergeben diese neuen Beizen durchaus vornehm
wirkende Farbtöne, auf welchen die natürliche Maserung
des holzes sich in dunkleren Streifen sehr schön abhebt.
Die Schwierigkeit ist aber die, daß bei Verwendung dieser
Zeizen möglichst astreines, jedenfalls mit Sorgfalt ausge⸗
vähltes Holz und sauberste Bearbeitung notwendig wird.
dies alles aber ist wieder zeitraubend, was bei dem
Nangel an Arbeitskräften doppelt fühlbar ist, und weiterhin
berteuernd wirkt.
Die Teuerung wird den Kriegsgetrauten nicht erlauben,
ich jetzt schon mehr als das unbedingt Notwendige an⸗
uschaffen. Sie werden sich auf den hoffentlich bald mög⸗
ichen Zukauf weiterer Stüchke vertrösten und sich wohn⸗
icher einrichten, sobald die Zeit einigermaßen günstiger
für sie wird. Bauen wir nun unseren Kriegerhausrat so,
daß wir bei allen Einzelstüchen gewisse Grund maße ein⸗
halten, so haben wir die Möglichkeit, einzelne Teile wie
zchrankunterbauten, Kommoden, Truhen, Tische, Wand⸗
hretter, Schrankaufsätze und dergl. sowohl für sich zu ver⸗
wenden als auch beliebig zu neuen, größeren Möbelstücken
zusammenzustellen und auf diese Weise die Einrichtung
rach und nach reichhaltiger zu gestalten, ohne daß eine auf
diese Weise allmählich erworbene Einrichtung den Eindruck

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