Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1904, Jg. 3)

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Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Heft 12.
b) Fahrkammer.
Die Fahrkammer ist mit einer Fangvorrichtung
‚u versehen, welche beim Bruch der Seile sicher
'unktioniert; außerdem ist eine Vorrichtung anzuringen,
 welche bei etwaig auftretender großer
Tahrgeschwindigkeit die Fangvorrichtung selbsttätig
zuslöst. Wenn die Fangvorrichtung funktioniert,
nuß die Steuerung unterbrochen und der Elektronotor
 selbsttätig ausgeschaltet werden.
c) Türverschlüsse.
Sämtliche Etagentüren sind mit Sicherheitsverschlüssen
 zu versehen, welche nur das Öffnen derenigen
 Türen zulassen, vor welcher die Fahrkammer
steht. Die Türverschlüsse sind in gefälliger Form
auszuführen.

IV. Gegengewichte.
Die Gegengewichte sind im Aufzugsschachte
anzuordnen. Die Führungsbacken der Gegengewichte
sind in der gleichen Weise auszuführen wie diejenigen
 der Fahrkammer. Falls infolge der Länge
des Gegengewichtes Durchbiegungen auftreten kön:
nen, ist das Gegengewicht mit drei Führungsbacken
auszuführen. Mit den Gegengewichten ist außer
dem Gewicht der Fahrkammer die halbe Nutzlast
auszubalanecieren.

V. Seilrollengerüst.
Das Seilrollengerüst muß aus solider Eisenkonstruktion
 bestehen und für 10—15 fache Sicherheit
berechnet sein. Die Seilrollen sind so groß als
möglich auszuführen. Die auf der Welle laufenden
Rollen müssen mit Phosphorbronzebüchsen versehen
sein. Die aneinander laufenden Nabenflächen müssen
sauber bearbeitet sein. Die Seilrollen müssen mit
Schmiervorrichtungen versehen sein.
Die Lager der Seilrollenwelle sind so zu monneren,
 daß eine Lageänderung ausgeschlossen ist.

d) Steuerungshemmung.
Sowohl die Etagentüren als auch die Türe der
Fahrkammer sind mit Kontaktvorrichtungen zu
versehen, durch welche die Steuerung unterbrochen
vird, solange eine Etagentüre oder die Fahrkammerüre
 offen steht, d.h. der Aufzug darf erst dann
n Bewegung gesetzt werden können, wenn alle
Türen ordnungsgemäß geschlossen sind. Wenn der
\ufzug durch irgend einen Druckknopf eingeschaltet
wurde, müssen alle übrigen Druckkontakte wirkungs:
los sein.
IX. Ausführung und Anordnung der elektrischen
 Teile.
a) Sicherungen.
Für den Motorstromkreis ist unmittelbar an
ler Aufzugsmaschine eine eigene doppelpolige
Yatronensicherung oder Silberstreifensicherung anzubringen,
 welche schwächer ist als die an der Abzweigstelle
 der Motorenleitung angebrachte Sich erung.
Die Steuerungsleitung sowie die Leitung für
lie Glühlampe in der Fahrkammer sind ebenfalls
mit separaten Patronensicherungen (Siemens und
Halske) zu versehen.
b) Umschalter.
Der Umschalter für den Motorstromkreis ist so
anzuordnen, daß die Umschaltung stromlos erfolgt
ınd Lichtbogenbildungen vermieden werden.
c) Hauptausschalter.
Der an der Aufzugsmaschine angebrachte Hauptzusschalter
 ist als Momentausschalter vorzusehen.
d) Kontakte und Schalttafeln ete.
Alle Kontakte sowie die Querschnitte der stromührenden
 Teile sind so zu bemessen, daß bei dem
naximal auftretenden Betriebsstrom eine Erwärmung
iber 50°C nicht auftreten kann. Die Kontakte
ind so zu konstruieren. daß ein danernder licht.

VI. Zug- und Gegengewichtsseile.
Die Fahrkammer sowie das Gegengewicht ist
an je zwei Seilen aufzuhängen. Die Seile müssen
aus Tiegelgußstahldraht hergestellt und für eine
L0—15fache Bruchsicherheit berechnet sein. Die
Befestigungen der Seile müssen in solider Weise
arfolgen.

VIL Steuerung.
Der Aufzug ist mit einer sog. Eindruckknopfsteuerung
 zu versehen. Der Aufzug muß außerhalb
des Aufzugsschachtes mittels Druckkontakt zu jeder
Etage geholt werden können. In der Fahrkammer
ist außer den Etagedruckknöpfen ein besonderer
Haltknopf anzubringen.
Der Aufzug bzw. die Fahrkammer muß automatisch
 in der jeweils durch den Druckknopf geschalteten
 Etage halten. Die Druckkontakte müssen
in gefälliger Form und mit leicht leserlicher Schrift
ausgeführt sein. Die äußere Ausstattung des Druckknopftableau
 ist nach der gegebenen Detailzeichnung
 auszuführen.
VIIT. Sicherheitsvorrichtungen und Ver
schlüsse:
a) an der Aufzugsmaschine.
An der Aufzugsmaschine ist ein doppelpoliger
Momentausschalter für den Motorstromkreis anzu
bringen, welcher den Stromkreis selbsttätig unterbricht,
 wenn die Fahrkammer die oberste oder
unterste Haltestelle überfährt oder wenn eines der
Seile reißt oder hängt.
            
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