Der Plaß haf aljo im Laufe der Zeif manherlei
Wandlung erfahren. Er ijt nicht mehr
der alte; die früheren Pafrizierhäujfer find
durch Bürogebäude erjeßt oder zu {Jolchen
umgebauf worden. Seine innere Bedeutung
ijt alfo eine ganz andere geworden. Troßdem
haf der Verfalfer des Arfikels in der Magdeburgifdhen
Zeitung Rechf, wenn er in den Ablichten
der Poftverwaltung eine Gefahr für den
Plaß witterf, der in feiner jegigen Geffalt immer
noch einer der {chönften Architekfurpläge der
Stadf ijff. Er fordert für den Neubau die Ausichhreibung
eines Wettbewerbes, entweder eines
allgemeinen oder eines bejchränkten, und hofff,
daß Sich auch in Verbindung mif diejem Wettbewerb
die beim Reichsbankneubau gemachten
Fehler ausgleichen oder bemänfeln laffen
Nir können dieje Forderung voll unfertügen.
Denn wir haben ficherlich Baukünjfler,
die imffande find, einen guten Neubau, der
die Zeit feiner Entf/tehung nicht verleugnef, an
die Stelle des alten zu jeßgen und doch die
Harmonie und die Haltung des alten Plaßes
zu wahren.
Auch darin haf der Verfaffer recht, daß der
„Dom zu Magdeburg und der Domplag Werke
ind, die nicht provinzielle, jondern deutfjche
Bedeufung haben.“ Ein Wettbewerb auf breiter
Bafıs würde allo durchaus berechfigf fein.
Walter Lehweß.
DA
DIE SOGEN. ALTE ARTILLERIEKASERNE HAUS DOMPLATZ Nr. 11
Nach einer Zeichnung von Oswald Pohl
BURG UND STADT WETTIN.
Von Regierungs- und Baurat Plathner, Halle a. S.
(Schluß.)
Auf dem Stich entspricht sie dem Typus der
‚omanischen Dorfkirchen der Gegend: ein querrechteckiger
Turm mit Satteldach, daran anschließend
das rechteckige Schiff. 1817 fand der letzte Gottesdienst
in ihr statt, zwischen 1820 und 1830 wurde
sie wegen Mangel an Mitteln zu ihrer Unterhaltung
niedergerissen. Jetzt sind nur noch geringe Mauerreste
vorhanden. Rechis neben der Peterskirche
erblickt man bei Merian die Trümmer eines riesigen
runden Turmes, des „Hundeturmes“. Da der Winkel
keinen Bergfried enthielt, ist dieser Hundeturm offenbar
der Bergfried der gesamten Unterburg. Er ‚stand
hier an der geeignetsten Stelle, um den Aufgang
zur Burg zu beherrschen, die einzige, einem ernsthaften
Angriff ausgesetzte Seite zu Schützen und
die Verbindung mit der Oberburg zu sichern. Aut
die Erklärung seines Namens und die Beziehungen
zur Bedeutung Wettins als Gerichtsstätte einzugehen,
ist hier nicht der Ort. Heute ist der Turm völlig
verschwunden. Der Platz, wo er gestanden hat, liegt
von Futtermauern eingefaßt um etwa 2 m höher als
der übrige Petersgarten, die Erhöhung ist offenbar
aus den ungeheuren Schuttmassen des abgebrochenen
Turmes entstanden (s. Abb. in Heft 4, S. 55 oben)
Die Oberburg. Die Oberburg, das königliche
Burgamt, erhielt ihre heutige Gestalt im 17. und
18. Jahrhundert. Der Meriansche Stich zeigt noch
verschiedene Gebäude mit-Giebeln und Erkern, an der
äußersten Ecke einen vortretenden Turm, der wohl
als Wartturm am westlichen Ende der: Burg dem
Ninkelturm im Osten entsprach, das Ganze ist über--‚agt
von einem trümmerhaften mächtigen Rundturm,
ihnlich dem Hundeturm der Unterburg, dem Berg-'ried,
dem Kern der romanischen Burg. Seine
Mauern sollen 20 Fuß dick gewesen sein, sein
Durchmesser muß also wenigstens. 20 m betragen
ıaben. 1698 ließ Dankelmann die Reste abtragen,
ja er den Hof zu sehr beengte. Dieser: Hof war
m Mittelalter rings von Gebäuden umgeben. Jetzt
st an der Ostseite eine Lücke. Der hier stehende
Gebäudeflügel, der das aus Sandstein gewölbte Tor
anthielt, ist 1775 wegen Baufälligkeit abgebrochen
worden. Der wichtigste Bau ist das Amtshaus, das
als Wohnung für den Domänenpächter diente, alle
andern sind jetzt bedeutungslose Wirtschaftsgebäude.
Das Amtshaus verdankt seine Entstehung Johann
Teinrich von Menius, der 1663 das Amt übernahm.
Zr ließ „die Burg reparieren und vermehrte sie mit