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Mitteilungen.
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halten bei Flugfeuer von außen. Ein Knäuel Putzwolle
collt brennend an der Dachfläche herab. Das normale
Lehmschindeldach wird zwar entzündet, es brennt aber
aur langsam schwelend auf der oberen Strohfläche ohne
helle Flammenbildung und ohne Entwicklung von Flugfeuer,
Die verkohlte Oberfläche kann schließlich herantergeharkt
werden. Dabei zeigt sich, daß die darunter
liegende Lehmschicht der Schindeln unversehrt geblieben
‚st, auch ist im Innern des Daches keinerlei Zerstörung
wahrzunehmen. Das imprägnierte Lebmschindeldach vernält
sich insofern noch etwas günstiger, als hier die Entzündung
erst nach dem Aufliegen des brennenden Balles
von einer Minute Dauer erfolgte. Im Gegensatz dazu
steht das Strohdach, dessen Versuchsstück in zwei
Minuten mit hellen Flammen restlos verbrannt ist bei so
starker Flugfeuerbildung, daß ganze Fetzen brennenden
Strohes hoch in die Luft fliegen. Das Pappdach zeigt
sich nur insofern günstiger als das Lehmschindeldach,
als es schwerer zu entzünden ist. Ist indessen die Obernaut
einmal in Brand geraten, dann verhält es sich sozar
noch ungünstiger als das Lehmschindeldach, da die
Pappe auf brennbarer Holzschalung liegt, während beim
Lehmschindeldach die Lehmdecke der Schindeln dem
Feuer Widerstand leistet. - Zusammenfassend kann also
zu den Versuchen mit Flugfeuer von außen gesagt
werden: Das Lehmschindeldach ist dem Strohdach bei
weitem überlegen, dem Pappdach gegenüber steht es
zwar in bezug auf die Aufnahmefähigkeit von Feuer
nach, in der Auswirkung des Feuers aber ist es widerstandsfähiger
als das Pappdach.
Zur Erzeugung des Innenfeuers wurde in jedes
Brandhaus ı cbm Kiefernscheitholz gleichmäßig eingesetzt
und entzündet, Das Strohdach wird schon nach
11/. Minuten von den Flammen durchbrochen, wobei sich
starkes Flugfeuer entwickelt. Nach 4 Minuten steht nur
noch das nackte Gespärre da. Beim Lehmschindeldach
wurden durch die aus dem Hausinnern herausschlagenden
Stichflammen zuerst die Windfedern und Traufbretter
„ntzündet, wonach alsdann das Feuer außen herum an
lie obere Strohschicht geleitet wurde. Sie begann nach
‚4 Minuten Gesamtzeit zu brennen. Beim Pappdach
arechen schon nach ı2 Minuten, also früher, die Flammen
lurch die Dachfläche. Beim Ziegeldach fällt nach
3 Minuten der erste Ziegel ab, nach weiteren 3 Minuten
rennen die Sparrenköpfe an der Traufe. Bis die ganze
Dachfläche von den Flammen erfaßt ist, dauert beim
Pappdach 14, beim Lehmschindeldach ı5 Minuten. Ein
Durchschlagen der Flammen durch die Dachhaut wird
Jeim Pappdach nach ı2, beim Ziegeldach nach 16, beim
i,ehmschindeldach erst nach zı Minuten beobachtet. Bei
innenfeuer zeigt sich also das Lehmschindeldach widerstandstähiger
als das Pappdach und in bezug auf Ernaltung
einer dichten Dachhaut günstiger selbst noch als
das Ziegeldach.
Die umfangreiche Brandprobe hat also den Beweis
ür den hohen Grad der Feuersicherheit des Lehmschindeldaches
erbracht. Im Anschluß an den Versuch
fand am 14. April im Wohlfahrtsministerium eine Besprechung
mit den Vertretern der Feuerversicherungsverbände
statt, in deren Verlauf dann auch dem Lehmschindeldache
cine günstigere Bewertung zugestanden
wurde. Erfreulicherweise zeigten sich die Feuerversiche-:ungsgesellschaften
bereit, die Prämiensätze für ländliche
Gebäude mit solchen Dächern wesentlich niedriger als
‚ür solche mit weicher Bedachung zu bemessen, Da
sich hiermit zugleich die Beleihungsfähigkeit dieser Gebäude
erhöht, ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbreitung
des in heutiger Zeit rolkswirtschaftlich bedeut-;amen
Lehmschindeldaches zu verzeichnen.
Reg.-Bmstr. G. Müller.
zebäude. Diese Sicdlungsaufgabe — denn um eine solche
handelt es sich auch hier -— weicht von den üblichen
Anlagen insofern ab, als hier einzelne kleine Baugruppen
ıuf einer lang ausgedehnten Sirecke verteilt werden
nüssen. Für Schlesien allein handelt es sich dabei, wie
zegierungsbaurat Borowski im 6. Heft der „Mitteilungen
jes Schlesischen Bundes für Heimatschutz“ berichtet, um
zine Strecke von 250 km Länge. Da die Bauvorhaben
nit größter Schnelligkeit fertiggestellt werden mußten,
'o bot die rechtzeitige Beschaffung der Baustoffe und beonders
die Organisation der Bauleitung erhebliche
Schwierigkeiten, Es lag der ausführenden Behörde, der
3Zauabteilung II des Landesfinanzamts Breslau, Abteilung
keichsschatzverwaltung, ferner ob, das Gebot äußerster
jparsamkeit im Hinblick auf die traurige Finanzlage des
Reichs mit den ästhetischen Forderungen dieser Bauaufsabe
in Einklang zu bringen. Hier war die Gelegenheit
zeboten, die Neubauten im Sinne eines praktischen, tatzräftigen
Heimatschutzes dem Charakter der Gegend an-‘upassen
und dem’ Rahmen des Bestehenden harmonisch
inzufügen. Es wurde daher angestrebt, die Gebäude in
ler Einfachheit ländlicher Bauweisen bei Vermeidung
yesonders betonter Bauglieder und Schmuckformen ausuführen.
Vieles hätte natürlich noch glücklicher gelöst
verden können. Leider ließ die gebotene Eile, mit deı
lie organisatorischen und technischen, besonders die verzehrstechnischen
Fragen bewältigt werden mußten, zu
rründlicher Durchformung und Vertiefung keine Zeit.
[e nach den örtlichen Verhältnissen und den Beschaffungsnöglichkeiten
der Baustoffe sind sie als massive, geputzte
»>der ungeputzte Ziegelbauten, als Holzbauten oder in hevährten
Ersatzbauweisen ausgef{ührt.
Zur Mitarbeit an der Aufgabe wurden, wohl zum
»rsten Male in solchem Umfange von seiten einer staatichen‘
Behörde, Privatarchitekten herangezogen. Ihre
\ufgabe bestand im wesentlichen darin, nach den vom
Jnterzeichneten gefertigten Entwurfsskizzen die Ausührungszeichnungen
anzufertigen, durch ihre Angestellten
lie örtliche Bauleitung in größeren Bereichen zu überwachen
und die Verdingungen vorzubereiten. Diese Maßıahme
hat sich. soweit es sich hisher übersehen läßt
zut bewährt.
Erleichterungen in den Bauordnungsvorschriften
zibt der preußische Minister für Volkswohlfahrt bekannt.
ı1achdem unter Heranziehung von Vertretern bausachveritändiger
Berufsverbände die Abänderungsvorschläge er-1eut
einer eingehenden technischen Prüfung unterzogen
vorden sind. Vor allem soll die Forderung nach Ausführung
ner zweiten Treppe und nach Hochführung der Brandnauern
über das Dach nachgelassen werden. Es sollen
veiter gemeinschaftliche Brandmauern auch für mehrzeschossige
Häuser zugelassen, die Mindesthöhe der Geichosse
herabgesetzt und von der Forderung Abstand geı1ommen
werden, Scheidewände zwischen den einzelnen
Nohnungen ein Stein stark herzustellen. In einem Rundırlaß
wird die Neufassung der betreffenden Paragraphen
.owie eine Reihe weiterer Änderungen den Regierungs-»räsidenten
mitgeteilt und zugleich die Erwartung ausresprochen,
daß die neuen Bestimmungen überall mit
Jeschleunigung erlassen werjen. Die Vorschriften sollen
ıach Möglıchkeit unverändert in die Regierungs- und Orts-‚olizeiverordnungen
übernommen werden. Änderungen
ınd Zusätze sollen nur in den Fällen zulässig sein, wo
irtliche und klimatische Bedingungen sowie die herrchenden
Baugewohnheiten sie notwendig erscheinen
assen. Ein Neuabdruck des abgeänderten Bauordnungsantwurfs
wird demnächst erscheinen.
Zollbauten an der Ostgrenze. Durch die Gebietsabtretung
an Polen sah sich das Reich vor die Aufgabe
zestellt, längs der neuen deutsch-polnischen Grenze in
zroßem Umfange Unterkunftsmöglichkeiten für die Zollheamten
zu schaffen. und zwar Dienst- und Dienstwohn-Vereine
und Versammlungen,
Die Deutsche Gartenstadtgesellschaft hielt am
’. Mai ihre diesjährige Generalversammlung ab.‘ Seit
hrer Gründung vor zwei Jahrzehnten ist der Gartenstadtyedanke
durch ihre rege Werbetätigkeit in immer weitere