Volltext : Practische Anleitung zur Anwendung der Cemente zu baulichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen und Kunst-Gegenständen

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Müll- und Asche- Behälter.

Bei Wohngebäuden müssen diese Behälter in Berlin, nach
der Bau-Polizei-Ordnung vom 21. April 1853, feuersicher hergestellt
 werden.
Sie sind seitdem in sehr grofser Anzahl auf Privat- und
öffentlichen Grundstücken in verschiedener Form und Größe
von Mauer- oder Dachziegeln, oder in Verbindung beider Materialien
 mit Cement, je nach der Gröfse nach Fig. 2, 3 u. 5
Bl. 13 und Fig. 1 u. 2 Bl. 14 construirt worden. Die Art und
Weise der Construetion ist auf Seite 70 ff. näher beschrieben.

Für Müll und trockene Abgänge sind die Behälter unbedeckt,
nach Fig. 4 Bl. 13, und für Asche aus den Feuerungen bedeckt,
 nach Fig. 6 u. 7 Bl. 13, ausgeführt. Gewöhnlich werden
 bedeckte Behälter zugleich für Müll und Asche benutzt.
Diese Behälter sind von grofser Dauer und entsprechen vollkommen
 ihrem Zweck.
Die Kosten dieser Müll- und Asche - Behälter sind auf
Seite 73 angegeben.

Badewannen.

Aufser den Materialien, als Holz, gebrannter Thon, Zink
und Kupfer, woraus Badewannen zumeist hergestellt werden,
gewähren auch die aus Cement gemauerten Badewannen, insbesondere
 in Krankenhäusern, manche Vortheile. Sie sind ohne
Schwierigkeit stets sauber und reinlich zu erhalten, bedürfen
 keiner Reparatur, werden durch Schwefel- und Salzbäder
nicht angegriffen und stehen steinernen Wannen aus anderem
Material an Schönheit und Eleganz nicht nach und zeichnen
sich auch im Vergleich mit diesen durch Billigkeit aus.

Nachstehende Zeichnungen stellen die Construction einer
aus Cement- Mörtel und Ziegelsteinen gemauerten Badewanne,
Fig. 29 in der Ansicht, Fig. 30 im Grundrifs und Fig. 831 im
Längendurchschnitte dar, wie solche mehrfach im städtischen

Fio. 29
35a)

Fig. 30.
Grundrifs.

A,
EC

Fig. 31.
uängendurchschnitt

2 6 9
ala)

allgemeinen Krankenhause in München ausgeführt worden
und die sich sehr gut bewähren *).
Der Boden und die Wandungen der Badewanne sind mit
gut gebrannten Ziegelsteinen in Cement gemauert. Nach Herstellung
 des Mauerwerks wurden sämmtliche Flächen mit Cement
 geputzt und sauber geglättet.
Zur Füllung der Badewanne dienen die beiden Hähne a,
Fig. 31, für warmes und kaltes Wasser. Zum Abflufs des Wassers
 ist im Boden, ein Auslauf db mit einem Hahne angebracht;
durch Oeffnen dieses Hahnes wird das Wasser von dem kleinen
 Canal e in den Haupt-Abzugscanal geleitet.
Die Abmessungen dieser Badewanne sind mittelst des
Maafsstabes unter den Zeichnungen zu entnehmen.
Eine derartige mit Cement gemauerte Badewanne kostete:
Für 200 Ziegelsteine & 100 1 Fl. 36 Kr. . 3 Fl. 12 Kr.
„ 8 Metzen Cement 4 1FlL.. . 2.0.0.0 8)» —
„ 1 Fuhre Sand . 2 0.0.0.0.0.0.0. — „ 86,
1 Metze Putzsand .......— >, 244,
Arbeitslohn . 0. .00.000.00000004040 10% —
Summa 22 Fl. 12 Kr.
In dem allgemeinen Krankenhause in München sind auch
die aus Ziegelsteinen und Cement gemauerten Badewannen,
inwendig mit weifs glasirten Thonfliesen ausgelegt, die besonders
 durch Reinlichkeit und Eleganz sich auszeichnen.
In der Kunststeingielserei des Herrn Czarnikow in Berlin
 sind viele dergleichen Badewannen für Bade- Anstalten in
und aufserhalb Berlin gefertigt worden, die sich durch vortreffliche
 Bearbeitung empfehlen. Diese Badewannen sind
zumeist von Dachziegeln und Portland-Cement nach Fig, 3
Bl. 13 hergestellt und mit diesem Cement äufserlich und innerlich
 geputzt und geglättet.
Nicht auf Untermauerung festgemauerte, also transpor-;able
 Badewannen, werden in den Wänden und Boden, wie
auf Seite 71 beschrieben, construirt.
Eine feingeschliffene Badewanne, nach Fig. 9 u. 10 Bl. 15,
von 5 Fufs 5 Zoll und 2 Fufs 5 Zoll Durchmesser und 2 Fufs
Höhe mit 24 Zoll starken Wandungen, kostet 15—18 Thlr., und
eine mit nach Aufsen gebogenen Seitenwänden gefertigte, nach
Fig. 29 bis 31, und sauber polirte Badewanne 20—25 Thlr. Eine
aus gebranntem Thon dargestellte Badewanne, inwendig glasirt,
kostet in der Thonwaaren-Fabrik des Herrn March bei Charlottenburg
 30 Thlr. Eine aus starkem Kupfer kostet 75 Thlr.
*) Kunst- und Gewerbeblatt für das Königreich Baiern. Bd. 33. 1855. S. 83.
            
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