Heft 9. Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. 137
waren. Eine Erklärung wurde uns nicht gegeben. Vorsitzender: Die Rednerliste ist erschöpft.
Zum Schluß möchte ich an Herrn Direktor Singer Es ist eine Anfrage an Herrn Direktor Singer gestellt,
noch die Frage stellen, wie die Zunahme der Pumpen- .ınd ich möchte fragen, ob es ihm möglich ist, sie
arbeit mit zunehmendem Vakuum zu erklären sein zu beantworten.
dürfte. Direktor Singer: Ich habe die Sache noch
Direktor Multhauf: Ich möchte bezüglich 4icht eingehend untersucht; ich möchte aber die
der Korrosionen darauf aufmerksam machen, daß Ursache jetzt vorläufig darauf zurückführen, daß,
solche auch in den Kondensationspumpen bei wenn in die Luftpumpe ein Quantum Luft einge-Dampfmaschinen
vorkommen. Ich habe sehr starke lrungen ist, sie dasselbe zunächst gegen den Druck
Korrosionen in der Nähe der Ventilklappen ge- Aer Atmosphäre wegzuschaffen hat. Je schlechter
Funden. Den Ventilsitz habe ich an die Fabrik ein- IJas Vakuum ist, d. h. je mehr Luft der Dampf
geschickt und bekam die Außerung, daß, obwohl enthält, desto mehr muß herausgeschafft werden
das Material einwandfrei gewesen wäre, möglicher- und desto größer ist die Kondensationsarbeit.
weise die Korrosionen durch Auswaschungen von Vorsitzender: Ich danke dem Herrn Refe-Formsandkörnchen
infolge der _fforwährenden renten. für sein. Referat, ;
Wasserwirbel bei den Gummiklappen entstanden
sein könnten. Galvanische Wirkungen waren hier
ausgeschlossen, da nur Gummi und Eisen vor
handen war. Dann möchte ich noch eine andere
Anfrage stellen mit der Bitte um spätere Äußerungen
in den Mitteilungen. Wo sind Turbodynamos
für Gleichstrom in Betrieb, bis zu
welcher kleinsten und größten Leistung und welche
Erfahrungen sind damit gemacht worden? Es ist
mir mitgeteilt worden, daß einige Werke solche in
Betrieb hatten, aber den Betrieb derselben einstellen,
und daß eine Fabrik sie sogar wieder zurücknehmen
mußte.
Direktor Zetsche: Ich habe seit Oktober 1905
eine Gleichstromturbine von Brown, Boveri & Comp.
in Betrieb und möchte noch einmal auf die Korrosionen
in den Kühlwasserpumpen zurückkommen.
Auch bei uns traten in der Flügelpumpe und zwar
ausschließlich am Schaufelrad nach ca. 3 Monaten
solche ein. Ich. war auch erst der Meinung, daß
elektrische Erscheinungen die Ursache sein könnten,
um so mehr, als für unser Kabelnetz der blankverlegte
Mittelleiter angewendet ist. Jetzt nehme
ich jedoch an, daß diese auf schlechtes Material,
blasig gegossenes Eisen zurückzuführen sind, denn
das zweite Rad, welches auch aus Gußeisen hergestellt
ist, hat bis jetzt, nach ca. 21% Jahren, noch
nicht die geringsten Korrosionen gezeigt. Dabei
ist an anderen zugehörigen Verhältnissen nichts
geändert worden. Bezüglich des Kollektors möchte
ich noch erwähnen, daß unsere Turbinen im Jahresmittel
mit 1600 Amperes, in maximo mit 2200
Amperes, gearbeitet hat. Die Bedienung und Unterhaltung
des Kollektors erfordert ja etwas Mehrarbeit,
als wie der einer langsamer laufenden Maschine,
ich könnte aber nicht sagen, daß Unannehmlichkeiten
sowie besondere Betriebsschwierigkeiten oder
gar Störungen aufgetreten sind. Die Abnutzung
des Kollektors beträgt bis jetzt ungefähr 5 mm.
Zu Punkt 35.
Das Referat des Herrn Direktor Agthe wurde
ıuf den schriftlichen Weg verwiesen und wird daher
nachstehend abgedruckt. Der Vorsitzende
Wie haben sich Zähler mit Höchstverbrauchszeiger
bewährt?
a) bei Lichtanlagen?
b) bei Kraftanlagen?
50 lautet die Anfrage, die zu beantworten ich heute
versuchen will.
In erster Linie sollte festgestellt werden, ob
die zur Zeit im Gebrauch befindlichen Apparate,
die für das Werk wichtigste Belastung anzeigen
oder ob den Angaben zweckmäßig eine größere
Zeit als bisher üblich zugrunde zu legen wäre.
In den meiner Leitung unterstellten Werken
habe ich den Ausdruck Belastungsmesser für Höchst.
verbrauchszeiger eingeführt, da er mir richtiger
arscheint als letzterer, denn es wird doch tatsächlich
kein Höchstverbrauch, sondern eine mittlere Be-:astung
in dem gewählten Zeitabschnitt festgestellt.
Die von den OO. E. W. angewendete Bezeichnung
ı1at außerdem auch den Vorteil der leichteren Ausiprache.
Ich werde in dem weiteren Verlauf meiner
Ausführung daher immer das Wort Belastungsmesser
anwenden.
Um über die Erfahrungen der einzelnen Werke
Auskunft zu erhalten, schickte ich an 45 Elektrizitätswerke,
von denen ich nach den Angaben über den
Tarif annehmen konnte, daß sie solche Apparate
n Anwendung haben, ein Rundschreiben, auf das
32 Antworten eingingen. Drei von diesen Werken
»enützen die Apparate mit einigen Ausnahmen für
alle ihre Konsumenten, ein Werk für einen großen
Teil seiner Abnehmer und ein weiteres in einzelnen
Tällen für Abnehmer von Licht- und Kraftstrom,
vährend drei Werke die Apparate nur für Licht-