Full text : Stuttgarter Uni-Kurier (6/10, 1982)

Jezember 1982 Stuttgarter Uni-Kurier
Unternehmensführung in der Stagnation
Das Stuttgarter Untemehmergespräch erfreut sich regen Zuspruchs

Unternehmensführung in der
Stagnation’. Unter diesem Leit-'hema
 stand das 2. Stuttgarter
Jnternehmergespräch, das am
11. November 1982 vom Betriebswirtschaftlichen
 Institut der Uni-‚ersität
 Stuttgart veranstaltet
nurde.
m Anschluß an die Begrüßung der
70 Tagungsteilnehmer, vorwiejend
 Geschäftsleitungsmitglieder
der Industrie des Wirtschaftsraums
 Baden-Württemberg, durch
jen Prorektor der Universität Stuttzart,
 Prof. Dr. Gerhard Heimerl,
ınd den Dekan der geschichts-,
sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen
 Fakultät der Universi-‘:ät
 Stuttgart, Prof. Dr. Udo Korn-)lum,
 eröffnete Prof. Dr. Erich Zahn,
„ehrstuhlinhaber für Allgemeine
3etriebswirtschaftslehre und Beriebswirtschaftliche
 Planung an
der Universität Stuttgart, die Vorragsreihe
 mit einer Analyse des
strategischen Handlungsspielraunes
 der Unternehmung in stag-1jerenden
 Märkten.

stuttgart, auf die fundamentale
jotwendigkeit qualifizierter Fühıngskräfte,
 ganz besonders in
eiten wirtschaftlicher Stagnation,
in. Hierbei kommt neben den perönlichen
 Voraussetzungen der
Üührungskräfte der Komponente
ier innerbetrieblichen Weiterildung
 eine sehr bedeutsame
tolle zu. Kernpunkt der sich dieser
roblematik zuwendenden Disussion
 war die offensichtliche
iskrepanz zwischen der Notwenigkeit,
 gerade in der Rezession
nd Stagnation unternehmerische
nstrengungen zur Schulung von
Ährungskräften zu forcieren, und
en Erfahrungen aus der Unterehmunaspraxis.


‚art, und Prof. Dr. Günter Danert,
.hemaliges Vorstandsmitglied der
;tandard Elektrik Lorenz AG,
stuttgart, sowie Lehrbeauftragter
ir Strukturorganisation und
nternehmungsführung an der
niversität Stuttgart, beendeten
ie Vortragsreihe mit ihren Ausıhrungen
 zu der grundlegenden
roblematik der Unternehmungs-Ihhrung
 in der Strukturkrise und
der Rezession. Dabei konzenerte
 sich Prof. Bierfelder auf die
itische Analyse der vielfältiger
rsachenkonstellationen von Krien
 in der Unternehmung und betätigte,
 daß die Betriebswirt
chaftsiehre über keinen aligeıeingültigen
 Lösungsansatz zu
ıeren Bewältigung verfügt. Vielıehr
 ist es erforderlich, situativ
ler jeweiligen unternehmungspezifischen
 Situation entsprehend
 eine individuelle Führungsonzeption
 zu erarbeiten. Diese
berlegungen transformierte im
nschluß daran Prof. Danert in ein
raktikables Konzept krisenbe-‚ußter
 Unternehmungsführung, in
"essen Mittelpunkt die gründliche
\nalyse der Unternehmung steht

Notwendige Planung
je Tagung wurde mit einem Refeat
 zum Thema der Planungsmöghkeiten
 einer Unternehmung in
‚risenzeiten von Dipl.-Ing. Dieter
jolaro, kaufm. Leiter und Vor-‚tandsmitglied
 der Standard Elekik
 Lorenz AG, Stuttgart, sowie
ehrbeauftragter für Controlling
n der Universität Stuttgart, fortesetzt.
 Darin kam die Überzeuung
 des Referenten deutlich zum
‚usdruck, daß sich die Durchführ-:arkeit
 der Planung in Krisenzeian
 von der in einer ‘normalen’ Zeit
icht unterscheidet. Ein Unterchied
 zur Normalsituation be-;eht
 jedoch vor allem in der ver-:ärkten
 Notwendigkeit zu planen.
uf besonderes Interesse der
agungsteilnehmer, dies zeigte
ie sich anschließende Disussion,
 stieß der Hinweis von
Solaro, die in Krisenzeiten notvendigerweise
 verstärkten
lanungsanstrengungen ließen
ich vielfach durch ein relativ einaches
 Instrumentarium bewältijen.


Sorge vor Nullwachstum
Ausgehend von der Darlegung
ainer Ursache-Wirkungskette als
wesentliche Quelle für langwellige
Nirtschaftsdynamik erläuterte
>rof. Zahn das umfangreiche
Spektrum strategischer Optionen,
las sich der Unternehmungseitung
 zur Bewältigung stagıjerender
 Marktsituationen anbieet.
 In der sich daran anschließenden
 lebhaften Diskussion kam die
Sorge einiger Tagungsteilnehmer
Jezüglich einer sich langfristig
stablierenden Nullwachstumsgesellschaft
 und der sich daraus für
lie Wirtschaft abzuleitenden Prolematik
 deutlich zum Ausdruck.
Wichtige Fortbildung
Mit dem zweiten Vortrag des Tages
vies Prof. Dr. Heinz Griesinger,
\bteilungsdirektor der Zentralabeilung
 Ausbildung der Robert
3osch GmbH, Stuttgart, sowie
„‚ehrbeauftragter für Personalwirtschaftsiehre
 an der Universität

Jährliche Veranstaltung
Nngesichts des großen Interesses,
as der Tagung entgegenge-)racht
 wurde, und der regen und
3abhaften Diskussionsbeteiligung
ıes Auditoriums konnte das Bejebswirtschaftliche
 Institut deı
‚.niversität Stuttgart als Veranstalar
 und sein geschäftsführender
irektor, Prof. Dr. Peter Horväth,
ler die Tagung organisierte, das
‚ Stuttgarter Unternehmergepräch
 als großen Erfolg verbu-;hen.
 Einmal mehr hat es sich als
;innvoll erwiesen, Vertreter von
'heorie und Praxis zur Bewälti.
jung aktueller Problemsituationer:
'usammenzuführen. Der Veranitalter
 und die Organisatoren werlen
 durch die Resonanz ermutigt
las Stuttgarter Unternehmerge-‚spräch
 zu einer alljährlich stattindenden
 Veranstaltungsreihe
verden zu lassen.

Kein Patentrezept
'rof. Dr. Wilhelm Bierfelder, Lehrtuhlinhaber
 für Allgemeine Bejebswirtschaftsliehre,
 Organiations-
 und —Innovationsforschung
 an der Universität Stutt-Kurz

 und knapp

Prof. Kühn übernahm Lehrstuhl
für Nachrichtenvermittlung
arundlagenprobleme stehen im Vordergrund
'rof. Dr. Paul J. Kühn, Jahrgang Jachrichtenübertragung an die
340, hat im Oktober 1981 die Jniversitäts - Gesamthochschule
‚.eitung des Instituts für Nach- Siegen berufen und baute dort ein
ichtenvermittlung und Datenver- ı1eues Institut für Nachrichten-«rbeitung
 der Uni Stuttgart über- echnik auf. 1981 erfolge schließ
ıommen und ist seit April 1982 ich der Ruf an die Uni Stuttgart
ıuch Lehrstuhlinhaber- 3is zum Ende des laufenden Winarsemesters
 ist Prof. Kühn jedoch
'r besuchte zunächst die Volks- och in _Vorlesungsverpflichchule
 und absolvierte danach ıngen in Siegen eingebunden,
‚ine dreijährige Lehre als Fern- ‚nd er hat dort auch noch einige
neldemonteur bei der Firma Tele- Joktoranden zu betreuen.
anbau und Normalzeit in Stuttjart.
 1962 erwarb er die Hoch- Grundiagenprobleme
icChulreife und studierte anschlie- ’rof. Kühn will sich auch in Stuttiend
 an der hiesigen Universität jart künftig schwerpunktmäßig
zlektrotechnik ait Grundiagenproblemen bea3ssen,
 z.B. mit Verkehrsphäno-Professor
 in Siegen 21enen in Rechnern und Nach-‘chtennetzen,
 die heute nur noch
ach der Promotion 1972 arbeite- tatistisch beschreibbar sind. Da
e er als Forschungsgruppenleiter lard- und Softwaretechnologie
am Institut für Nachrichtenvermitt- owie die digitale Übertragungsing
 und Datenverarbeitung der —»chnik mehr und mer zusammen-Jni
 Stuttgart - 1974 unterbrochen /achsen, ist eine eindeutige Ablurch
 eine Tätigkeit als Gastwis- renzung zwischen Grundlagen-‚enschaftler
 an der Akademie der Iarschung, Entwicklung und An-Vissenschaften
 der UdSSR in ‚endung natürlich nicht mehr
4oskau. In den Jahren 1977/78 1öglich. Für die Lehre ergibt sich
‚ar erbei den Bell Telephone Labs. laraus das Problem, den raschen
ı Holmdel, NJ/USA tätig auf dem s;chnologischen Wandel in die
‚.ebiet der Datenkommunikation. arlesungen einzubeziehen, ohne
378 wurde er als o. Professor für ıbei auf die Grundlagen zu verachrichtenvermittiung
 und 'aAhtan mark.

m Rahmen des Energietechniichen
 Kolloquiums findet bis zum
7. Februar 1983 eine Vortragseihe
 statt, die vom Sonderforichungsbereich
 157 „Wärmekraftverk”,
 Pfaffenwaldring 23, veran-;taltet
 wird. Tel. 07 11/6 85-35 14

Der Deutsche Akademische Ausauschdienst
 wird 1983 wiederum
Stipendien zur Teilnahme an
Sprachkursen (Sommerkurse)
‚ergeben: Bulgarien, CSSR, Jugozlawien,
 Polen. Einzelheiten zur
Stipendienbewerbung erfährt man
n der DAAD-Stipendienbroschüre
983/84. Bewerbungen können
ıur über die Akademischen Ausandsämter
 der Hochschulen bis
;pätestens 15. Januar 1983 einge-'eicht
 werden, wo auch die entsprechenden
 DAAD-Bewerbungskormulare
 erhältlich sind.

Skikurse des Instituts für Sportvissenschaft:
 Kurs | - Wagrain,
<urs Il — Tignes, Kurs Il - Wagrain,
Kurs IV — Canazei. Einzelheiten
und Anmeldung zu allen Skikursen,
 10.00 bis 12.00 Uhr, im Sekreariat
 K Il, Keplerstr. 17. 1. Stock,
Zimmer 128. Bitte Studentenausveis
 bzw. Beschäftigungsnachvais
 mithrinngean

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BM-Rechner für sechs Millionen Mark

Inter Dach und Fach ist der Vertrag für die Anschaffung eines IBM-Universalechners
 3083. Rektor Prof. Dr. Hartmut Zwicker (links) und IBM-Vorstandsnitglied
 Prof. Dr. Karl Ganzhorn unterzeichneten im Dezember die entsprechenlen
 Verträge. Der IBM-Rechner dient sowohl als Universalrechner und als
“orrechner für den Höchstleistungsrechner Cray One. Er löst die 14 Jahre alte
;D 666 des Rechenzentrums ab. Der IBM-Rechner soll gemeinsam mit der
;ray One im Herbst nächsten Jahres in der Universität installiert werden.
der Vertraaswert liegt bei gut sechs Millionen Mark Foto: Schwarz

„Bauen ist Einfügen
in ein großes Ganzes”

100. Geburtstag von Professor Heinz Wetzel

Jas Städtebauliche Institut deı
Jniversität Stuttgart veranstaitee
 Mitte Oktober, dem hundertten
 Geburtstag Heinz Wetzels,
ine Vortragsreihe verbunden mil
er Eröffnung einer Ausstellung
n Erinnerung an Heinz Wetzel, der
‚on 1925-1945 Städtebau und
sjedlungswesen an der Architekurabteilung
 der TH Stuttgart
ehrte.

deinz Wetzel gehörte mit Bonatz,
Schmitthenner und Fiechter zu
ten Begründern der „Stuttgarter
Schule” der zwanziger und dreisjiger
 Jahre. Zwar hat er wenig ge-;aut
 und auch kaum geschrieben.
eine Wirkung lag in der Ausstrahung
 seiner Persönlichkeit, seines
Nortes und nicht zuletzt seiner
Zeichnungen. Wer so glücklich
var, ihn als Lehrmeister gehabt
zu haben, war für sein ganzes
„eben beschenkt, sah die Welt mit
ınderen Augen.

)abei wurde eines Mannes gelacht,
 dessen Botschaft als Archiekt
 und Städteplaner nach jahr-;ehntelangem
 Vergessen heute
vieder verstanden wird: Planen
ınd Gestalten ausaehend von der

Stadtbaukunst
‘Netzel, Schüler Theodor Fischers,
sprach von Stadtbaukunst im Gegensatz
 zum Städtebau und zur
Stadtplanung. Es ging ihm um die
„bildhafte Erscheinung” einer
Stadt, nicht nur um errechenbare
zweckhafte Ordnung. Er wollte,
wie er selbst sagt, keine Lehrmeinung
 vermitteln, sondern zum
„aufmerksamen Schauen” anregen,
 zu jener Sehform, welche die
Alten dazu bewegte, mit Takt und
Sicherheit ihre Bauten und ihre
Siedlungen der Örtlichkeit und der
Landschaft einzuschmelzen.

„Es gibt keine Bauaufgabe, auch
nicht die kleinste, deren Lösung
auf neutralem Boden gesucht werden
 kann. Immer handelt es sich
um Einfügen in ein großes Gan-7ae?


3eobachtung der Topographie
jer Landschaft, ausgehend von
{en örtlichen Besonderheiten der
tädtebaulichen Situation mit dem
'iel, zu einer beziehungsreichen
'uordnung, zu einem künstlerichen,
 der Natur und dem Men-.chen
 angemessenen Städtebau
u kommen

<urz und knapp)

Das Institut für Stahlbau und Holzbau
 der Universität Stuttgart hat
jeinen Jahresbericht 1981 heraus-Jegeben,
 der beim Institut, Pfaffen-Naldrina
 7. erhältlich ist

Aktuelle Thesen
Netzeis Vermächtnis steht heute
ı engem Bezug zu den Bemühunjen,
 wieder Wege zu einem humaıen
 Bauen und zu einer freundchen,
 architektonisch und räumch
 erlebnisreichen Umwelt zu
inden. Es ist kein Zufall, daß seine
"eröffentlichung „Stadt Bau
unst”, 1962 im Karl Krämer Verlag
;tuttgart erschienen, 1978 unverndart
 wieder aufageleot wurde

Die Zentrale der Uni-Bibliothek
m Stadtgarten und die Zweigstelle
nr Vaihingen bleiben in der Woche
ıach Weihnachten vom 27.-31.
)ezember 1982 geschlossen. Vom
).-5. und am 7. Januar 1983 sind
’entrale und Zweigstelle jeweils
on 9-18 Uhr geöffnet. Ab 10.
‚anuar geiten wieder die normalen
Mniınnaszaiten
            
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