Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1915, Jg. 14)

Nov. 1915 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Nr. 170. 375
0—100 kW Belastung, cos # = 1; er heult
nicht.
Der Generator arbeitet belastet auf den Umformer
mit 0—100 kW, cos #6 = 0,5; er heult nicht.
Der Generator arbeitet belastet auf den Umformer,
dieser läuft leer und stark untererregt, so daß der
Generator belastet ist, bei etwa 505 Volt, mit
350 Ampere, cos @ etwa — 0; er heult nicht.
Der Generator arbeitet belastet auf das Drehstrom-Netz,
 Last etwa 0—50 kW, cos ®@ == etwa 0,5;
der Generator heult stark in einer Tonhöhe von
etwa 220 Schwingungen in der Sekunde.
Der Generator arbeitet nur auf den Umformer
geschaltet einphasig belastet, der Umformer
läuft leer, stark untererregt, Last des Generators
 bei 505 Volt, etwa 200 Ampere, cos p =
etwa 0 einphasig; der Generator brummt stark
in sehr tiefem Ton, ganz anders wie unter 6.
Bei den Messungen unter 6. wurde festgestellt,
daß die Phasen ungefähr gleich belastet waren und
ein Erdschluß nicht vorhanden war.
Worauf ist es zurückzuführen, daß der Generator,
wenn er auf den Umformer geschaltet läuft, nicht
heult, und daß er heult, wenn er mit gleicher Spannung,
 gleichem Strom ‚und gleicher Phasenverschiebung
 auf das Netz arbeitet?
Städtisches Elektrizitätswerk Uelzen.

Das Geräusch der Bürsten des Gleichstromerzeugers
 muß sich durch besonders hergestellte
3Zürstenhalter oder durch Anbringung zuverlässig
nittönender (mitschwingender) Klötze an vorhandenen
Bürstenhaltern nicht nur in der Tonhöhe herabsetzen,
;ondern auch in seiner Aufdringlichkeit nach dem
»nfachen physikalischen Gesetze mildern lassen,
ı1ach welchem die Tonstärke und die Tonhöhe bei
gegebener Krait der Tonerregung von der Eigenschwingungszahl
 bzw. der Masse des erregten
<örpers abhängt. Ob die Massenänderung an den
3Zürsten oder an den Bürstenhaltern vorzunehmen
‚st, muß der Versuch lehren, der gleichzeitig feststellt,
 ob erstere oder letztere den unangenehmen
Ton ergeben. Wir geben hierin keiner eigenen Erlahrung,
 sondern unserer Vermutung Ausdruck; denn
ınsere Turboerreger laufen von jeher geräuschlos,
Das Lutftgeräusch der Drehstromerzeuger wird,
antgegen der Annahme des Fragestellers, nach unseren
zuverlässigen Erlahrungen bestimmt durch Anschluß
 eines Holzkanals ausreichend gedämpft,
wenn ein bis zwei rechtwinklige Bogen eingebaut
sind. Ausschlagen des Kanals mit Eisenblech von
0,5 bis 1 mm Stärke gegen Entzündung des Holzes bei
Maschinenkurzschlüssen läßt die Besserung bestehen.
Eisenblechkanäle geben keinen zuverlässigen Erfolg.
Betriebsamt des städtischen Licht- und Krafitwerkes Glauchau.
A. R. Kügler. /

Antworten auf Frage 241.
Beseitigung des Geräusches von Dampfturbinen.
Im Kraftwerke II des Städt. Elektrizitätswerkes
Bremen hatten sich nach Inbetriebnahme eines
Turboaggregates von 6500 kW Leistung (minutl.
Umlaufszahl === 3000) durch das Geräusch der Abluft
 gleichfalls Schwierigkeiten ergeben.
Die Abluft des Generators wird zur Vermeidung
von Geräusch und Wärme im Keller durch einen
zum Teil in Rabitz, zum Teil in Mauerwerk unter
dem Kellerfußboden ausgeführten Kanal ins Freie
geführt.
Bei der Inbetriebnahme zeigte es sich, daß die
Abluft ein stark dröhnendes Geräusch erzeugte, so daß
Beschwerden der Nachbarschaft mit Sicherheit zu
erwarten waren. Das Geräusch war bei ruhigem
Wetter auf etwa 1 km Entiernung zu vernehmen
und gab zu Gerüchten von der Ankunit eines
Zeppelins usw. Veranlassung.
Abhilfe wurde durch Einbau einer Lufitkammer
aus Mauerwerk etwa in der Mitte des Kanals geschaften.
 Die Kanaldecke ist auf die Länge der
Kammer entfernt und der Kanal durch eine in der
Mitte dieser Öffnung errichtete Mauer unterbrochen,
so daß die Abluft erst nach Ablenkung in die
Kammer durch den alten Kanal austreten kann.
In der Kammer steht der Luft etwa der dreifache
Querschnitt wie im Kanal zur Verfügung.
Durch diese Unterbrechung des Kanals ist das
Geräusch der Abluft wesentlich vermindert worden.
Es ist zweckmäßig, die Kammer zunächst
provisorisch in Holz (Doppelwände mit Sandfüllung)
auszuführen, um sich Gewißheit über richtige Lage
und Größe zu verschaffen.
Dipl.-Ing. Koch,
Betriebsingenieur des Elektrizitätswerkes Bremens.

Zur Milderung des Abluftgeräusches unserer
Turbogeneratoren haben wir auf deren Abluftöffıungen,
 die frei nach oben in das Maschinenhaus
ıusblasen, mit gutem Erfolg Schalldämpfer aufzesetzt.

Die Schalldämpfer sind Kästen aus starkem
ı1artem Holz von gleichem Querschnitt wie die Abuftöffnungen,
 sie sind 50—60 cm hoch und entı1alten
 drei gegeneinander versetzte Prallwände. Die
schalldämptende Wirkung ist befriedigend, sie kann
ibrigens noch durch Belegen der Innenwände des
Xastens, oder wenigstens der Prallwände, mit Gumminatten
 oder dergl. wesentlich verstärkt werden.
Selbstverständlich darf durch diese Einrichtung
die Verengerung des Luftquerschnittes nicht zu weit
getrieben werden. Es empfehlen sich daher Temperaturbeobachtungen
 der Abluft. |
Städtisches Elektrizitätswerk und Straßenbalın,
Freiburg im Breisgau, te
Kleine Mitteilungen, _

Elektrische Beleuchtung in Kasernen.
Zu den Fragen, die im Deutschen Reichstag bei der
Beratung des letzten Militär- Etats — also vor Ausbruch
des Weltkrieges 1914 — eine Rolle spielten, gehörte erreulicherweise
 auch die, welche im Sinne zeitgemäßer Verjesserungen
 der Kasernen-Beleuchtung von den Abgeordneten
angeregt und von der Regierung wohlwollend aufgenommen
wurde. Die kriegerischen Verhältnisse haben es mit sich
zebracht, daß z.B. die in Groß-Berlin vor einiger Zeit zur
Ausbildung nach Allenstein eingezogenen Männer des unzedienten
 Landsturms Gelegenheit hatten, dortselbst in der
von ihnen bezogenen neuen Artillerie-Kaserne Baulichkeiten
ür Militärzwecke kennen zu lernen, die auch hinsichtlich
Beleuchtung nach ganz modernen Grundsätzen
:äingerichtet sind. Die Berliner Landstürmer waren
            
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