Windturbinen haben in der Entwicklungsgeschichte der Windkraftmaschinen
trotzdem eine fortschrittliche Rolle gespielt, und zwar hinsichtlich der Regulierung.
Anfänglich wurde eine Regulierung durch Flächenverkleinerung
dadurch versucht, daß man ganze Felder von 8 bis 10 Flügelchen um peripheriale
Achsen ausschwenkte, Bei Sturm sah das Windrad dann aus wie ein aus
lauter Flügelchen gebildeter Hohlzylinder, Bald ging man aber zu einer
Regelung über, ähnlich derjenigen, die bei den Jalousien der Windmühlen
üblich ist. Man drehte die Flügelchen um ihre Längsachse, so daß bei stärkstem
Winddruck alle Flügelchen im Schnitt standen. Doch auch diese Regulierung
erwies sich als unsicher, Es war schon an sich schwer, die gewaltige Flügelfläche,
die fast einer vollen Scheibe gleich kam, sturmsicher zu bauen, Die Drehbarkeit
aller Flügel machte sturmsicheren Bau immer unmöglicher. Einzelne Flügelgelenke
versagten, das Flügelchen schlug an den Turm und riß eine Reihe
weiterer Flügel mit heraus. Wochenlang stand dann die Windturbine, bis sie
sachgemäß repariert werden konnte. Statistische Erhebungen sollen ergeben
haben, daß rund ?!/, aller Windturbinen wegen Sturmschaden stehen,
Hier ist aber grundlegender Wandel geschaffen. Man gab es auf, die ganzen
Flügel drehbar zu machen, die Windräder wurden zu einem festen Stück
zusammengenietet, ohne jede Beweglichkeit und Gelenke am Rade. Dafür
aber wurden zwei Windfahnen verwendet, Die Hauptfahne hielt das Rad
ständig gegen den Wind vorgedreht. Eine Seitenfahne jedoch dreht das Rad
aus dem Wind, wenn der Winddruck zu groß wurde. Beide Fahnen waren durch
Federzug voneinander getrennt. War aber der Winddruck so groß, daß er den
Federzug überwinden konnte, so klappten beide Fahnen aneinander und, mit
der Seitenfahne verbunden, klappte auch das Windrad aus dem Winde heraus,
Das Rad steht bei Sturm völlig im Schnitt und bekommt nur einen dementsprechend
minimalen Winddruck. Leistung wird nicht mehr abgenommen,
ein Durchgehen ist unmöglich. Dieses Abdrehen bewährt sich ganz vorzüglich,
solange man den Fahnendruck genügend groß machen kann, um ein schnelles
Drehen herbeizuführen. Die einzelnen Stöße der Böen (Pulsationen) dauem
nämlich nur 2 bis 4 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit muß das Rad abgedreht
sein, oder es wird einer Gewaltprobe auf Sturmfestigkeit unterzogen, der die
Windturbinen mit ihren riesigen Flächen nicht standhalten können, Man
macht schon die Windfahnen mindestens so lang, als der Raddurchmesser
beträgt. 12 m-Räder erfordern 12 m freitragend in den Raum stoßende Windfahnen,
die ziemlich schwer werden. Über 12 m-Windturbinen sind
daher auch kaum gebaut worden. Ganz seltene Versuche, 15 m-Räder zu
schaffen, endeten meist mit dem Zusammenbruch, Nur in windschwachen
Gegenden sind so große Räder vielleicht möglich.
Daß die Windturbinenräder mit zunehmender Größe schwieriger sturmsicher
zu bauen sind, geht aus den mit der Größe steigenden und überhaupt
sehr hochliegenden Preisen hervor, Nach amerikanischen Katalogen von 1929
und deutschen Preisangeboten ergeben sich nachstehende Verkaufspreise pro m®
Flügelfläche, Diese Berechnungsart ist gewählt, weil die Leistung einzig und
allein mit der Flügelkreisfläche wächst.
Zum Vergleich sind Repellerpreise angegeben, wie sie 1927 ermittelt wurden.
Inzwischen sind Repeller zunächst nicht mehr gebaut worden, weil die Aufgabe,
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