In diesem Zusammenhang sei auch auf die
Reinigungs- und Wiederherstellunes?rbeiten an Werksteinen
hingewiesen. Solche Arbeiten erfordern größte Vorsicht und Sachkenntnis, besonders
bei Gebäuden, die der Denkmalpflege unterstellt sind. Das Bestreichen
mit Ölfarbe ist eine Rohheit, die erstens nicht zum Erfolg führt und später sehr
schwer und nur mit erheblichem Kostenaufwand wieder zu beseitigen ist.
Die Reinigung mit Sandstrahlgebläse ist in der Regel’abzulehnen, weil dadurch
die Struktur der Flächenbearbeitung verloren geht, dies gilt besonders für Bildhauerarbeiten,
die dadurch ihren künstlerischen Wert verlieren.
Die Behandlung mit Säuren ist noch verwerlflicher.
Für Reinigungs- und Imprägnierungsarbeiten ist unbedingt ein erfahrener Fach:
mann zu Rate zu ziehen. Es gibt heute zuverlässige, patentierte Reinigungsver
fahren, mit denen eine gefahrlose Beseitigung der Witterungsschäden und her.
nach eine brauchbare, nicht störende Imprägnierung der Steinfläche erreicht wird
Für die Behandlung alter Bau- und Kunstdenkmäler aus Stein geben die Merkblätter
des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege wertvolle Hinweise:
Grabplatten oder Inschrifttafeln, die in den Wänden eingelassen werden, sind
durch Isolierschichten (Teerpappebelag) zu sichern. Für alles Steinwerk, das mit
der Mauer wieder in direkte Beziehung oder Verbindung gebracht wird,
empfiehlt es sich, zwischen Mauerwerk bezw. der Isolierschicht und dem Stein
ainen Hohlraum von einigen Zentimetern zu schaffen. Zur Erzielung der notwendigen
Luftzirkulation sind unauffällige schligartige Öffnungen im Mauerwerk
am unteren und oberen Teil eines solchen eingemauerten Steines anzubringen.
Die Ventilationsöffnungen werden am besten dadurch erzielt, daß
man beim Einmauern der Stücke oben und unten Linoleumstreifen beilegt und
diese nach dem Antrocknen des Mörtels vorsichtig herauszieht.
Feuchte Steine müssen zunächst langsam austrocknen, Zur Verwitterung neigende
Stücke dürfen selbstverständlich nur in Innenräumen aufgestellt werden. Poröse
und sich leicht lösende Oberflächen sind nach einwandfreiem Austrocknen des
Steines mit einer dünnen Lösung aus selbstgemachten Kasein, bestehend aus
10 Teilen Topfen und 1 Teil Kalk, entsprechend verdünnt mit Regenwasser oder
destilliertem Wasser, wiederholt, d.h. bis zu ihrer sachgemäßen Erhärtung, zu
;ränken. Das Konservierungsmittel — Kasein — darf nur dann auf den Stein
gegeben werden, wenn dieser sich nach dem Anfeuchten mit dem destillierten
Wasser in halbtrockenem Zustand befindet, weil sonst das Konservierungsmittel
nicht genügend in den Stein eindringen kann. Das Fluatisieren soll wegen
der gefährlichen Schalenbildung nicht angewendet werden. Mit säurefreiem,
heißem Leinöl wären nur Marmorsorten zu behandeln, eine glänzende Oberfläche
darf dadurch selbstverständlich nicht entstehen. Bei Stücken, die im Freien
aufgestellt werden müssen, ist das Tränken von Zeit’zu Zeit zu wiederholen.
Alle Steinarten, die mit dem Erdboden in unmittelbare Berührung kommen,
müssen durch Blei- oder Teerpappebelag isoliert werden, auch wenn der Boden
scheinbar trocken ist.
Alte abgebrochene und vorhandene Stücke sind mit Bronzedübel zu befestigen
und entsprechend anzukitten. Eisen darf für Dübel wegen seiner Rostbildung
und der damit verbundenen Sprenqwirkung nicht verwendet werden.
\ionatsschritt „Baupiatti und Werkstatt" 234. Jahroana Nr. 3. Stuttcart März
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