Volltext : Die Farbige Stadt (Jhg. 4, 1929-30)

Rationalisierung wissenschaftlicher Gemeinschaftsarbeit in der
Anstrichtechnik

Der im Jahre 1926 auf Anregung der Lack und Farben
arzeugenden Industrie und der Großverbraucher beim Verein
deutscher Ingenieure gebildete Fachausschuß für Anstrichtechnik:
 wurde in diesen Tagen durch übereinstimmenden
Beschluß des Vereins deutscher Ingenieure und des Vereins
deutscher Chemiker erweitert. Er führt jetzt die Bezeichnung
„Fachausschuß für Anstrichtechnik beim
Verein deutscher Ingenieure und Verein
deutscher Chemiker.“ Die Geschäftsführung bleibt
nach wie vor in der Geschäftsstelle des Vereins deutscher
Ingenieure, Berlin NW 7, Ingenieurhaus. In der Zusammenjetzung

 des Fachausschuß-Vorstandes unter der Leitung des
Herrn Ministerialrat Dr.-Ing. Ellerbeck, Reichsverkehrsministerium
 Berlin, tritt keine Änderung ein.
Diese gemeinsame Förderung wissenschaftlicher Belange wird
zweifellos auf die Klärung offener Fragen der Anstrichstoffe
wie der Anstrichtechnik außerordentlich befruchtend wirken.
Die Veranstaltungen des Fachausschusses und seine wissen-«chaftlichen
 Forschungen, die bisher schon die lebhafte Aufmerksamkeit
 der Fachleute erregt haben, werden sie durch
die Erweiterung in noch größerem Maße finden.

Buchbesprechungen
Kalk-Verlag, Berlin W 62, Kilianstraße 2

72 Seiten mit 24 Abbild. Preis 4,60 RM. Porto 0,30 RM.
Die Ausführung von 1300 qm Sgraffitoputz bei der Wiederherstellung
 des 1924 abgebrannten Neuen Baues in Ulm hat
dem Verfasser Gelegenheit gegeben, die Wirtschaftlichkeit von
Sgraffitoausführungen näher zu untersuchen. Mit der genauen
Beschreibung der Arbeitseinteilung und der Arbeitsvorgänge
beweist Kraus, daß Künstler wie Handwerker, Architekt wie
Maler eine große Befriedigung in der Ausführung von Sgraffitoarbeiten
 finden können und Hervorragendes zu leisten
vermögen, wenn nur in ihnen das Streben nach selbständiger
Leistung noch nicht erstorben ist: wir sehen des Künstlers
Fähigkeit, seinen Entwurf selbst auszuführen, wie den frei
schaffenden Handwerker, der sich von der Schablone und
Pause loslöst und freihändig ins Große überträgt, was nur in
kleiner Skizze vorgelegt ist.
Zugleich gibt das Buch an Hand genauer Kostenaufstellungen
 sowohl einen treffenden Beweis von der
wirtschaftlichen Überlegenheit der freihändigen Arbeitsweise
gegenüber der gebundenen, als von den Gestehungskosten des
Sgraffitoputzes überhaupt. Eine eingehende Beschreibung der
Arbeitsvorgänge, der Werkzeuge, der Rohstoffe ‚und ihrer
Zusammensetzung machen schließlich das Buch unentbehrlich

ür jeden, der sich ‚mit der neuzeitlichen Fassadengestaltung
sefaßt.

Neue Schriftenmappe

‚24 Schrifttafeln‘, Mappe mit 25 Alphabeten und 25 praktischen
 Beispielen, Preis 10,— RM. Herausgegeben vom
Verlag: „Fachblatt der Maler - G. m. b. H.“, Hamburg 36.
Alster- Terrasse 10.
Der bekannte Hamburger Verlag, der vom ersten Tage
eines Bestehens an bestrebt war, nur Bestes zu geben, hat
ıuch in seinem neuen Schriftwerk die Gegensätze, gut und
loch billig, vereinen können und eine Schriftenmappe ge-;chaffen,
 die einzig in ihrer Art ist. Es dürfte für den Preis
von 10,— RM. wohl kaum etwas Gleichwertiges an Schrift
zu haben sein. Selbst die als „alt“ bekannten Schriften wie
‚Latein“ und „Gotisch‘ erscheinen in einer von modernster
Auffassung bestimmten Darstellung: Aus dem Inhalt der
Mappe nennen wir Blockschrift, Neue Lateinschrift, Ornamen-;al
 - Grotesk, Schablonenschrift, Reklame - Grotesk, Rustika,
verschiedene Antiqua, Eckige Fraktur, Neue Bastardschrift.
Modern Gotisch, Antiqua-Kursiv, Grotesk und Basalt und
ine Reihe reizvoller Abwandlungen moderner Schriften. —

Geschäftliche Mitteilungen

Ein vorzügliches Reinigungsmittel von besonders guter
Wirkung hat die Firma Henkel & Cie Akt.-Ges., Düsseldorf,
 in den Handel gebracht. „iMi“ muß als ein Spezial-Reinigungsmittel
 gelten, das wie kein anderes Fett und Ol
leicht auflöst und beseitigt. Aber auch anderer Schmutz
wird durch „iMi‘“ schnell und sicher beseitigt. Das
„Schnell-Reinigungsmittel“ — so hat man es genannt —
und zwar mit Recht — hat eine große Bedeutung für das
Malergewerbe, und es dürfte von Interesse sein. einmal
etwas näher darauf einzugehen.
Wie schon erwähnt, besteht der Vorzug für unser Gewerbe
 bei „iMi“ besonders darin, daß es Fett und Ol
leicht beseitigt: und zu diesem Zwecke kann es auch z. B.

lurch Ablaugen der Wände und Decken, der Öölfarb-‚estrichenen
 Flächen usw. mit allerbestem Erfolg vervendet
 werden. Aber auch Farbflecke lassen sich damit
chnell beseitigen. Besonders zweckmäßig habe ich das
Aittel für die Reinigung von Farbtöpfen, Eimern, Pinseln usw.
jefunden. Hier bedeutet es eine große Zeit- und Arbeits-;rsparnis,
 Sehr leicht ist auch das Reinigen der Stein-»öden
 und Fensterscheiben mit „iMi“ vorzunehmen.
„Mi“ brennt nicht und ist geruchlos und hat eine desnfizierende
 Wirkung. Mit einem Eßlöffel „iMi“ auf ıo 1
1eißes Wasser erhält man eine richtige Lösung, die aber
vuch nach Belieben stärker gemacht werden kann. Zum
Reinigen der Hände von Farbe und Schmutz gibt es kein
sesseres Mittel. PP.

Herausgeber: Cornelius Gurlitt und der Bund zur Förderung im Stadtbild e. V., Hamburg. Schriftleitung, verantwortlich für den
Teil „Stadtbaukunst‘: Regierungsbaumeister a. D. Walter Lehweß, Berlin-Nikolassee, von-Luck-Str, 22, für den Teil „Die farbige
Stadt‘ und „Die Gestaltung der Reklame im Stadtbild‘: Dr. phil. Edmund Meier-Oberist, Hamburg-Wandsbek, Schimmelmannstr. 19,
ür den Teil „Friedhof und Denkmal‘: Dr. Stephan Hirzel, Berlin W 50, Prager Str. 15. Für die Anzeigen verantwortl.: Hans Stelter,
 Berlin-Lichterfelde, Rankestr. 52. Für Rücksendung unverlangter Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Angenommene
 Aufsätze gelten als vom Verlag mit allen Rechten erworben. Alle Rechte vorbehalten. Copyright 1929 by Merkur-Buchhandlung
 Dr. Ekkehart Staritz, Berlin W 50, Augsburger Str. 39. Fernspr.: J 1 Bismarck 9800. Druck: R. Boll. Buchdruckerei
G. m. b. H., Berlin NW 6, Schiffbauerdamm 19.
Bezugspreis: Vierteljährlich RM. 3,60, halbjährlich RM. 7,—, zuzüglich Porto, zahlbar im voraus oder sofort nach Rechnungsarhalt.
 Ahbestellungen müssen 4 Wochen vor Vierteljahresschluß beim Verlag eingegangen sein. KEigentumsvorhehalt bis zur
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