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bewegt, und wie man gleich einer Kaße um den heißen Brei herumtanzt,
mit dem sie nichts anfangen kann. E38 klingt lächerlich: Die Nordländer
haben keine übelrie<hende Ausdünstung (als ob bloß diese ein
Charakterisiikum der Rasse wäre!) und vollends keine spezifische (wird
noch besonders hervorgehoben !), aber doch haucht jeder Mens< einen gewissen
Geruch aus (wenn auch schwach), und vann ist er bei jedem Jndividuum
verschieden (ist das nicht spezifisch ?!), aber der AusSdünstungsgeruch
der Südländer nähert sich dem, was man spezifisch nennt (welcher
ist venn der eigentlich spezifische ?), und der soll noch ammoniakalisch und --bei
allen gleich sein!? Die Erklärung für den spezifischen Ausdünstung3-geruch
, die dort gegeben wird, ist ein Meisterstü> unserer heutigen Physiologie,
sie lautet :)
„Daß dieser Geruch von der Hautbeschaffenheit herrühre,
scheint ziemlich erwiesen zu sein. Alle diej'nigen Völker, deren Ausdünstung
so ungemein stark und so übelriechend ist, haben eine überaus weiche,
sammetartige Haut. Unter vem Mikroskop, allenfalls auch einem guten
Auge, erscheint die Haut des Negers entseßlich grob, und man ist, falls
man unbekannt sän sollte mit der Thatsache, im höchsten Grade verwunvert;
eben diese Haut so außerordentlich weich für das Gefühl zu finden.
Tro>en und rauh fühlt sich die Haut an bei den in nördlichen Ländern
wohnenden Rassen, weich und sammetartig bei denjenigen südlicher, namentlich
bei Negern und Polynesiern.“
„Sammetartig ist ein vollständig passender Ausdru> dafür, und das
Gefühl, das die Hand bei der Berührung einer solchen Haut empfindet,
soll der Grund sein, welher Europäer dahin bringt, den, wie es scheint,
natürlichen Abscheu gegen Negerinnen zu überwinden.“
„Die Hautvrüsen der Neger sind besonders stark entwickelt, ihre
Ausdünstung erzeugt den ungewöhnlich scharfen Geruch.“ --.
(Vedi Napoli et muori! Es ist erstaunlich! Zu folhen Verirrungen
in „wissenschaftlichen“ Deduktionen kann man eben nur dann gelangen,
wenn das Grundglied in der Anthropologie fehlt. Ginsender.)
(Schluß folgt.)
Aus Briefen von Wollenen.
„Indem ich Jhnen für die freundliche Sendung besten3 danke, drängt
es mich zugleich, Ihnen von einem Krankheit3falle Mitteilung zu machen,
der mir im November des vergangenen Jahres in der Wolle begegnet ist.
Aber ich gebe der Wolle nicht schuld, muß vielmehr folgendes bemerken.
In der Wolle bin ich seit 1883; anfänglich ging ich ganz normal,
trug auch den zweireihigen Ro> und wollene Kragen. Dftern 1885 wurde
ich Probekandidat an einem Realgymnasium und legte, um nicht aufzufallen
, einen einreihigen Ro> an, behielt aber die wollenen Kragen bei,
'da Jie noch neu waren. Ostern 1886--1887 war ich Soldat. I< trug
als solcher stets eine wollene Hemdhofe, ließ aber das leinene Futter in
den RöFen 2c. Um den Hals trug ich eine wollene Normalbinde.
Als ich dann Ostern 1887 wieder als wissenschaftlicher Hilfslehrer
(oder vielmehr Hospitant, denn bezahlte Hilfslehrerstellen giebt es hier
schon gar nicht mehr, auch gegenwärtig warte ichwvergeblich auf Anstellung)
in ein Realgymnasium eintrat, trug ich abermals den Noxrmal-Einreiher,
konnte aber die wollenen Kragen nicht mehr benußen, da sie vergraut