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nur in vollkommenerer Organisation und etwa abgekürzter Wieder—
holung erfolgt und wiederum mit der Wiege beginnt und mit dem
Grabe endigt, wobei aber eine Erinnerung an die frühere Persön—
lichkeit physikalisch so ziemlich ausgeschlossen wäre, und der alte Übel—
stand des tierischen Elementes im Menschenwesen eben auch wieder
da wäre, eine Annahme, die bei Nietzsche in der weniger glücklichen
Form einer ewigen Wiederkunft des Gleichen Ausdruck gefunden
hat, oder aber es würde überhaupt kein stofflicher Leib mehr gebil—
det, sondern ein verklärter, also wohl ätherischer Leib aus Materie
zweiter Ordnung, über den wir nichts aussagen können, weil wir
keinen erfahrungsmäßigen Vorgang der Art kennen. Es wäre aber
auch denkbar, wenngleich weniger wahrscheinlich, daß von der Seele
überhaupt nichts den Tod überdauert, und daß das einzige an uns
Erinnernde die Wellen wären, welche unsere psychischen Regungen
vermittelst der Psychonen während des Lebens ins Ur aussenden, und
daß unser ganzes inneres Leben in Form einer Wellenbewegung
durch das Ur schwebt, und in dasselbe wie in ein Buch eingetragen
wäre, und unter Umständen ohne zu erlöschen andauert, ähnlich wie
das Wellenbild einer erloschenen Sonne im Ather. Auch in diesem
Falle ist eine Wiederbelebung physikalisch denkbar, und es scheint
dabei eher noch eine Möglichkeit der Erinnerung zu bestehen. Hier
hört aber die wissenschaftliche Betrachtung auf und muß dem
Glauben innerhalb der Schranken seiner Zeit das Feld räumen.
So sehen wir, daß die Unsterblichkeit nicht streng beweisbar ist,
finden aber, daß viel dafür spricht und nichts dagegen. Es steht bei
Gott, d. h. es hängt von den Energien des Ur ab. Aus der Tatsache
aber, daß es uns bei aller Uberlegung eben nur möglich ist, das Fort—
leben als wahrscheinlich zu bezeichnen, ergeben sich für uns wichtige
Schlußfolgerungen. Zuvörderst, daß es nicht unsere Aufgabe sein
kann, die Freiheit der Söhne Gottes in einem ideellen Reich der
Träume jenseits des Todes zu suchen, sondern vielmehr, daß wir
mit den Füßen fest auf der Erde stehen und der Wirklichkeit der
realen Welt zugewandt uns umsehen und genießen, was der Tag be—
scheidet, mit unsern Händen aber nicht bloß für das Bedürfnis des
Tages arbeiten, sondern unserer Arbeit die höhere Weihe der Ab—
zielung auf das kommende Reich der Gerechtigkeit, der Wahrheit
und der Schönheit geben, auf eine Weltverklärung, die uns kein
Gott in den Schoß legen kann, sondern die wir selbst aus unserem
Innersten heraus erarbeiten müssen. Weiterhin ersehen wir, daß
eine Wahrscheinlichkeitshoffnung nicht den Schwerpunkt unserer
Weltanschauung bilden kann. Dagegen haben wir das allergrößte
Interesse daran, hier auf Erden in Harmonie mit dem Göttlichen
zu stehen, und diese innere Einheit, die Versöhnung mit Gott, das
innere Zeugnis des Gewissens über die Entwicklung aller potentiel—