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Mit einem Physiker
fing es an
(Fortsetzung von Seite 1)
hier besonders die Professoren
Richard Feldtkeller (gestorben im
Dezember letzten Jahres im Alter
von 80 Jahren), Heinrich Hess, der
von 1942 bis Kriegsende Rektor
war und ebenfalls im vergangenen
Jahr starb, und Wilhelm Bader,
Rektor von 1955-57, sowie
Adolf Leonhard, beide heute noch
in Stuttgart lebend.
Neues Institutsgebäude
Nach dem 2. Weltkrieg hat die
Elektrotechnik immer mehr eine
eigene, starke Stellung innerhalb
der Universität Stuttgart übernommen.
Allein die Fakultät für
Elektrotechnik umfaßt heute 13
Institute und mit Prof. Dr. Hartmut
Zwicker ist seit 1980 erneut ein
Elektrotechniker Rektor dieser
Universität. In den nächsten ein
oder zwei Jahren wird zudem ein
neues Institutsgebäude im Paffenwald
bezogen werden können.
Jubiläumsfeiern
Ihr in der deutschen Technikergeschichte
herausragendes Jubiläum
werden die Stuttgarter Elektrotechniker
dementsprechend
auch gebührend feiern. Am Freitag,
25. Juni 1982, wird es einen
akademischen Festakt mit anschließenden
Besichtigungsmöglichkeiten
geben. Ein Fakultätsball
in der Liederhalle wird die
Festlichkeiten für diesen Tag beschließen.
Ausführliche Besichtigungen
einzelner Institute sind
jedoch auch noch am folgenden
Tag, Samstag, 26. Juni 1982, möglich;
dann nämlich findet der
zweite Tag der offenen Tür der
Universität Stuttgart statt.
Kurz und knapp!
Rechtzeitig zur Einweihung der
erweiterten Räumlichkeiten ihrer
Zweigstelle in Vaihingen hat die
Uni-Bibliothek (UB) ein neues
Merkblatt für Benutzer herausgegeben.
Dieses Merkblatt, das
1967 erstmals aufgelegt wurde
und in seiner Art inzwischen auch
bei anderen Bibliotheken Eingang
gefunden hat, erscheint damit in
4. Auflage und zeigt erstmals auch
die Übersichtspläne der Zweigstelle
im _Universitätsbereich
Stuttgart-Vaihingen. Das handliche
Faltblatt, das wegen der zahlreichen
Neuerungen um zwei Seiten
erweitert wurde, wurde vollständig
überarbeitet und ist jetzt
auch für die Zentrale der UB im
Uni-Bereich Stadtmitte wieder auf
dem neuesten Stand. Das neue
Merkblatt liegt bei der Auskunft
und im Lesesaal sowohl der Zentrale
als auch der Zweigstelle zur
Mitnahme bereit.
Arthur Schnitzler — Eine Fotodokumentation
in der Uni-Bibliothek:
Am 21. Oktober 1981 jährte
sich zum 50. Male der Todestag
des Wiener Dichters Arthur
Schnitzler. Aus diesem Anlaß
wurde im Auftrage des österreichischen
Bundesministeriums für
Auswärtige Angelegenheiten von
Peter Michael Braunwarth eine
Fotodokumentation zusammengesteilt.
Leben und Wirken von
Arthur Schnitzler lassen sich anhand
der 130 Fotografien in lebendiger
Weise verfolgen. Die
Jniversitätsbibliothek Stuttgart
zeigt diese Ausstellung noch bis
zum 7. Mai im Foyer des Bibliorheksgebäudes
am Stadtgarten.
a Stuttgarter Kurier
Das aktuelle Interview: Dr. Gerhard Zeidler
„Politiker müssen sich entscheiden“
Gesprächspartner: Leo Bosten
Jie neuen Medien — vom Bildschirmtext bis hin zum Kabelfernsehen —
;orgten in den vergangenen Jahren in der Bundesrepublik für teilweise
ıufgeregte Diskussionen. Besonderer Streitpunkt dabei ist die Vermehung
des Programmangebots durch private Angebote im Bereich des
z"ernsehens. Nachdem wir in einer früheren Ausgabe dieser Zeitung
Jarüber ein Gespräch mit dem Intendanten des Süddeutschen Rundunks,
Prof. Dr. Hans Bausch, geführt haben, hier ein Interview mit Dr.
zerhard Zeidler, Vorstandsmitglied der Standard Elektrik Lorenz und in
Heser Funktion Leiter des Zentralbereichs Technik.
;rage: Ministerpräsident Lothar
5päth hat vor kurzem den Entvurf
eines Mediengesetzes für
baden-Württemberg vorgelegt.
Velche Bedeutung hat die Dis-‚ussion
auch um die befürchteen
sozialen Auswirkungen auf
jie Familie für Sie, der Sie zum
#inen Ingenieur, zum anderen
ıber auch Vertreter eines großen
ndustrieunternehmens der
Vachrichten- und Kommunikaijonstechnik
sind?
lie Einrichtung von mehr Fernsehprogrammen,
ohne allerdings
ine Notwendigkeit vorzuzeich
1en. Natürlich bin ich mir der Pro-»)ematik
z.B. von privaten Pro:
jzrammanbietern voll bewußt.
"rage: Private Anbieter sind
loch nicht die einzigen, die zu eiıem
erhöhten Angebot beitragen
c«önnen?
e, also wohl frühestens in der
weiten Hälfte der 90er Jahre, mit
ainer besseren Wissensbasis reden.
Zeidler: Wenn ich Ihre Aufzählung
ırgänzen darf: ich bin auch Famiıenvater
und weiß allein schon
Jaher, daß Fernsehen größere
’robleme aufwirft als das Karl-Aay-Buch
früher. Als Ingenieur
in ich immer wieder ein wenig
raurig, wenn auf „der Technik‘‘
ıerumgeprügelt wird, wo es eijentlich
darum geht, Konsens
ıber die Organisationsform von
Aedien herzustellen. Als Verantvortlicher
in einem Unternehmen,
las mithilft, Infrastrukturen aus-:ubauen,
gehört es zu meinen
jelbstverständlichen Pflichten,
lie gesellschaftlichen Belange
ler neuen Technologien zu analy-;jieren
— die ernsthaften Prognojen
genauso wie die oft ungenau
echerchierten Attacken. Zum
‚Pro und Contra Neue Medien‘
1at die neue Technik aber viel weıiger
Sensationelles beizutragen
ıls manche meinen.
reidiler: Das Bundesverfassungs-Jericht
war ja zu diesem Punkt
ınreichend deutlich und hat
Z7ugangsbestimmungen für evenuelle
Privatveranstalter präzijjert,
ebenso tut dies der Vor-‚chlag
unserer Landesregierung
ür ein Landesmediengesetz. Ich
neine, wir sollten zunächst etwas
narktwirtschaftlich Simples tun,
‚ämlich auf den feststellbaren
3edarf nach Kommunikation
lurch den Verbraucher achten.
Ind da sehen wir, daß überall
Jachfrage herrscht, beim Telefon,
)ei Bildschirmtext, beim Fernkoıieren,
überall ist Wachstum anjezeigt
— außer beim Fernsehen.
)er Boom bei den Videorecordern
veigt aber — und darauf habe ich
schon 1979 hingewiesen —, daß
jewußter und gezielter ausgevählt
wird. Die bessere Auswahl
tönnte man sehr leicht durch die
tderanführung von bereits existieenden
Programmen bewerksteligen,
die gezielte Auswahl wird
veder privat noch Öffentlich-"echtlich
zu leisten sein, was
Jurch einen Blick auf das Filmanjebot
der Videocassetten deutich
wird. +
"rage: Der Deutsche Gewerkschaftsbund
fordert ja mittlerveile
auch die Verteilung der
rorhandenen Programme - also
(abelverteilfernsehen. Ist das
ne ‚„konzertierte Aktion‘?
7eidler: ich habe die entspre-;henden
Äußerungen mit Inter-'sse
gelesen. Sie bestätigen mir,
laß medienpolitischer Dissens
\rbeitsplätze gefährdet und zulem
eine ganze, noch relativ sor-Jenfreie
Branche technologisch
ns Hintertreffen geraten läßt.
Venn also Unternehmen und Geverkschaften
unabhängig voninander
zum gleichen Konsensorschlag
kommen, sollte das den
1edienpolitikern in Bund und
ändern eigentlich zu denken ge-‚en.
Kompromisse sind nie einach.
Wenn wir nicht bald — und
ch meine, noch im Laufe des Jahes
1982 —- zu einem solchen Kom-»romiß
kommen, dürfen die Ar-Jeitsmarkt-
und Technologiepoliiker
bald die Suppe auslöffeln,
lie ihnen manche Medienpolitiker
ainaebrockt haben.
Frage: Worin liegt das Neue an
liesen neuen Technologien?
/eidiler: Das Neue liegt vor allem
jarin, daß über ein neues Netz der
ndividualkommunikation, das auf
jer Gilasfasertechnik basiert,
uch Radio- und Fernsehprojramme
übertragen werden
‚Öönnten und _sinnvollerweise
‚uch übertragen werden sollten.
:in solches integriertes Netz
vürde die Beschränkungen qualiativer
und quantitativer Art der
jisherigen getrennten Netze be-‚eitigen.
°"rage: Ende 1980 haben Sie das
Nort vom „Kabelverteilfernsejen‘“
geprägt. Was wollten Sie
nit diesem Begriff ausdrücken?
Verhältnis zwischen
Bibliothek und Partner
Zeidier: Das war ein politischer
Consensvorschlag für die zerstritenen
medienpolitischen Lager.
ch wollte damit klarmachen, daß
lie vorhandenen dritten Fernsehınd
viele UKW-Radio-Programme
;tatt über Funk mit Hilfe von Ka-»eln
verteilt werden sollten. Ich
ıalte diesen Vorschlag immer
ıoch für einen tragfähigen Kom-»)romiß
zwischen dem Wunsch
ıach größerer Auswahl und dem
Nunsch nach Erhaltung des öfentlich-rechtlichen
Systems. Den
3egriff Kabelfernsehen, der ja zujätzliche
Programme beinhaltet,
vollte ich damit aus der Diskus-;jjion
nehmen, Kabelfernsehen
;ollte, ja, muß man zuerst in Pilot-)rojekten
mit allen Auswirkungen
ırproben, Kabelverteilfernsehen
st medienpolitisch unproblemaisch.
Die Nachrichtentechnik
(ann wegem des internationalen
fonkurrenzdrucks nicht noch
ahrelang zuwarten, sondern muß
etzt die große Aufgabe „Glasfajersysteme‘‘
angehen. Dazu ist
ınbedingt ein Konsens für die
ıächsten 10 Jahre erforderlich
‚nd dieser kann wohl nur „Kabelarteilfernsehen‘‘
heißen. Über
(abelfernsehen‘‘ sollten wir
‘ach Auswertung der Pilotprojekzum
Abschluß der ‚Woche der
3ibliotheken in Baden-Württemjerg‘‘
fand Ende März 1982 in der
Jniversitätsbibliothek ein Symjosium
„Bibliotheken und ihre
>artner‘‘ statt. Vor 120 Besuchern
noderierte Jürgen Lodemann
'om Literaturmagazin des Süd-‚estfunks
ein Rundgespräch zwi:
schen Johannes Poethen
Schriftsteller), Wulf D. von Lucius
Verleger) sowie den Bibliothekslirektoren
Hans-Peter Geh
Württ. Landesbibliothek), Jürgen
lering (Uni-Bibliothek) und Guitav
Rottacker (Stadtbücherei), an
lem sich auch das Publikum beeiligte.
Im Mittelpunkt der Dis-‚ussion
standen die Auswirkun-Jjen
der jüngsten Etatkürzungen,
lie nach Auffassung der Biblioheksleiter
an die Substanz geıen,
da an allen Bibliotheken umangreiche
Zeitschriftenabbestelungen
sowie starke Einschräncungen
beim Monographienkauf
'orgenommen werden müssen.
\ls weitere Rahmenveranstaltung
ührte die Uni-Bibliothek (Zentrae)
einen Tag der offenen Tür
jurch; im Stadtgarten konnten 7
"ahrbüchereien — aus Böblingen,
ssiingen, Heidelberg, Heilbronn,
arlsruhe und Stuttgart — besich-'gt
werden.
;rage: Können Sie diese Verjesserung
von Quantität und
Aualität anhand von Beispielen
jelegen?
Zeidler: Mit der Glasfasertechnik
- und sinnvoll nur mit dieser —
önnen nahezu alle Dienste der
echnischen Kommunikation in
'ıervorragender Qualität über ein
letz abgewickelt werden, also Teafon,
Fernschreiben, Telekopie,
)Jatenkommunikation, Bildteleon,
Bildschirmtext, Radio und
’ernsehen. Ich könnte es mir
sicht machen und sagen, daß wir
chließlich auch alle elektrischen
jeräte — vom Nachttischlämphen
bis zur Spülmaschine — aus
‚inem einzigen Stromnetz speijen
oder daß wir uns aus Kosten-‚ründen
leider keine getrennten
lutz- und Trinkwassernetze lei-‚ten
können. Aber ich möchte
ıich ja gar nicht um den dezen-‚alen
Punkt der Diskussion drük-‚en:
die neue Technik ermöglicht
April
>
Aderausgeber:
Jniversität Stuttgart
Zedaktion:
?resse- und Informationsstelle de:
Jniversität Stuttgart, verantwortlich
„eo Bosten (L.B.)
Mitarbeiter:
Ihrista Feifel, Markus Bohn (mark)
Anschrift:
Jniversität Stuttgart, Presse- und In-’ormationsstelle,
Keplerstraße 7
>ostfach 560, 7000 Stuttgart 1, Telefon
20732155 oder 2073361
EG-Konferenz:
Energie für
Dritte Welt
Fortsetzung von Seite 1)
In technischer Hinsicht geht es bei
dieser Konferenz auch um die
Trage, inwieweit bisher bereits
jekannte Technologien verbeszjert
oder neue Technologien ein-Jesetzt
werden können. Rund 50
?>rozent der derzeitigen Neuentvicklungen
werden auf dem Gejet
der Dünnschichtsolarzellen
jJemacht, auch ein Forschungs-;schwerpunkt
des Stuttgarter Insticuts.
Neuester Renner aus Japan
3ind dabei amorphe Siliziumzelen.
Preissenkung erforderlich
der entscheidende Punkt, der nejen
der Lösung technischer Fra:
Jen einem wesentlich stärkeren
zinsatz von Solarenergie bisher
antgegensteht, ist noch der Preis
3Zereits vor einigen Jahren wurden
n der Raumfahrt Solarenergiezelen
eingesetzt, die einen Preis von
50 Mark pro Watt hatten. Heute
ijegt der Preis immerhin bereits
)ei 25 Mark; wirtschaftlich und
ıuf breiter Ebene einsetzbar wird
lie Solarenergie jedoch erst bei
3inem Wattpreis, der unter 2,50
Mark liegt.
L.B
Kurz und knapp;
Das Institut für Baustatik der Uni-/ersität
Stuttgart veranstaltet am
5. und 7. Mai 1982 ein internatioıales
Kolloquium zum Thema
‚Schalenbeulen‘‘. Schalen sind
jekrümmte _Flächentragwerke,
lie im Bauwesen (Behälter- und
Cuppelbau, Offshore-Technik), im
Aaschinenbau (Reaktorbau,
“ahrzeugbau) und in der Luftahrttechnik
(Flugzeug- und Ra-‚etenbau)
vorkommen. Die dünı1en
Strukturen neigen zu einem
Stabilitätsversagen. Das kompli-/ierte
Tragverhalten, das in vielen
:ällen noch unzureichend bejannt
ist, wird gegenwärtig an
zahlreichen Forschungsstellen,
1a. auch am Institut für Baustaik,
untersucht. Das Kolloquium
indet statt im Pfaffenwaldring 7
Die Universität Stuttgart erwartet
n diesem Sommer wieder 60 ausändische
Studenten und Jungıkademiker
aus aller Welt zum
raditionellen Sommersprachcurs.,
Diesen Teilnehmern soll ein
zinblick in die deutschen Lejgensgewohnheiten
und vor allem
3äin persönlicher Kontakt zur Be-/‚Öölkerung
von Stuttgart ermögicht
werden. Deshalb werden lie-)jenswürdige
Gastfamilien ge-‚sucht,
die sich über einen Gast
us dem Ausland freuen und beeit
sind, für 4 Wochen (vom 27
Juni bis zum 23. Juli) ein Zimmer
‚ur Verfügung zu stellen. Die
aastgeber erhalten eine angenessene
Vergütung. Falls Sie Ineresse
haben, jemanden bei sich
ıufzunehmen, wenden Sie sich
ıitte an das Auslandsamt der Uniersität
Stuttgart, Keplerstr. 7, Te
afon 2073-2370 oder 2073-369