Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1915, Jg. 14)

376 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke, Nr. 170. Nov. 1915

jedenfalls allgemein hocherfreut, statt der befürchteten sparsamen
 Erhellung durch Petroleumlampen überall moderne
elektrische Glühlampen-Beleuchtung vorzufinden. Für die
Manschaftsstuben sind je nach Größe ein bis vier elektrische
Glüh-Lampen von meist je 16 Kerzen installiert, die in bekannter
 Aufmachung an Schnüren von den Decken herunterhängen.
 Diese Zimmer werden bei Anbruch der Dunkelheit
vom Unteroffizier vom Dienst von einem Hauptschalter
aus eingeschaltet und dann nach 10 Uhr abends (im Winter
nach 9 Uhr abends) ausgeschaltet. Für die Lampen in den
Stuben des Ausbildungs-Personals sind die Einrichtungen
so getroffen, daß hier Ein- und Ausschalten unabhängig vom
Hauptschalter in den Zimmern selbst bewirkt werden kann.
Für besondere Bedürfnisse in bezug auf Ausschaltung der
Beleuchtung in den Mannschaftsstuben sind auf den Fluren
Schalter vorgesehen, mit denen der Unteroffizier vom Dienst
dieses bei Bedarf bewirken kann. Daß auch die übrigen
Räume wie Klosetts, Treppenaufgänge usw. elektrisch in
dieser modernen Kaserne beleuchtet sind, braucht nach dem
Vorhergesagten nicht besonders betont zu werden. Die
großen Vorteile und Annehmlichkeiten, die gerade durch
die bequeme elektrische Beleuchtung im Kasernenleben
hervortreten, sind sowohl seitens des Ausbildungs-Personals,
wie auch der Mannschaften allgemein als eine große Er-Jeichterung
 empfunden worden. Besonders wird die elekirische
 Beleuchtung in dieser modernen Kaserne jetzt im
Winter von den Mannschaften geschätzt, die aus alten
militärischen Baulichkeiten eintreffen. Während in der neuen
Kaserne durch das elektrische Licht überall ausreichende
und äußerst bequeme Helligkeit herrscht, mußten sich diese
Mannschaften in alten Militär-Gebäuden mit mehr denn
dürftiger Petroleum-Beleuchtung abfinden. Natürlich zwingt
auch der zur Zeit herrschende Petroleum-Mangel die Militär-Verwaltung
 dazu, mit diesem Erdöl sparsam umzugehen.
Dementsprechend sind die täglich für die Erhellung der
Mannschalfts-Stuben usw. zur Verfügung gestellten Petroleum-Mengen
 recht gering bemessen. jedenfalls wird der während
des Krieges auch militärisch empfundene Petroleum-Mangel
dazu führen, von dieser Lichtart nach dem ‘Kriege recht
schnell in allen Kasernen abzugehen, damit wir auf alle
Fälle von ausländischen Beziügen auch in zukünftigen Kriegs-*ällen,
 die hoffentlich ausbleiben mögen, unabhängig werden.

Das aber können wir praktisch dadurch erreichen, daß wir
n allen militärischen Baulichkeiten zum elektrischen Licht
ibergehen, denn Kohlen zur Erzeugung des. elektrischen
5tromes über dem Wege: Dampfkessel, Dynamomaschine,
/erteilungsnetz usw. haben wir ja glücklicherweise in
ler deutschen Erde noch immer in unerschöpflicherni
/orräten zur Verfügung! Es kann nach den in Allentein
 in der Kaserne mit der elektrischen Beleuchtung
‚emachten Erfahrungen keinem Zweifel unterliegen, daß der
nöglichst weiten Verbreitung dieser modernen Lichtart in
leutschen Kasernen überhaupt in dem Ausbildungs-Personal
ebhafte Befürworter entstehen werden. Recht beachtenswert
st auch die Stimmung der Landstürmer selbst, die durch
ten Ausbildungs-Kursus in der Kaserne bis zu einem gevissen
 Grade erst die Annehmlichkeiten der elektrischen
beleuchtung „im eigenen Haushalt“ kennen und schätzen
jelernt haben und dementsprechend oft genug ihrer Meinung
iahin Ausdruck geben, daß sie nach Friedensschluß und
lückkehr in ihre Groß-Berliner Wohnungen recht bald die
on ihnen bis jetzt noch benutzten primitiven Beleuchtungsırten
 zu Gunsten des elektrischen Glühlichtes aufgeben
vürden. Es ist jedenfalls neben den vielen schlimmen
Criegserscheinungen auch eine vom technischen Standpunkt
'echt erfreuliche gute Seite des großen Zeitereignisses, wenn
jo durch moderne Beleuchtungs-Einrichtungen in Kasernen
zewissermaßen ganz von selbst für die Verdrängung verılteter
 Beleuchtungen im Haushalt Propaganda gemacht wird.
P. M. Grempe.

Mitteilungen aus der Industrie.
Von Firmen eingegangene Drucksachen.
Holz-Imprägnier-Werke G. m. b. H., Prag: Sonderdruck
ines in der Oesterr. Wochenschrift für den öffentlichen
Zaudienst, Heit 33, Jahrgang 1915 erschienenen Artikels:
‚Ueber Holzkonservierung einst und jetzt“. 8 Seiten stark,
nit 4 Kunstdrucktafeln. Unseren Mitgliedern werden SonderiIrucke
 auf Verlangen kostenlos zur Verfügung gestellt von
ler Geschäftsstelle der Vereinigung der Elektrizitätswerke,
D)resden-A., Strehlenerstr. 72, und dem Vertreter obiger Firma,
lerrn Adolf Kropp. Dresden, Plauenscher Platz 2.

Der heutigen Nummer sind beigelegt und werden der Beachtung der Leser empfohlen Druckschriften der Firmen:
Geschäftsstelle für Elektrizitätsverwertung, e. V., Berlin W. 57: Flugblatt 147.
Gußwerk Aachen G. m. b. H., Erste Aachener Riemenscheiben- und Roststabfabrik, Aachen Rhld., betr. Gewea-Eternit
ges. gesch. Roststäbe, Ketten- und Wanderrostglieder,
Gustav Herrmann, Berlin SW., Alte Jacobstraße 120 b, Massenfabrikation von Schildern für alle industrielle und ge-.
 werbliche Zwecke, .
Chr. Hülsmeyer, Maschinenfabrik, Düsseldorf, betr. Verfahren und Einrichtung, um im Wasser absorbierte Gase auszuscheiden
 (D. R. P. 288 158). :
J. Ed. Wunderle, Mainz a. Rh., betr. Warnungsplakate aller Art für Industrie und Gewerbe, Eisenbahnen, Forstverwaltungen,
 Gemeindebehörden usw.
Man beziehe sich bei Bestellungen, die auf diese besonderen Beilagen hin
erfolgen, auf die „Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke‘‘,
Ferner liegt bei: Nr. 36 der „Verkaufsliste‘“, November 1915.

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Verantwortlicher Schriftleiter und Verlag: W. Meng in Dresden; Druck: Ernst H. Meyer in Dresden.
            
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