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Gefäße für Bierbrauereien und Branntweinbrennereien.
Die bereits seit mehreren Jahren vielfach angestellten
Versuche, die in Bierbrauereien und Branntweinbrennereien
ıngewendeten gröfseren hölzernen Gefäße durch Cement-Quell-
und
In der Wagner’schen Bierbrauerei in Berlin sind seit
mehreren Jahren Quell-Bottiche von Cement in Gebrauch,
lie sich vortrefflich bewährt haben.
Fig. 23.
Grundrifs.
Fig. 24.
Durchschnitt nach ab.
Fig. 25.
Detail der Wandunz
Vorstehende Fig. 23 zeigt den Grundrifs eines solchen
Juell-Bottichs und Fig. 24 den Durchschnitt nach der Linie ab.
Der Bottich hat im Lichten eine Länge von 16} Fufs, eine
Breite von 10 Fufs und eine Höhe von 5 Fufs. Die äufseren
Wandungen sind 6? Zoll stark, innerhalb aus Platten von
Jachziegeln und Portland-Cement in der Werkstatt zuvor gefertigt,
zusammengesetzt, und äufserlich eine Schicht von Mauerziegeln
auf hoher Kante dagegen cementirt, wie dies aus dem
Durchschnitte Fig. 1 S.70 und aus Fig. 25 näher zu ersehen ist.
[n gleicher Weise ist die 6} Zoll starke Scheidewand des Bottichs
construirt. An den Mauern des Gebäudes sind die Wandungen
31 Zoll stark, aus Platten von Dachsteinen und Cement
gebildet und gegen das Ziegelmauerwerk gut cementirt. Der
Boden des Gefäfses besteht aus gleichen Platten, die auf dem
zuvor abgeglichenen und abgepflasterten Gewölbe in Cement
verlegt sind.
Behälter zu ersetzen, sind von glücklichem Erfolge gewesen.
iberdem gewähren letztere auch bei ihrer unvergleichlich
zröfseren Dauer eine erhebliche Kostenersparnifs,
Gähr-Bottiche.
Zur Darstellung der Wandungen nahm man 1 Theil Portland-Cement
und 2 Theile Sand, zu dem äufseren und inneren
sauber geglätteten Abputz 1 Theil Cement und 1 Theil Sand.
Alle Ecken des Bottichs sind innerhalb abgestumpft und
haben dadurch eine Verstärkung erhalten. Der Boden hat
nach den Abflufs-Oeffnungen zu eine geringe Senkung durch
Cement- Putz.
Der ganze Bottich enthält 800 Cubikfuls oder — 1 Cubikfußs
= 27 Quart — 21,600 Quart.
Der Quadratfufs Bottich wurde an Arbeitslohn und Material
mit 20 Sgr. bezahlt.
Der Quell-Bottich ist durch den Kunststeingießserei-Besitzer
Herrn Czarnikow in Berlin ganz vorzüglich ausgeführt
und hat sich nach jahrelangem, steten Gebrauch als
vollkommen gut und dauerhaft bewährt. -
Derartige Bottiche von Cement sind seit Jahren in vielen
Bierbrauereien in Berlin, sowie an anderen Orten, in Gebrauch.
So sind in der Ehmann’schen Bierbrauerei in Cöln bereits
im Jahre 1851 6 Gähr-Bottiche von 60, resp. 120 Ohm
[nhalt von Cement gefertigt, die sich bisher vollkommen bewährten.
Auch heifser Bierwürze hat der Portland-Cement vortrefflich
und nachhaltig widerstanden.
Die Stärke der Wandungen der Quell-Bottiche von Cement
ist abhängig von der Höhe derselben. Diese ist gewöhnlich
3—5 Fufs. Bei einer Höhe von 3—4 Fuls genügt
sine Wandstärke von 6 Zoll, bei einer Höhe von 5 Fulfs eine
Stärke von 61— 63 Zoll. Bei einer gröfseren Höhe ist eine
angemessene Verstärkung der Wandungen und der Ecken
aothwendig, da nach den gemachten Erfahrungen der durch
las Wachsen der Gerste auf die Seitenwandungen ausgeübte
Druck diese auseinander sprengen würde.
Die Wandungen dieser Bottiche lassen sich in verschielener
Weise construiren, entweder mit Platten und dagegen
;ementirten Mauerziegeln auf hoher Kante, wie vorbeschrieben
ınd Fig. 1 Seite 70 veranschaulicht, oder allein von Maueräjegeln
auf flacher Seite nach Fig. 3, 4 u. 5 Bl. 14, oder von
zwei Mauerziegelschichten auf hoher Kante im Verbande nach
Vig. 1 u. 2 Bl. 14, wobei sich in beiden Fällen Verstärkungen
ler Wandungen durch eine oder zwei Dachziegellagen im Verjande
leicht herstellen lassen, oder aber mit Cement-Beton nach
Fig. 7 u. 8 Bl. 14, oder nach Fig. 1 bis 5 Bl. 16.
Je mehr verticale Cementfugen man in der Wandstärke
ei Verwendung von Mauer- und Dachziegeln erhält, um so
lichter und fester wird. das Gefäfs werden. Denn nicht die
Steine als Füllmaterial, sondern der Cement giebt dem Ganzen
lie Dichtheit und Festigkeit. Zur Bildung der Wandungen
ılmmt man 1 Theil Portland-Cement und 2 Theile Sand, zum
hneren und äufseren 1 bis 2 Zoll starken geglätteten Putz
| Theil Cement und 1 Theil Sand.