Volltext : Stuttgarter Uni-Kurier (61/65, 1994)

+ ttaarter Uni-Kurier Nr. 65/ Dezember 1994

‚oppelt diplomiert: Andreas Löffler (Iınks) und Bernhard Quendt

roto: Epnpler

)oppeldiplom mit Frankreich:

Frste deutsche Absolventen

Dipl.-Ing. Andreas Löffler und Dipl.-Ing. Bernhard Quendt sind die
jeiden ersten Deutschen mit einem Doppeldiplom der Elektrotechnik.
 Die beiden erfolgreichen Absolventen dieses anspruchs-‚ollen
 Studienprogramms der Universität Stuttgart und der T&leom
 Paris (ENST) konnten bei der Diplomabschlußfeier der Fa-<«ultät
 Elektrotechnik am 17. Oktober die Diplome beider Hochschulen
 entgegennehmen.

Jas Programm begann vor drei Jahan
 und war das erste Doppeldi-)omprogramm
 einer elektrotechnichen
 Fakultät in Deutschland mit
rankreich. Den Anfang machten
zwei französische Studenten, Oliver
Juroyon und Marc Lestrade, die ih-'e
 Diplome 1993 erhielten und jetzt
auf der französischen Seite von Alsatel
 SEL und Siemens tätig sind.
Andreas Löffler und Bernhard
Juendt begannen mit dem Pro-Jramm
 vor zwei Jahren und schlossen
 ihr Studium in diesem Jahr,
Jeichzeitig mit einem französischen
Studenten, Je&röme Martin, ab. Sie
ind damit die beiden ersten Deutchen,
 die dieses Programm erfolg-3aich
 absolviert haben.
Zur Zeit sind sechs weitere deutiche
 Studenten in Paris; zwei werlen
 ihr Studium im nächsten Jahr
ibschließen, die anderen haben erst
lieses Jahr angefangen. Von franzö-‘scher
 Seite ist zur Zeit ein Student
Stuttgart.
_ Die Vereinbarung der Fakultät
lektrotechnik mit ihrer Partner-“chschule
 Telecom Paris, Ecole
‘ationale Superieure des Telecom
Munications (ENST), über das inte
Werte Studium sieht vor, daß die
udierenden zunächst sieben Selester
 an ihrer Heimatuniversität
bsolvieren. Nach Abschluß der
fichtfächer des Hauptdiploms
“hließt sich ein viersemestriges
Studium an der Partneruniversität
N, das unter anderem auch eine
udienarbeit und ein Industrieprakkum
 beinhaltet. Die Diplomarbeit
Mrd von Professoren beider Univertäten
 gemeinsam ausgegeben und
‘etreut.
Dieses integrierte Studium stellt
he Ansprüche an die Studierenlen,
 bietet jedoch vor dem Hinter-Tund
 der europäischen Integration
nn der zunehmenden Verflechtung
‘Sr elektro- und informationstechni-“Chen
 Industrie in Europa große beliche
 Chancen. Zudem ist das
OPPeldiplom auch eine hervorra-One
 Voraussetzung für die wis-"Schaftliche
 Weiterqualifikation in
siden Ländern.
jnmeressenten können sich zu Bedes
 siebten Semesters bewerö
 Vorausgesetzt werden unter an-Dora
 überdurchschnittliches .
% und om, gute Französischkenntnisinet
 Fachgutachten. Über die
Comm me entscheiden Auswahldas
 de oner beider Universitäten.
Chulka ss Oh-Französische Hochir
 Ze leg fördert den Austausch;
in Stip erhalten Studenten in Paris
Sndium von 6000 Mark im

Im Moment ist das Interesse für
len Austausch, der allerdings aus
‚apazitätsgründen nicht beliebig
‚usgedehnt werden kann, auf deutcher
 Seite sehr rege. Auf französiıher
 Seite schien das Interesse
.rzzeitig zu erlahmen, was mit der
‚truktur des französischen Bilungssystems
 zu erklären ist: Als
‚bsolvent einer Grand Ecole
raucht man in Frankreich eigentlich
aine weiteren Zusatzqualifikatioen.
 Insbesondere dann, wenn diee
 Institution im nationalen Ranking
ıit an vorderster Stelle steht. Allerings
 scheinen sich auch französiche
 Studenten immer mehr für die
uropäische Idee zu erwärmen, so
aß ein Studium in Deutschland an
«Attraktivität gewinnt. Für 1995 ha-)en
 sich wieder fünf Doppeldiplom-‚spiranten
 aus Paris in Stuttgart anjemeldet.
 0
Contakt:
>rof. Dr.-Ing. P. Kühn, Dipl.-Ing. M.
stümpfle, Institut für Nachrichtenrermittlung
 und Datenverarbei-‚ung,
 Seidenstr. 36, 70174 Stutt-Jart,
 Tel. 0711/121-24 80, -24 85,
ax 0711/121-24 77

Aus den Fakultäten

Privatdozent Dr. Jörg Brüdern,
J)berassistent am Mathematischen
1stitut der Universität Göttingen,
1at am 1. November als Nachfolger
ıon Professor Volkmann die C 4-’rofessur
 für Mathematik übernomnen


ab

Jen Ruf auf die C 4-Professur für
;tädtebau und Entwerfen (Nachfoljer
 Prof. Humpert) hat Dr.-Ing.
z=ranz Pesch, freiberuflicher Archiekt
 (Büro für Städtebau und Er-1euerung
 in Herdecke/Ruhr) ange-190mmMen.


Jin

rivatdozent Dr. Reinhard Stei-1er,
 zuletzt Vertreter einer C 4-Proessur
 an der Universität Leipzig, hat
ım 11. Oktober die C 3-Professur für
\llgemeine Kunstgeschichte des
Aittelalters und der Neuzeit an der
Jniversität Stuttgart übernommen.

;ranziska Ullmann, selbständige
‚rchitektin in Wien, hat den Ruf auf
‚ie C 3-Professur für Räumliches
„estalten und Entwerfen (Nachfolge
‚of Schenk) anaenommen.

Internationale Beziehungen / Personalia 1 5

Friedrich Ackermann Woche, der wohl traditionsreichsten
Weiterbildungsveranstaltung auf
55 Jahre diesem Gebiet und wurde zum Prääidenten
 der European Organization
'or Experimental Photogrammetric
tesearch gewählt.
Zahlreiche Ehrungen begleiteten
redrich Ackermanns Laufbahn. Die
nternationale Gesellschaft für Pho-‘ogrammetrie
 verlieh ihm mit den
Itto-von-Gruber-Preis und der
3rock-Medaille die höchsten zu ver-Jebenden
 Auszeichnungen, die Uni-/ersität
 Wuhan ernannte ihn zum
Ehrenprofessor, die TH Helsinki und
die TU Wien verliehen ‘hm die Eh-"endoktorwürde
 und die britische
3esellschaft für Photogrammetrie
nählte ihn zum Ehrenmitglied.
1992 beantragte Friedrich Ackernann
 seine Frühpensionierung und
st seitdem mehr denn je am Stutt-Jarter
 Institut präsent. Von seinen
-ehrverpflichtungen entbunden,
vidmet er sich einem neuen Forichungsthema:
 als einer der Väter
ıer Aerotrinagulation versucht er,
jiese Methode nicht mehr an terretrischen
 Paßpunkten zu verankern.
)as Satellitenprogramm unter der,
lamen GPS bietet die Möglichkeit,
lie Flugzeugpositionen und die
stellungen des Flugzeugs im Au-Jjenblick
 der einzelnen Luftaufnahnen
 mit so hoher Genauigkeit fest-‚uhalten,
 daß künftig die Aerotrian-Julation
 an den Satellitenbahnen
'‚erankert werden kann.
Bei seinen Schülern und Freunlien
 genießt Friedrich Ackermann
1öchstes Ansehen. Das Institut für
’hotogrammetrie ehrt seinen langährigen
 Direktor am 4, November
mit einem Festkolloquium.

mit Rat und Tat bei ihren diesen
"hemen gewidmeten Dissertationsırbeiten
 zu unterstützen. Über seiı1e
 Mitarbeit in Normungsgremien
jes Fachgebietes Fördertechnik und
ıls Gutachter konnte er viele Ergeb-1sse
 seiner Forschungen in die Pra-“is
 einbringen.

Professor Beisteiner setzte sich
nit ganzer Kraft in der Selbstvervaltung
 der Universität Stuttgart eir
.nd wirkte maßgeblich an der Gestaltung
 neuer Studienordnungen
nit. In den Jahren 1972 und 1973
war er Dekan der Fakultät Konstrukions-
 und Fertigungstechnik. Daüberhinaus
 trug er als Leiter der
:achkommission Technik wesentich
 zum erfolgreichen Start der in
3aden-Württemberg neugeschaffeı1en
 Berufsakademie bei. Für seine
/erdienste bei dieser ehrenamtli-;hen
 Arbeit wurde ihm 1981 das
3undesverdienstkreuz 1. Klasse verijehen.
 Schon seit Beginn der achtzi-Jer
 Jahre pflegte Professor Beisteiıer
 intensive Kontakte zur Partner-;schaftsuniversität
 Wuhan in der VR
Zhina, wo er unter anderem 1983
ine zweimonatige Gastvorlesung
ıber Flurförderzeuge hielt. Im Jahre
987 verlieh ihm die Universität
Nuhan die Ehrenprofessur. Am 1.
Iktober 1992 wurde Professor Bei-;teiner
 nach neunundfünfzig Vorlejungssemestern
 emeritiert, was den
ıubilar aber keineswegs davon abalt,
 beinahe täglich an sein Institut
zu kommen, um seine wissenschaftichen
 Arbeiten fortzusetzen und mit
Doktoranden fachlich zu diskutieren.
D. Messerschmidt

sein 65. Lebensjahr vollendete am
November 1994 der langjährige
irektor des Instituts für Photogram-1etrie
 der Universität Stuttgart,
'rof. Dr. Friedrich Ackermann. —
329 in einem kleinen Ort im Land-‚eis
 Ehingen am Oberlauf der Doau
 geboren, studierte er nach dem
Abitur im Jahr 1949 Geodäsie an
‚er damaligen TH Stuttgart. AnicChließend
 war er viele jahre Mitar-'eiter
 bei der Firma Zeiss, bevor er
ın das Institute for Aerospace Sur-'ey
 and Earth Sciences (ITC) nach
‚olland ging. Dort erwarb er 1961
ien Master of Science. Seine wis-‚enschaftlichen
 Arbeiten in diesen
ahren machten ihn in kurzer Zeit
ıternational bekannt. Als Mitte der
jOer Jahre das Ordinariat für Photo
jrammetrie der Universität Stuttgar
J besetzen war, war Friedrich Ak-:jermann
 haushoher Favorit, obwoh:
ır erst 1964 promoviert hatte.
Am 1. April 1966 übernahm er
:as Institut für Photogrammetrie deı
‚niversität Stuttgart, das unter seiıer
 Leitung sehr schnell zu einer int:
‚rnational anerkannten Stätte von
orschung und Entwicklung auf-'ühte.

Ein Hauptthema seiner wissen-‚Chaftlichen
 Arbeit war damals die
‚ogenannte Aerotriangulation, mit
jer ein großer Bildverband simultar
jusgewertet wird. Friedrich Ackernann
 entwickelte eine Methode,
nit der die gleiche Genauigkeit erjelt
 werden konnte wie mit der Ste
eobildauswertung. Heute werden
veltweit vermutlich mehr als die
1älfte der Aerotriangulationen mi
len von ihm und seinen Mitarbei
ern entwickelten Methoden und
‘DV-Programmen bearbeitet.
Ein zweiter Schwerpunkt seiner
vissenschaftlichen Arbeiten ist das
ligitale Geländemodell. Dabei geht
as um die Beschreibung der Gelänleoberfläche
 mit Computertechnooagie
 und um die Analyse und Vi-‚ualisierung
 dieser Daten für unter-.chiedliche
 Problemstellungen.
Den dritten und jüngsten Schwer-‚unkt
 hat Friedrich Ackermann in
ıer digitalen Bildverarbeitung ge-‚etzt.
 Dabei hat er sich des Prolems
 angenommen, aus zwei digialen
 Bildern die Geländeoberfläche
‚der eine andere Objektoberfläche
ıutomatisch zu rekonstruieren. Da-1it
 erspart man sich die mühsame
nanuelle Messung an den photojrammetrischen
 Zweibildauswertejeräten.
 Ackermann hat mit seiner
Aethode die kleinste Quadrate-\usgleichung
 in die digitale Bildverrbeitung
 eingebracht.
Vielfältige Funktionen — auch auf
ıternationaler Ebene - wurden
lem Stuttgarter Wissenschaftler
bertragen. So war er u.a. Präsident
ner Kommission der Internationaan
 Gesellschaft für Photogrammerie,
 war nationaler Delegierter bei
erschiedenen Konferenzen der Ver:
inten Nationen, war in Programme
ar Entwicklungshilfe eingebunden,
irkte sei 1966 als einer der beiden
ter der Photogrammetrischen

Franz Beisteiner
70 Jahre

50 Jahre im $öffentlichen
 Dienst
zin Jubiläum
besonderer
Art konnte in
lJiesem Sommer
 Karl
Klein, Technischer
 Amtsrat
am Institut für
Nachrichtenvermittlung

und Datenverarbeitung,
 feiern: er kann auf eine
50jährige Tätigkeit im öffentlichen
Dienst und über 33jährige erfolgreizhe
 Arbeit für die Universität Stutt-Jart
 zurückblicken. Im Jahr 1944 be-Jann
 Karl Klein als Fernmeldebauehrling
 beim Stuttgarter Fernmelde-Jauamt.

1969 wechselte er an das neuge-Jründete
 Institut für Nachrichtenvernittlung
 und Datenverarbeitung uner
 Leitung von Professor Lotze; dort
»jefaßte er sich vor allem mit Vernittlungstechnik.
 1981 legte er nach
nem berufsbegleitenden Studium
las Diplom an der Württembergiichen
 Verwaltungs- und Wirtichaftsakademie
 ab. Seit 1981 war
darl Klein unter dem neuen Institutseiter,
 Professor Kühn, für die admiıistrativen
 Aufgaben des Instituts
‚uständig.
Mit dem 65. Lebensjahr ist Karl
<lein nun in den Ruhestand gegan-Jen.
 Institut und Universität danken
‘ür seine erfolgreiche Tätigkeit und
Nünschen ihm für den weiteren Le-Jensweg
 alles Gute.

Jr. techn. Franz Beisteiner, emerijerter
 Professor des Instituts für
:ördertechnik, Getriebetechnik und
3aumaschinen der Universität Stuttjart,
 vollendete am 3. Dezember
994 sein 70. Lebensjahr. Der ge-»jürtige
 Grazer, der an der Techni-;chen
 Hochschule seiner Heimattadt
 Maschinenbau studiert hat,
vurde nach mehrjähriger Industrieätigkeit
 im Hüttenkranbau 1963
um Professor und Institutsdirektor
ıch Stuttgart berufen.
Als engagierter Hochschullehrer
nd Ingenieur hat er mit großem Erlg
 bei seinen Studenten die Freude
m Konstruieren geweckt und damit
ür viele Junge Menschen den Grund:
itein für eine erfolgreiche Industrie
ätigkeit gelegt. Seine Forschungsichwerpunkte
 am Institut für Förder
achnik waren Untersuchungen zur
jeanspruchung von Flurförderzeu-‚en,
 Lebensdauerversuche an Gerieben
 und Modellrechnungen der
5purführungskräfte schienengeführ
er Krane.
Die Planung von innerbetriebli-‚hen
 Transportsystemen und Mesungen
 an Baggern im rauhen Fels
insatz bildeten weitere Tätigkeitselder
 des Fubilars. Als Doktorvater
ı1ahm er sich stets die Zeit, seine
vissenschaftlichen Mitarbeiter

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