Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1921, Bd. 16, Heft 1/12)

»em Sinne geregelt, daß einzelne Grabsteine nicht aus dem
Rahmen des Ganzen in aufdringlicher Art herausfallen
önnen. Um den ruhigen, der Würde des Orts entsprechenden
 Eindruck zu sichern, mußte man solche Grabsteine wählen,
die sich dem Gesamtbilde einfügen. Man hat es daher viel—
tach für notwendig gehalten, gewisse schreiende und sich
hordrängende Baustoffe von der Verwendung auf dem Friedhof
 auszuschließen und zwar solche, die sozusagen ein Loch
in das Gesamtbild schneiden. Dazu gehören in erster Linie
ief schwarzes und grell weißes, glitzerndes Glas und
Porzellan. Schluß folgt.)
Kirchenlüftungstüre
Zur Erinnerung an die 400jährige Wiederkehr der Ne⸗ verschlossene Türen an den evangelischen Kirchen. Dies
sormation ist im Kriegsjahr 1916/17 vom Württembergischen ist wohl mit ein Hauptgrund, daß viele dieser Kirchen
Landesgewerbe⸗ 2mit modriger Luft
nuseum ein Wettbe⸗ erfüllt sind, die mit der
werb zur Gewinnung Zeit für den Bestand
von kunstgewerblichen der Gotteshäuser. wie
Gegenständen ausge— für die Kirchgänger
schrieben worden, wel ⸗ gleich schädlich ist.
che in irgend einer ta⸗ Bis wir aber, wie die
dellosen Art die Er⸗ Katholiken, täglich
innerung an die Re⸗ offene Kirchen be⸗
formation von 1517 kommen, soll durch
heziehungsweise an durchbrochene
Martin Luther wach⸗; Türen frische Luft
rufen. Die Ergebnisse und warme Sonne ins
dieses Wettbewerbs weite Kircheninnere
sollten zusammen mit strömen nach der Lo⸗
Siinwerungostucen sung Doppelsinn:
aus Luthers Tagen
ind aus früheren Ge⸗ Wiher 8 Eoehen
denkjahren 1617, Wehren en
1717 uud 1817 im Wdediduft
Oktober 1917 in
Stuttgart zu einer Wo Luther einst
großen Ausstellung bahnbrechend ange⸗
pereinigt werdenñ. schlagen, da wird
Wir sind in der durchgebrochen. —
dage, heute eine Ar—⸗ Die Türe ist so sicher
zeit aus diesem Wett⸗ wie die bisherigen.
bewerb mit dem Kenn⸗ Sie trägt u. a. oben⸗
vort „An der Kirch⸗ genannte Losung mit
türe“ wiederzugeben. Beziehung auf die
Es ist eine Kirchen⸗ Herzenstüre inOffen⸗
üre, die eine aus— barung 3, Vers20und
reichende Lüftung der Luthers Wappen in
evangelischen Kirchen freier Form. — Auch
bei üblich geschlosse, manche vorhande⸗
nen Türen gestattet. nen Türen lassen sich
Die Lüftungstüre dementsprechend um⸗
kann als vollkommene gestalten. Die Her—
Doppeltüre innen stellung der Gittertüre
oder außen neu ein⸗ ist aus gebeiztem For⸗
gesetzt werden oder chen⸗ oder Eichenholz
als gekuppelte Dop⸗ gedacht mit dunkel⸗
peltüre. An vorhan⸗ gebeizten Zierstückein⸗
dene Türen läßt sich sätzen. Spruch, Zah⸗
das Luther⸗Wappen len usw. sind einge⸗
inero der N 9 schnitzt.“
Füllungen usw. einsetzen. Nützlichkeit d. h. die Befriedigunß Pj nter Bezugnahme auf den Aufsatz in
eines fühlbaren, praktischen Bedürfnisses und die Ehrung Mitteilung. Nr. 3 unseres Blattes 10,Aus der
des Reformators an der Stelle, wo er sein Werk öffentlich Tätigkeit der Beratungsstelle für das Baugewerbe“ teilen wir
begann, waren die Leitgedanken beim Entwurf. Die Arbeit nmit, daß die Lichtbilder der Württ. Vereinigung „Schwäb.
lam beim Preisgericht in engere Wahl. Der Verfasser, dichtbild“ größtenteils inzwischen an den ,Wuͤrtt. Verein
Architekt Paul Baelz, Waiblingen gab zum Entwurf noch ür Volksbildung“, Hölderlinstr. 50 hier, bezw. an die Sonder.
folgende Begleitworte: „Bei Reisen und baulichen Unter ibteilung „Städtische Lichtbildstelle“, Stuttgart, Stöckach—
uchungen findet man leider fast immer, selbst im Sommer, schule, Zim. 11 übergegangen und von dort zů beziehen sind
Berantw. Schriftl. Oberbaurat Paul Schmohl, Dir. d. Baugewerteschule, Vorstand d. Beratungsstelle f. d. Baugewerbe; Verlag v. Wilh. Meyer⸗JIlschen:
Oruct von Carl Grüninger Rachf. Ernst Klett famtiiche in Suttaart.
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