Volltext : Das neue Weltbild nach dem Niedergang der mechanischen Naturauffassung am Ende des zweiten nachchristlichen Jahrtausends

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auf einen einheitlichen Ursprung zurückführt, und so den Schleier
lüftet, der auf diesen Vorgängen lag. Wir haben in dem einheit—
lichen Urgrund die Fülle aller potentiellen Energien, welche durch
die bewegende und gestaltende Urkraft zur Differenzierung gelangen
als Modifikationen des Ur. Diese Gebilde führen den Namen Psy—
chonen und bilden die Bausteine aller psychischen Tätigkeit. Durch
Zusammenschluß von Psychonen zu Atheratomen entsteht die Ma—
terie zweiter Ordnung, der Ather; durch Zusammenschluß von
Atheratomen zu Elektronen und Bildung von Elektronensystemen
entstehen die Atome und aus ihnen die Materie erster Ordnung, der
Stoff, welcher demnach in letzter Linie aus eigenartig zusammen—
geordneten Psychonen besteht und somit nichts anderes darstellt als
einen spezifischen Bewegungskomplex im Ur. Die vorhergehende
Differenzierung verhält sich dabei der folgenden gegenüber als
Unterlage.
Aus dem Stoff gehen hinwiederum durch Emanzipation von
Elektronen die elektrischen Erscheinungen, und aus den Elektronen
durch Emanzipation von Psychonen Leben und Bewußtsein her—
vor, so daß ein vollkommener Kreislauf vom Ur weg und wieder
zum Ur zurück durch die gesamte Erscheinungswelt hindurchführt,
welche, wie ersichtlich, lediglich aus Differenzierungen und Diversi—
fikationen des Ur besteht. Es gibt nur eine letzte Ursache für die Er—
scheinungen, nur eine letzte Realität, nämlich das Ur und seine Ener—
gie zur Einheit des unendlichen Wesens verbunden. Der Alther ist
eine sekundäre Bildung und der Stoff eine tertiäre. Kausalitäts—
gesetz mit Erhaltung der Energie und Entwicklungstendenz sind die
Betätigungen Gottes in der Welt. Alles Leben ist in ihm, alles
Sein, alles Geschehen geht aus ihm hervor, weil er der einheitliche,
allen Dingen zugrunde liegende Urgrund ist. In ihm leben, weben
und sind wir. Die Energien sind Bewegungen und führen je nach
der Beschaffenheit und wandelbaren Ausprägung verschiedene Na—
men und bilden die gesetzmäßigen Naturvorgänge durch das Wechsel—
spiel des Energiegefälles. Es bewaährheitet sich so das Wort des Hera—
klit, daß alles in beständigem Flusse ist.
So haben wir ein wahrhaft monistisches, einheitliches Bild von
dem Aufbau der Welt, das nur Ein Wirkliches, Gott, kennt und alle
Erscheinungen auf diesen letzten erkundbaren Grund zurückführt,
wodurch sich eine große Vereinfachung unserer Naturauffassung er—
gibt. Die Zusammenhänge ergeben ein systematisch in sich geschlos—
senes, lückenloses, harmonisches Gesamtbild, welches ebenso natür—
lich als wissenschaftlich begründet und innerlich befriedigend sich
darstellt, und von welchem aus Fragen zur Lösung gelangen, in
welche bisher kein Einblick zu erreichen war. Es liegt, um ein Bild
von Mach zu gebrauchen, der Ring der physikalischen und psycho—
            
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