Aug. 1919 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Nr. 247. „215
Maschinennormalien - Kommission.
Normalien
für die
Verwendung von Aluminium und Kupfer bei den Wicklungen
von Maschinen und Transformatoren.
Zur Ersparnis von Kupfer sollen elektrische Maschinen
und Transformatoren bis auf weiteres gemäß nachstehenden
Angaben bewickelt werden.
Für Maschinen und Transformatoren bleiben bis auf
weiteres die in den $8 18 und 21 der Maschinennormalien
angegebenen Temperaturgrenzen um 10% erhöht. Die durch
S 19 festgelegten Werte dürfen nicht überschritten. werden.
Bei Motoren bedeutet die Herstellung der Wicklung
aus Aluminium im allgemeinen ein technisches Hindernis
jür die Innehaltung der normalen Anschlußbedingungen.
Diese Motoren fallen deshalb unter 8 9 der Anschlußbedinzungen.
Angaben über die Ausführung der Wicklungen
von Maschinen und Transformatoren,
a) Asynchrone Drehstrommotoren.
schränktem Raum, Ersatz vorhandener Kupfermotoren
bei gegebenen Abmessungen.
Gewisse Spezialmaschinen und -transformatoren, wie
z. B. eye Eichmaschinen, Transformatoren
für Gleichrichter. ,
Maschinen und Lufttransformatoren für Seeschiffe.
Anhang: Einheitstransformatoren.
Die Normen für Einheitsformatoren sind in den „Miteilungen“
1919, Seite 64—67. veröffentlicht.
Kommission für Elektrizitätszähler.
Die Ausnahmebestimmungen über Anwendung von
srsatzmetall bei Elektrizitätszählern, wie sie in den „Miteilungen“
1919, Seite 45, veröffentlicht sind, werden hiernit
aufgehoben. Es wird nochmals darauf hingewiesen,
laß die Zählerkommission des Verbandes auf Grund einzehender
Beratungen zur Ersparung von Kupfer empfiehlt,
lie Messungen von elektrischer Arbeit bis 100 kW tunlichst
ıuf der Niederspannungsseite vorzunehmen, da die Genauigzeit
hochspannungsseitiger Messungen bis 100 kW geringer
st, als wenn niederspannungsseitig gemessen, und die
Transformatoren verluste berechnet werden.
Leistungabgabe
Wicklungen
bis 1,0 kW
über 1,0 bis 100 kW... .-über
100 kW .
Cut
Al
Al oder ('u
Kommission für Fernmeldeanlagen.
A. Allgemeine Bestimmungen.
.. Für isolierte Leitungen in Fernmeldeanlagen darf von
jetzt ab Kupfer neben Aluminium in vollem Umfange
verwendet werden. Ausgenommen hiervon sind nur
die in den Normalien unter Nr.5 und Nr.7 bis Nr. 9
ausdrücklich dafür angegebenen Leitungen.
Baumwolle und Naturseide dürfen zur Isolierung von
Fernmeldeleitungen nicht verwendet werden.
Für Anlagen der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung
sowie der Eisenbahnverwaltung haben diese Bestimmungen
keine Geltung.
Lagerbestände von isolierten Leitungen, die nach einer
irüheren Fassung der Normalien für Fernmeldeleitungen
hergestellt sind und von Leitungen, die aus Heeresbeständen
erworben sind, können bis auf weiteres aufgebraucht
werden.
B. Normalien für isolierte Leitungen in Fernmeldeanlagen
(Schwachstromleitungen),
1. Allgemeines.
Werden mehrere isolierte Leitungen miteinander veß
jeilt, so sind die einzelnen Leitungen möglichst so zu kennzeichnen,
daß sie ohne weiteres voneinander zu unterscheiden
sind.
2. Beschaffenheit der Leiter.
Als Leiter sollen Metalle von folgender Beschaffenheit
verwendet werden:
Kupfer, dessen Leitfähigkeit bei 20° mindestens 50, entsprechend
einem spezifischen Widerstand von
höchstens 0,02 (bezogen auf I m und 1 mm?*),
setragen muß. (Die 8$ 1 und 2 der Kupfernormalien
sind bis auf weiteres dahin abgeändert,
daß für Leitungskupfer ein Widerstand
von 20 Q für 1 km Länge und 1 mm? Querschnitt
bei 20° C zugelassen wird.) Kupferleiter,
die mit einer Isolierhülle von vulkanisiertem
Gummi umgeben sind, müssen feuerverzinnt!)
sein.
dessen Leitfähigkeit bei 20° mindestens 30, entsprechend
einem spezifischen Widerstand von
‘höchstens 0,033 (bezogen auf 1 m und 1 mm?*),
betragen muß.
3. Asphaltdraht,
geeignet zur festen Verlegung in dauernd trockenen
Räumen über Putz.
Bezeichnung: KA.
Der Leiter besteht aus einem massiven Aluminiumdraht
und wird doppelt mit Papiergarn oder Papierband in
Spannungsgrenzen: 100 bis 6000 V.
Käfigwicklungen können auch in Zink ausgeführt werden.
Cu ist zulässig für den Läufer von zweipoligen Motoren
über 5 kW.
b) Asynchrone Einphasenstrommotoren
arhalten Kupferwicklungen.
c) Drehstromgeneratoren und -Synchronmotoren
erhalten Kupferwicklungen. Dgmpfturbogeneratoren können
auch mit Aluminiumwicklungen ausgeführt werden.
d) Einphasenstromgeneratoren.
und -Synchronmotoren.
Wie Drehstromgeneratoren und -Synchronmotoren.
e) Gleichstrommaschinen
erhalten Kupferwicklungen.
f) Umformer
erhalten Kupferwicklungen.
g) Transformatoren.
Die Wicklungen von Transiormatoren sind im allgemeinen
in Aluminium auszuführen, jedoch darf für eine
Wicklung Kupfer verwendet werden, wenn das Verhältnis
Leistung des Transformators (kVA) Sr
m n..“ bei Drehstrom gleich
Spannung der Wicklung (kV) .
oder kleiner als 1,0, bei Einphasenstrom gleich oder kleiner
als 0,6 ist.
Bei Ofentransformatoren mit mehr als 2000 A Gesamtstromstärke
werden die Wicklungen in Kupfer ausgeführt.
h) Drehtransformatoren
erhalten Kupferwicklungen.
i) Wechselstrom-Kollektormotoren
erhalten Kupferwicklungen.
k) Motoren für kurzzeitigen Betrieb ($4 der M.-N.)
erhalten Kupferwicklungen.
1) Drosselspulen.
Für Drosselspulen gelten die Angaben über Translormatoren.
m) Ausnahmen,
jür die Kupfer verwendet werden darf:
i. Maschinen, bei denen die Wärmeableitung besondere
Schwierigkeiten macht, wie z. B. Kapselmotoren ohne
zünstliche Kühlung, Bremslüftmotoren, Abteufmotoren.
Maschinen und Transformatoren, die besonders leicht
sein müssen, wie z. B. elektrische Werkzeuge, Lokomotiviransformatoren.
Gewöhnliche, ortsveränderliche (fahrder
tragbare) Maschinen und Transformatoren fallen
unter die allgemeinen Bestimmungen.
Maschinen und Transformatoren, deren Abmessungen
nachweislich durch Raumverhältnisse oder andere Konatruktionsteile,
die sich nicht ändern lassen, gegeben
3ind, wie z. B. Umformer für Unterwerke mit sehr be-1)
Zur Verzinnung kann bis auf weiteres eine Blei-Zinn-Legierung
‚erwandt werden.