Volltext : Natürlich bauen = Natural building (IL27, 1981)

KRITIK VON J.G. HELMCKE
zum Beitrag von Werner Petri "Radiästhetische
Jntersuchungen - ein Beitrag natürlich zu bauen?"

Die Ausführungen über das angebliche Ansprechen von
WNünschelrutengängern auf verborgene Wasseradern
blieben während des Symposiums von naturwissenschafi-‚icher
 Seite nicht unwidersprochen. Die Zweifel an
dieser Methode werden durch folgende Tatsachen bestärkt:

- Die Wünschelrutengänger bleiben von den stark
ströämenden Wassermassen der Flüsse und Brandungswelen
 der Meere unbeeinflußt.
- Sie nehmen das natürliche Magnetfeld der Erde nicht
wahr, auf das sich jede einfache Magnetnadel einstellt.

- Sie müssen in physikalischen Laboratorien, in denen
mit hohen magnetischen Kraftfeldern gearbeitet wird
‚ebenso wie jeder Nicht-Wünschelrutengänger) erst
durch Warnschilder hierauf hingewiesen werden, um
z.B. anfällige Uhren vorher abzulegen.
- Sie empfinden nicht die elektromagnetischen Wellen,
die von Rundfunk- und Fernsehstationen ausgestrahlt
werden, die jedoch jeder einfache Radioapparat auf-‘ängt.

Sie registrieren nicht die energiereiche kosmische
{orpuskularstrahlung, die alle Objekte der Erdoberflache
 durchschlagt und sogar mehr als 100 m in die
Erdrinde eindringt.
- Sie bemerken nicht die energiereiche Wellenstrahlung,
 zB. Réntgenstrahlen, die iedes Photomaterial
'belichten".
- Womit ist es zu erklären, daß die Wünschelrutengängerei
 nur in dem germanischen Bereich ausgeübt wurde,
wo man fast überall auf Grundwasser stößt, aber daß
sie bei allen außergermanischen Naturvölkern und alten
 Kulturen unbekannt ist?
- Warum konnte bisher noch kein "Meß gerät mit Wünschelrutenfuktion"
 konstruiert werden, obwohl seit
Jahrhunderten daran gearbeitet und immer wieder die
Fertigstellung eines beiriebssicheren Gerätes für die
nächsten zwei, drei Jahre angekündigt wird?
Sollten die Wünschelrutengänger behaupten, daß die
"Erdstrahlen" , auf die sie angeblich ansprechen, bisner
 physikalisch noch nicht nachweisbar seien, dann
ist es widersprüchlich, daß diese Personen von stark
strömendem Wasser (Flüsse usw.) nicht beeinträchtigt
werden.
Sollte es sich jedoch, wie Wünschelrutengänger behaupten,
 um physikalisch nachweisbare Strahlen hanjeln,
 dann bleibt es ebenso unverständlich, warum man

nicht entsprechende bereits vorhandene Höchstleistungs-Jeräte
 einsetzt.
Als Wünschelrute können Astgabeln gewisser Bäume
>der Sträucher benutzt werden; auch entsprechend ge-5ogene
 Drähte sollen die gleiche Funktion ausüben
<önnen,
Nenn bereits mit so primitiven Hilfsmitteln ein angeblicher
 Erfolg erzielt wird, dann müßten Geräte von
1öchster Empfindlichkeit logischerweise noch besser
geeignet sein, wenn sie ein Wünschelrutengänger bedient,
 Man unterschätze bei Wünschelrutengängern
nicht die unbewußte Berücksichtigung von Landschaftskriterien,
 die nichts mit "Erdstrahlen" zu tun haben,
Geologen setzen derartige Kriterien bewußt ein und
‘inden ebenfalls Wasser.

selben Gebiet erarbeiteten Bohrpunkten verglichen
werden. Die Dokumentation kann von Herrn Helmcke
eingesehen werden.
Fehlende Forschungsmittel und geringes Interesse in
wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen
haben bisher die gezielte Entwicklung von "Mefigeräten
 mit Wünschelrutenfunktion" gehemmt, Private
Initiative hat es jedoch vermocht, daß im Oktober
diesen Jahres auf einem Symposium in Schloß Elmau
über neue Meßtechniken mittels UHF-Radiometern
informiert werden wird,
Literaturangaben, die sorgfältiger zusammengestellt
sind als die bei Prokop/Wimmer, sind u.a. zu finden
bei Klinkowstrsm/Maltzahn: Handbuch zur Wiinschel
rute, 1932, Christofer Bird: Divining, Mac Donald
and Jane's, London, 1979,
Konstruktive Kritik ist erwünscht und dient der Entwicklung.
 Die Forschung würde jedoch stärker ge-Fördert
 werden können, wenn besonders Biologen
sich der Radiästhesie nicht verschließen, sondern
sich diesen interessanten Aufgaben zuwenden und
aus ihrem Wissensgebiet Beiträge zur Klärung des
noch Unerforschten leisten würden, Sie sind eingeladen
 mitzuarbeiten, dem Menschen nicht nur fortschrittliche,
 sondern auch natürliche und gesunde
Behausungen zu schaffen.

5

A

7

STELLUNGNAHME VON WERNER PETRI
zur vorstehenden Kritik von J.-G. Helmcke

Da der zur Verfügung stehende Platz zur Beantwortung
der Kritik im einzelnen knapp bemessen ist, seien mir
einige allgemeine Bemerkungen gestattet:
|. Der Kritiker sei daran erinnert, daß es sich bei dem
Vortrag um einen ersten Werkstattbericht handelt,
der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erfüllen
kann. Das Bemühen der Arbeitsgruppe geht dahin,
einen Phänomenbereich, der noch weitgehend uner-‘orscht
 und noch den " Grenzwissenschaften" zugeordnet
 wird, aber fur das Planen und Bauen entscheidende
 Konsequenzen und fur die Gesundheit des
Menschen bedeutende Auswirkungen haben kann, zu
untersuchen, um fundierte wissenschaftliche Ergebnisse
 zu erarbeiten,
Mit dem vorgetragenen Bericht ist ein Anfang gemacht,
 der vielfältige Wege eröffnet. Lassen Sie es
gelten, daß damit noch Fragen offen sind.
Bezüglich der Bemerkung über den Empfang elektromagnetischer
 Wellen, die von Rundfunk- und Fernsehstationen
 ausgestrahlt werden, wird Herr Helmcke
eingeladen, sich persönlich davon zu überzeugen,
daß Versuchspersonen (Rutengänger) nach kurzer Einweisung
 im doppelten Blindversuch auf die von einem
 einfachen Fernsehhoszillator abgestrahlten elek-'romagnetischen
 Wellen reagieren.
Zum angesprochenen Thema der Wassersuche wird
darauf hingewiesen, daß zahlreiche Untersuchungsergebnisse
 vorliegen. Hieraus können u.a. die von
Geologen und Hydrogeologen ermittelten Bohransätze
 mit den von qut ausgebildeten Rutenaängern im

3

dm

Darstellung des WUnschelrutengehens im Mittelalter nach Georg
Agricola: Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen (1556). Aufsuchen
 von Ergänzungen mit Hilfe der Wünschelrute (A) in der Nähe
von Schurfgrdben (B) aus Lit. (1)

Illustration of divining rod procedure in the Middle Ages, by Georg Agricola
Twelve books of mining and metallurgy (1556). Prospecting with the aid of a
divining rod (A) in the neighbourhood of mineral trenches (8) from Rib! 1

»  mMoaN
            
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