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10) Zu möglichst sicherer Erreichung des Zweckes wird für
jeden Theilnehmer, nach Massgabe seiner besonderen Verhältnisse,
ein bestimmter Lehrplan festgesetzt, welchen er genau
zu befolgen hat, wie auch die hienach vorgeschriebenen Vortragsund
Übungsstunden im Einzelnen pünktlich einzuhalten sind.
11) Jeder Theilnehmer hat bei seiner Zulassung ein Eintrittsgeld
von 10 Ji. und für jedes Semester ein Unterrichtsgeld
von 20 JL zu entrichten, welches je am Anfang
des betreffenden Semesters vorauszubezahlen ist.
Bei nachgewiesener Mittellosigkeit kann jedoch vom zweiten
Semester an solchen Theilnehmern, welche über Fleiss und sittliches
Verhalten gute Zeugnisse haben, das Unterrichtsgeld ganz
oder theilweise nachgelassen werden.
Auch können nach Umständen an bedürftige und würdige
Zöglinge Stipendien zum Besuche des Unterrichts verliehen
werden.
12) Auf Verlangen wird den Theilnehmern je am Schlüsse
eines Halbjahrs ein Semestralzeugniss ausgestellt.
Beim Austritte, nach Absolvirung der planmässigen Kurse,
erhalten dieselben ein den Gesammterfolg ihrer Studien umfassendes
Zeugniss.
Die im Bisherigen geschilderte Einrichtung gewährt zugleich
den Zöglingen der Kunstschule Gelegenheit zur
Erlernung der für das eigentliche Kunststudium (Bildhauerei und
Malerei) erforderlichen architektonischen und ornamentalen Fächer,
gleich wie andererseits vom kunstgewerblichen Unterricht
aus der Übertritt zum eigentlichen Kunststudium
Personalbestand der Kunstgewerbeschule.
Vorstand: Oberbaurath Professor Dr. v. Leins.
Lehrer am:
Atelier für Architektur: Reinhardt, Professor. Stylkunde mit
Übungen.
Seubert, Professor. Perspektive. Architektur- und Fachzeichnen.
Kraft, Architekt. Geometrisches Zeichnen. Projektionslehre.
Lehre der Schattenkonstruktionen.
Atelier für Bildhauerei: Kopp, Professor. Modelliren.
Goll, Bildhauer. Holzschnitzen.
Mayer, Professor. Ciseliren.
Atelier für Malerei: v. Kurtz, Professor. Figurenzeichnen.
Kolb, Professor. Ornamentenzeichnen mit Entwerfen. Fachzeichnen.
Ornamenten- und Figurenmalen.
Gross, Dekorationsmaler. Ornamentenzeichnen, Pflanzenzeichnen
und Malen , Ornamenten-, Porzellan - und
Majolika-Malen.
Der Unterricht in der Kunstgeschichte wird am Polytechnikum,
derjenige im Zeichnen, Malen und Modelliren nach dem
lebenden Modell und in der Anatomie an der Kgl.
Kunstschule ertheilt.
Diener der Kunstgewerbeschule: (prov.) Feldmann.
Stuttgart, im Juli 1884.
Direktion des K. Polytechnikums:
Eck.