Stuttgarter Uni-Kurier Nr. 60 / Dezember 1993
Aus den Fakultäten
Die C4-Professur für Technische Bio-»hemie
hat als Nachfolger von Prof.
Ir. Günter Schmidt-Kastner zum 1.
November 1993 Prof. Dr. rer. nat.
Rolf Schmid, Professor für Enzymechnologie
an der TU Braunschweig
ınd Leiter des Bereichs Enzymtech-‚ologie
und Naturstoffchemie der Gesellschaft
für Biotechnologische Forschung
GmbH in Braunschweig,
n en.
'bernomm %
Den Ruf auf die C4-Professur für
Jaustofflehre, Bauphysik, Technischen
Ausbau und Entwerfen als
Jachfolger von Prof. Dipl.-Ing. Lothar
aötz hat Dipl.-Ing. Peter Schürmann
Freier Architekt BDA in Stuttgart) an-1jenommen.
Einen Ruf auf eine C4-Professur
‘ür Straßenwesen an der Universität
3raunschweig hat Prof. Dr.-Ing. Rolf
„eutner vom Institut für Straßen- und
/erkehrswesen der Universität Stutt-‚art
erhalten. %
Den Ruf auf die C3-Professur für
len Entwurf von Luftfahrzeugen uner
besonderer Berücksichtigung der
)rehflüglertechnik hat Dipl.-Ing. Rulolf
Voit-Nitschmann, Hauptabteiungsleiter
Strukturentwicklung bei
ler Dornier Luftfahrt GmbH, ange-1ommen;
er hat seine Tätigkeit an
ler Universität Stuttgart am 1.Okto-’)jer
1993 aufgenommen.
*
Dr. phit. Albert Gollhofer, Wissenichaftlicher
Assistent am Institut für
port und Sportwissenschaften der
Jniversität Freiburg, hat den Ruf auf
lie C3-Professur für Sportwissenichaft
(Angewandte Biomechanik —
‚Ochschulsonderprogramm Il) angeommen.
*
Die Bezeichnung „außerplanmä-3iger
Professor“ wurde verliehen:
>rivatdozent Dr. Joachim Ballweg
Fakultät Philosophie),
Jr. Klaus Harro Hilzinger
Fakultät Philosophie) und
Jr. Hans-Wilhelm Schneider
Fakultät Verfahrenstechnik).
*
Zu Honorarprofessoren wurden
‚estellt:
Jr. Jürgen Baumüller, Stuttgart, an
ter Fakultät Architektur und Stadtpla:
1ung,
Ir.-Ing. Ernst Hagenmeyer,
/orstandsmitglied der EVS AG, an
ler Fakultät Elektrotechnik,
>rof. Dr. Bernd Höfflinger, Direkto,
les Instituts für Mikroelektronik, an
ler Fakultät Konstruktions- und Fert-Jungstechnik
und der Fakultät Elekrotechnik,
Ir.-Ing. Horst Ohnesorge, Leiter
les Forschungszentrums der SEL
\G, an der Fakultät Elektrotechnik,
Jipl.-Ing. Hans-Joachim Suppelt,
leilbronn, an der Fakultät Bauingeıleur-
und Vermessungswesen und
Dr.-Ing. Klaus Wintermantel, BASF
AG, an der Fakultät Verfahrenstechnik.
*%
Prof. Dr. Holger Jeske vom Insti-‚ut
für Pflanzenkrankheiten und
lanzenschutz der Universität Hanı1o0ver
hat als Ordinarius und Leiter
jer Abteilung Botanik des Biologischen
Instituts die Nachfolge von
>rof. Dr. Karl-Wolfgang Mundry anjetreten.
*%
Den Ruf auf die C4-Professur für
euere Deutsche Literatur I! (Hochschulsonderprogramm
II) hat apı.
”rof. Dr. phil. habil. Horst Thome,
Akademischer Rat am Institut für Lieraturwissenschaft
der Universität
Kiel, angenommen.
*
Dr.-Ing. Fritz Berner, der derzeit
als Technischer Geschäftsführer der
Bauunternehmung Müller-Altvater
3mbH & Co. in Stuttgart tätig ist, wird
zum 1. April 1994 als Nachfolger von
Prof, Dr.-Ing. Gerhard Drees den
-ehrstuhl für Baubetriebslehre überı1ehmen.
*
Einen Ruf an die Universität Wien
at Prof. Dr. Ralf Mattes, Direktor
les Instituts für Industrielle Genetik
ier Universität Stuttgart, abgelehnt.
Rn
Einen Ruf der Universität Freiburg
wf eine C4-Professur für Physikaliiche
Chemie hat Prof. Dr. Gerd Kohe,
Geschäftsführender Direktor des
stituts für Physikalische Chemie der
Jniversität Stuttgart, angenommen.
N Memorian /
Zum Tod von Professor Bosniakovi6
Am 1. Oktober
1993 verschied
Profes-30r
Fran Bosnjakovic
im Alter
von 91 Jahren.
Mit ihm ist eine
ıerausragende
wissenschaftliche
Persönlichkeit
Ind ein hochverdienter Forscher und
‚Shrer von uns gegangen. Mehrere
jücher und zahlreiche Aufsätze in
itschriften zeugen von seiner
UBerordentlich schöpferischen Arit.
Seine bekannten Lehrbücher
ler Thermodynamik sind in deut-‘cher,
englischer, kroatischer und
“SSischer Sprache erschienen.
, Professor Bosnjakovic wurde in
ein geboren. Er studierte an der
"nl Universität und an der Techrd
en Hochschule Dresden. Hier
Alle, Er Mitarbeiter von Professor R.
, ler, promovierte 1928 zum Dr.-‚9.
Und habilitierte sich 1931 für das
ach Thermodynamik.
folgte er einem Ruf als ortät
SEE Professor an die Univer-„Belgrad,
wurde 1936 ordenta
Professor der Universität Zache
Wechselte 1953 an die Techni-961
Hochschule Braunschweig und
ch an die damalige Technische
„ „Schule Stuttgart. In Stuttgart lei-*
SF Dis 7u seiner Emeritierung
969 das Institut für Flugtriebwerke,
las später in Institut für Thermodynanik
der Luft- und Raumfahrt umbeannt
wurde. Gastprofessuren führan
ihn in den USA an die Universitäan
von Minnesota, Minneapolis, Alaama,
Tuscaloosa und Notre Dame,
ı den Niederlanden an die Techniche
Hochschule Delft und in Argennien
an die Universität von Buenos
ires,
Professor Bosnjakovic genoß weltreit
ein hohes Ansehen. Er erhielt
ie Ehrendoktorwürde der Universität
’agreb und der Rheinisch-Westfälichen
Technischen Hochschule Aahen.
Er war Mitglied des Instituto
/eneto di Scienze, Lettere ed Arti
Venedig), der Kroatischen Akademie
ler Wissenschaften, der
zraunschweigischen Wissenschaftli-1en
Gesellschaft und der Heidelberer
Akademie der Wissenschaften.
)jer Verein Deutscher ingenieure ehr
e ihn mit seiner höchsten Auszeichung,
der Grashof-Gedenkmünze.
xjie Assoziazione Termotecnica Italiaa,
Padova, verlieh ihm die Goldmeaille
des ATI, und das Institute Franais
des Combustibles et de l'Enerje,
Paris, die Goldmedaille des
-CE.
Mit Professor Bosnjakovic ist ein
/issenschaftler von uns gegangen,
er die Entwicklung seines Fachebiets,
der Thermodynamik,
tscheidend mitaepräagt hat.
Prof. Nickel 65
Prof. Dr. Gerhard
Nickel,
M.A., Direktor
des Instituts
für Linguistik/
Anglistik und
des Sprachen
zentrums der
Universität
Stuttgart vollendete
am 15
August sein 65. Lebensjahr.
Nickel, geboren in Kostellitz, Ober-‘Chlesien,
studierte Philosophie in
3amberg und Neuere Sprachen an
er Universität Erlangen, wo er 1952
um Dr. phil. promovierte. Bereits
962, mit erst 34 Jahren, erwarb er
lie venia legendi für das Fach „Engl
‚che Philologie“ mit seiner Habilitatimsschrift
zur altenglischen Syntax,
lie heute noch, neben seiner Ein-Üührung
in die Linguistik, zu den
;prachwissenschaftlichen Standardverken
zählt. 1969 erhielt Nickel der
3uf an die Universität Stuttgart und
vurde dort zum Direktor des Instituts
ür Linguistik, 1975 dann auch zum
Direktor des Sprachenzentrums erıannt.
Zahlreiche Rufe im In- und
\usland hat er während seiner über
»5jährigen Zeit im Dienste von Lehre
Ind Forschung zugunsten von Stutt-Jart
abgelehnt. Gastprofessuren
‘ührten ihn mehrfach u.a. nach den
JSA, England, Ägypten und Japan.
Seine internationalen Verbindungen
lokumentieren sich durch über 100
\uslandsvorträge und Symposien aul
allen Kontinenten. Seine Forschungsınd
Lehrbereiche, die von der Me-Jiävistik
über die theoretische und
leskriptive bis hin zur angewandten
inguistik reichen, spiegeln sich in
iner Publikationsliste von über 100
'eröffentlichungen wieder.
Neben seinem Ringen um Menschchkeit
in Forschung und Lehre ging
ind geht es ihm insbesondere immer
jeder um die Rolle der Linguistik im
ıternationalen Zusammenleben.
lach seinen vielen Beratertätigkeian
u.a. beim Europarat und der
INESCO hat es sich Nickel zur Alterjaufgabe
gemacht, beim Aufbau der
Iniversität von Oppeln sowohl den
lortigen Kollegen als auch Studenten
‚eratend von hier aus und am Ort zur
}eite zu stehen.
Nickel, Mitherausgeber internalonaler
und Herausgeber nationaler
‚achzeitschriften, Leiter zahlreicher
Projekte, Kongresse und Symposier:
ıuf dem Gebiet der angewandten
Ind kontrastiven Linguistik,darf es
ı1eben nationalen und internationaen
Ehrungen zweifelsohne auch als
\uszeichnung betrachten, daß seine
StudentInnen und Studenten mit un
jebrochener Begeisterung seinem
jehutsamen Heranführen an die Linulstik
folgen. _
zine akademische Feier zur Emeritierung von Prof. Dr. rer. nat. Walter H.
3urckhardt, einen der „Männer der ersten Stunde der Stuttgarter Informatik“, veranstalate
die Fakultät Informatik am 11. Oktober. Prof. Burckhardt wurde 1974 — drei Jahre
ach der Gründung des Instituts für Informatik — auf den Lehrstuhl für Computersysteme
'erufen. Er hat intensiv am Aufbau der Stuttgarter Informatik mitgewirkt und war in der
‚ehre sehr engagiert; über viele Jahre hinweg war er für die Ausbildung in Technischer
formatik im Grund- und Hauptstudium verantwortlich. Bei der Festveranstaltung stellte
’rof. Dr.-Ing. Utz G. Baitinger (Lehrstuhl integrierter Systementwurf) Hans Magnus En-'enbergers
Ballade über den Computerpionier Charles Babbage vor, Dr. Wilhelm Haller
‚erichtete über den frühzeitigen Einsatz von Mikroprozessoren durch die Stuttgarter Info|
natik und Dr. Jörg Walter über neuere Forschungsprojekte in der Abteilung Computersyteme.
Bei Brezein und Wein konstatierte man anschließend, daß die 1988 gegründete
formatik-Fakultät mit Prof. Burckhardt als zweitem Emeritus — der erste war Prof. Knöjel
— allmählich zu einer „ganz normalen“ Fakultät wird. — Das Foto zeigt Prof. Burckhardı
rechts) im Gespräch mit dem Dekan, Prof. Dr. Rul Gunzenhäuser, bei der Emeritierungs-Bier.
(Foto: MPA]
Neu Professoren/innen
Kurz vorgestellt:
”rof. BrügGaemann
ınd Absorption, spontane und kohä-'ente
Raman-Streuung, laserindu-%erte
Fiuoreszenz) und deren Anvendung
zur zeitaufgelösten Beobıchtung
der in technischen Verbren
ıungssystemen, z. B. Motoren und
*euerungen, ablaufenden Vorgänge
Nach seiner Promotion zum Dr.-1g.
übernahm er 1989 als Oberingeieur
die Leitung einer Forschungs-‚ruppe
„Optische Meßtechnik und
/erbrennungsforschung“. Prof. Brügjemann
habilitierte sich 1993 auf die-‚em
Gebiet und folgte nun einem Ruf
ın die Universität Stuttgart.
Als neuer Leiter der Abteilung
\nwendungen am Institut für Therı10dynamik
der Luft- und Raumfahrt
1öchte er die physikalischen Vorgän:
‚e reagierender Strömungen (wie
/erdampfung, Vermischung und Verrennung)
mit zeitgemäßen Meßver:
ahren, insbesondere der Laser-Dia-Inostik,
verfolgen und mit Hilfe speziıller
Computer-Programme numesch
simulieren.
Um hierbei die komplexe Wechselvirkung
zwischen den einzelnen Teil-‚spekten
verstehen und nutzen 7u
Mit Beginn des
Wintersemesters
hat Prof.
Ir.-Ing. Dieter
3rüggemann
lie Nachfolge
Jon Prof. J.
Algermissen
als C3-Profes
sor für Kinetik
physikalisch-;hemischer
Prozesse am Institut für
"hermodynamik der Luft- und Raumahrt
angetreten. 1958 im westfäliichen
Lennestadt geboren, studierte
’rof. Brüggemann an der RWTH Aahen
zunächst Physik und erhielt don
985 sein Diplom. Als Wissenschaftliher
Angestellter arbeitete er bei
'rof. Knoche am Lehrstuhl für Techische
Thermodynamik in der Fakulit
für Maschinenwesen auf dem Gejet
der Lasermeßtechnik. Sein Spe-Jjalgebiet
waren hierbei spektroskoische
Meßverfahren (z. B. Emission
Personalia 1 9
ermen, müssen vielfältige Disziplinen
ler Natur- und Ingenieurwissenschafen
sowie der numerischen Matheı1atik
und der Informatik miteinander
'‚erbunden werden.
Die Methoden und Erkenntnisse
lienen über den Bereich der Luftınd
Raumfahrt hinaus auch der Weierentwicklung
anderer technischer
3ysteme. Durch die Kombination der
heoretischen und experimentellen
Jntersuchungen ist es heute bereits
jielfach möglich, die Ausbreitung von
Schadstoffen nicht nur in der Atmophäre
zu verfolgen, sondern ihre
intstehung direkt zu beobachten und
'u beeinflussen.
Prof. Brüggemann möchte zum
ınen in Vorlesungen und Übungen
jrundlegendes Wissen vermitteln,
:um anderen aber auch das Interesje
der Studenten wecken, bereits im
3ahmen von Studien- und Diplomarjeiten
an Forschung von aktueller
Ind zukünftiger Bedeutung mitzuwirc<en
Kurz vorgestellt:
Professor Gaul
Am 1. Juli
‚993 trat Prof.
Ir.-Ing. habil,
Lothar Gaul
die Nachfolge
von Prof. Dr.
rer. nat. Eppler
als Direktor
Jes Instituts A
für Mechanik
an. —- Geboren
1946 in Wilhelmshaven, absolvierte
er nach einer Werkzeugmacherlehre
sin Studium zum graduierten Maschinenbauingenieur
in Wilhelmshaven,
3ine Schweißfachingenieurausbildung
in Berlin und ein Studium zum
Jiplomingenieur an der Technischen
'Jniversität Hannover. Von 1973 bis
‚978 war er wissenschaftlicher Assi-;tent
am Lehrstuhl B für Mechanik
ıer TU Hannover, wo er 1976 mit ei-1er
Arbeit über Fundamentschwin-Jungen
promovierte. In seiner Habiliationsschrift
(1980) stellte er ein Verahren
zur Berechnung der Wechselvirkung
von Strukturen mit dem
3augrund vor. Als Privatdozent wurle
er Mitglied des Sonderforschungs-)jereiches
121 'Geräusch- und
Schwingungsvorgänge an Maschiıen'.
Im Alter von 34 Jahren wurde
Ir. Gaul an die damalige Hochschule
ind spätere Universität der Bundesvehr
in Hamburg berufen. Als Proessor
für Mechanik übernahm er dort
981 die Leitung des Instituts für Mehanik.
In der Forschung ergänzten
‘ich die Entwicklung und Anwendung
ıumerischer Verfahren mit der expeimentellen
Validierung. Als Beispiele
Jer von Prof. Gaul betreuten For-;chungsvorhaben
können hier nur
‘inige Themen genannt werden:
Nichtlineare Finite-Element-Be-'echnung
schnellaufender Kraftfahr--eugreifen
im Kontakt mit der Fahr-:ahn,
Randelementberechnung von
zrschütterungsausbreitungen, Mesjung
stationärer und instationärer
Nellenfelder durch holografische Inerferometrie,
Thermomechanische
Dptimierung keramischer Gleitringlichtungen
sowie Entwicklung von
iandelementverfahren für transiente
/orgänge in viskoelastischen Median.
Einen 1985 ergangenen Ruf der
Zuhr-Universität Bochum auf die Proessur
Mechanik | als Nachfolger von
?rof. Lehmann lehnte er ab.
Prof. Gaul ist in zahlreichen natio-1alen
und internationalen Fachorga-\isationen
und Herausgebergremien
aktiv, u. a. als stellvertretender Vorsit-‚ender
des VDI-Ausschusses „Matejaldämpfung“.
Seine wissenschaftlihe
Arbeit ist in rund 120 Veröffentlihungen
und Vorlesungsmanuskripen
dokumentiert. 1985 wurde er
'nläßlich des Deutschen Ingenieurta-Fortsetzung
auf Saite 2M