die fFarbe von dieser Schwere wieder loszubekommen, um
zie wieder als ein sich selbst tragendes Element erleben
zu können. Unsere Wände müssen eine farbe bekommen,
die innerlich leuchtet. Zum innerlichen Leuchten mũssen
wir die Farbe bringen. Das kann nur geschehen, wenn
vir das ihr Eigene aus ihr herausholen, um in seiner
wRuckstrahlunꝗg wieder ein Bild ihres Wesens zu bekommen.
Das war den Menschen äalterer Zeiten wie eine Naurꝗgabe
ꝗegeben. für uns ist es das Land unserer Sehnsucht,
„das ferne leuchtet“. Nun kann man das Mersßcwürdige
beobachten, datz immer mehr in unserer Zoeit
AD
—
eines Durer oder anderer ähnlicher Meister gelten würde.
ir sehen diese Kuünstler am Anfanꝗg einer neuen Zeit
stehend und sehen sie und das ist das Wesentliche, noch
ↄinmal' zusammenfassen alles das, was die farbwelt frũ-—
Jibt uns dafür genügend Beispiele. Nur wenn dies in
Betracht gezogen wird, konn mon einem Grũünewaold,
Dürer, Multscher usw. gerecht werden: Am Anfanꝗ einer
neuen Zeit noch einwal ein grandioses Aufleuchten des
Alten, fast wie mahnend, seiner im neden Zeitenabschnitt
nicht zu vergessen. Leuchtender Niederganꝗq eines Lichtes,
das in dem Lebenschaffenden seines Wesens dem
neuen Taꝗq entꝗegeneilt. Sind wir schon in seiner Morgenröte?
Man ist geneiꝗgt, daran zu zweifeln. lIlm Grunde
dgenommen wissen die meissten Menschen trotz der Symbathien
für die Bilder eines Grünewalds und anderer,
veniꝗq damit anzufangen. Das könnte im Widerspruch zu
dem oben Gesaꝗgten stehen. Aber die Sympaothie allein
tut es eben nicht, sie kann nur als das Zeichen einer
sehnsucht gelten nach etwas, das heute noch als ein Unbewufßztes
in den Menschenseelen lebt und das uns zu
diner Hoffnung werden kann. Wir sSprechen von einem
allgemeinen Aufbau. Wir köhnten es auch ein Erwachen
der Menschheit nennen. ln dieses Erwachen aber mussen
vir miteinbeschliefzen, was uns in der Hinneigunꝗq zu den
alten Meistern als Mahnunꝗq erscheinen darf, eine Mehnunꝗq
der Farbe an unsere Zeit. Zu einer recht nachdrücklichen
fForderunq must; uns die Fraqe werden: Wie
ↄrleben wir wieder den Sinn und die Bedeutung der
farbe? Wie dringen wir wieder in ihr Wesenhaftes ein?
Manches, was zur Beantwortunq dienen kann, wurde in
den Ausführungen über „Stadtbild und Einzelhaus“ in der
orm kurz gefattter Ergebnisse erwähnt, wie es eben der
eweilige Aspekt nötig machte. Es soll im Ruckblick darauf
och kurz hinꝗgewiesen werden auf die grundsöätzlichen
Interschiede, wie sie sich als farbeindruck erqeben,
venn man das kinzelhaus von autzen, dann von innen auf
sich wirken läftt. Bei Betrachtunq einer Autzenwand haben
vir die Einwirkung einer Farbe in einem Geégenübersteen,
beim Zimmer, dem lnnenraum, sind wir von ihr umgeben,
und damit in einem viel gröfzeren Mohze ihren
Nirkunꝗgen ausqesetèt. Ffür beide fFölle aber gilt, dafß, wenn
vir zu einem Farberlebnis Kommen wollen, wir uns das
aneignen müssen, was man ein Hinꝗgegebensein nennen
ann, ein verweilen, ein Ruhen in der farbe. Das ist für
Besprechunqen
AliScftadisanierunꝗq nicht FIIckvuerk, sondern Umbau!
n dem soeben erschienenen Heff 9 der Zeitschrift, Siedlunꝗ
und Wirischaffꝰ (Orqan des Deuischen Siedlunꝗsswerkes)
vendet sich Wilhelm Heilig in einem Aufsatz „Der Umbau
der Grot;stadt, ein sozioloꝗqisches Problem' daꝗegen,
die Alissftadtisonierunꝗq als eine notdürffige Beseifigunq von
Manqgeln des Verkehrs und der Hygiene anzusehen. Es handle
sich vielmehr darum, die Grossfadt durch qrüundlichen
ns so tempofreudige Menschen nicht immer so einfach.
dichard Waqner hat für diese Seelenhaltung des Verweioↄns
das schöne Wort: „ln der Betrachtunq ganz verloren.
fan mutß diesen Ausspruch nur tief genug nehmen. Es
sibt wirklich keinen apdern Weꝗg, um z0 dem gewünschen
Erfolꝗ zu kommen, als eben dieses Hinꝗgegebensein.
Ind je mehr uns dieses Verlorensein in der Betrachtunꝗ
jelinꝗt, je gröher unsere Hingabe sein kann, umso nachaltiger
und umfassender wird sich für uns das Erlebnis
ler farbe gestalten, umsomehr vermaꝗ sie uns ihre Ge—
eimnisse zu enthüllen. Wir leben dann in dem Farbenlemente
drinnen, halten, wenn wir so ssgen dürfen,
Zwiesprache“ mit ihm. Aber auch sonst neiꝗt unsere
leit nicht zu solcher Hingabe. Man ist, im ernsten Sinn
sesprochen, zu gescheit ꝗgeworden, stellt vor alles den
atellekt, auch vor dieses Sichverlieren in der Betrachtunqꝗ.
ieser lntellekt lätzt 50, wie er meistens gebraucht wird,
u keiner inneren Sammlunq kommen. Man haöt für alles
ein Schlaꝗwort, findet die Dinꝗe flüchtiq „interessant“,
at „keine Zeit“ usw. Und wo mon sich wirklich zu etwas
'eit nimmt, weitz man womöglich alles viel besser. Man
st nicht geneiꝗt, sich etvas vom Nebenmenschen sagen
u lassen, geschweige denn von einer farbe. Wir mũüssen
TZukunft also wieder etwas bescheidener werden, insoeↄrn
uns daran lieꝗt, dies und jenes unserem Erleben einufũüqen.
Auf alle fFälle bleibt es oberster Grundsatʒ: Soll
nair die fFarbe etwas von ihren Geheimnissen offenbaren,
nuß ich mich mit meiner ganzen Seele an sie hingeben.
Aan könnte fragen: Aber wo bleibt das, was wir unseren
reien Willen nennen? Wo bleibt er bei diesem „Sicherlieren“?
lst dann noch ein Unterschied zwischen dem
aturhingegebenen Menschen der alten Zeit, für den das
arberlebnis ja auch die Selbstentäutzerung bedeutete?
Nir könpnen sagen: Ja, es ist ein Unterschied und zwar
ꝛin ganz bedeutender. Denn diese Hingabe der damoslijen
Menschheit, dieses Hineintauchenköhnen in das, was
trlebnpis der Farbe gab, war eine Gabe, ein Geschenk der
⸗ʒötter. Heute aber mufts die föhiꝗkeit einer Hinqgabe,
ines Sichverlierenkönnens an ein anderes errungen wer-—
ebensqebieten, so wird auch hier gelten müssen: Wer
ich nicht zu etwas schulen und erziehen will, mutz eben
len Resultaten ferne bleiben. Wo wir aber mit einem
ꝛrneuten farberleben ernst machen, da wird sich uns das
iefe MWort erfüllen: „Ner da hat, dem wird geqfgeben,
lat er die Fülle habe“. Der Reichtum eines farbwissens,
vie es die Alten hatten, wird sich uns wieder erschliefzen,
ber in einer Bewuttztheit des Denkens, wie es die Alten
icht haben konnten und in einer Hinqabe, die zuꝗdleich
reier Menschenwille ist. Verwoben werden wir uns wieler
fühlen dem, was als fFarbwelt sich um uns ausbreitet.
/ erstehen lernen werden wir GSoethes Wort: „MWas innen
st, ist autzen“. Missen werden wir, wo die Glocken hänjen,
nach deren Klang die Suchenden hinlauschen. Denn
ꝛin Schöpferisches wird sich uns in der farbe offenbaren
ind erleben werden wir in diesem Schöpferischen Goehes
herrlichen Ausspruch: „ks ist die kigenschaft des
Zeistes, dafz er ewiq den Geist anreqt“.
Imbau lebensfahiꝗ zu erhalten. Was bisher in Berlin, frankurt,
Braunschweiq, Hamburꝗq und anderen Städien in dieser
diduunꝗ gefan wurde, sei flidewerk, ohne Rũcksicht auf einen
ʒeneralumbauplan. Es qehe nicht an, in der fraꝗe der Alttfadisanierung
Zuꝗgesfandnisss über Zuꝗesfäandnisse 20
nachen, weahrend sich täqlich die Verkehrsunfslle der Zuahme
der Motsorisierung entsprechend mehren. Die
chwieriꝗkeifen der finanzierunꝗ duürffen nicht unũuberwindch
sein, wenn die an der Lösunꝗ dieser fraqe neben dem
zfaaf zunöchstbefeiliꝗgfer Unfernehmunqgen, an erster Stelle
sie Versicherunꝗsinsfifufte, sich damitf befassen wollten.