Volltext : Die Volkswohnung : Zeitschrift für Wohnungsbau und Siedlungswesen (Jhg. 2, 1920)

ELKART, Holzbauten der Stadt Spandau.

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fußboden ausgestattet ist. Auf diese Weise ist
außerdem eine möglichst kurze Führung der Zuand
 Abflußleitungen ermöglicht, da Abort und
Ausguß unmittelbar an einem Strang zusammen
gelegen sind. Vom Flur ist durch eine Klappe
mit Leiter der Keller zugänglich.
Die Wohnungen sind mit Kachelöfen und
Kachelherden ausgestattet. Die Wände haben
3zinen Anstrich mit Karbolineumfarbe in hellen
Fönen erhalten. Auch das Äußere der Holznäuser
 ist in heller Holzfarbe mit roten Türen
und Klappläden und schwarz abgesetzten Linien
zehalten. Die Gärten sind unmittelbar von der
Xüche durch einen offenen Austritt zugänglich.
Die Größe der Gärten schwankt zwischen 180 bis
250 qm. Für die Anfuhr von Dung sind besonjere
 Dungwege vorgesehen. Die Häuser sind seit
>twa einem Jahr bewohnt. Es ist bisher, obwohl
yerade die ersten Monate noch in die kälteste

Jahreszeit gefallen sind, nicht über Kälte geklagt
worden, so daß die getroffenen Maßnahmen für
Wärmeschutz sich als ausreichend erwiesen haben.
Die Kosten der Holzhäuser betragen einschließlich
 aller Wege- und Leitungsarbeiten
1482000 M. Ein Holzhaus Typ I, enthaltend
ı Zweizimmerwohnungen (Abb. 7. u. 8), stellt sich
ıuf rd. 48000 M., ein Holzhaus Typ II, enthaltend
5 Einzimmerwohnungen (Abb. 5 u. 6) auf rd.
50000 M. Von diesen Kosten sind vom Wohnungsrerband
 rd. 916 000 M. Überteuerungszuschüsse
zewährt worden, so daß seitens der Stadt noch
566 000 M. zu tragen sind. Die Mieteinnahmen,
lie auf 315 M. für eine Einzimmerwohnung und
145 M. für eine Zweizimmerwohnung festgesetzt
sind, ergeben eine Verzinsung dieses Kapitals mit
7 vH., die zur Zinszahlung und Tilgung des
Kapitals und zur Unterhaltung und Verwaltung
der Baulichkeiten erforderlich ist.

Holzhäuser in

Groß-Berlin.
Tiede-Dominik mit je 9 Häusern und Olof Boecker mit
7 Häusern).
Sämtliche 150 Häuser sind nach dem gleichen Typ
ıls Eintamilien-Doppelhäuser erbaut, weisen jedoch in den
\bmessungen und im Äußern geringe Abweichungen voninander
 auf. Jede Wohnung besteht aus einer Wohn--üche,
 je einer Stube im Erd- und Dachgeschoß, einem
\bort mit kleinerem Vorraum, in dem sich der Ausguß
efindet, und einem rund 10 qm großen Keller (vgl. Abb. 3).
Die Fundamente, Kellermauern und Schornsteinkästen
ınd in Bruch- oder Ziegelsteinen gemauert, alle übrigen
’eile sind in Holz ohne Verwendung von Putz ausgeführt.
ie Wände sind Fachwerkwände, die entweder in alther-'‚ebrachter
 Weise ziımmermannsmäßig oder aber, um eine
pätere Zerlegung der Häuser zwecks Aufstellung an an-‚erer
 Stelle zu erleichtern, nach bestimmten Richtlinien
ıhne Zapfen und Zapfenloch vermittels Nagelung erichtet
 sind; letzteres kann besonders Hann von Vorteil
ein, wenn der Siedler am Bau seines Hauses selbst Hand
ınlegen soll. Die Wände sind innen und außen mit ge-;pundeter
 Schalung versehen, die im Innern stets gehobelt.
st. Nach außen kann die Schalung auch rauh bleiben,

inen Versuch im großen mit dem Holzbau hat der Wohnungsverband
 Groß-Berlin gemacht: er hat in neun
Kolonien (Berlin: Schwedter Straße, Adlershof, Britz,
Friedrichsfelde, Hohenschönhausen, Johannisthal, Pankow,
Steglitz und Wittenau) insgesamt 150 Holzhäuser errichtet.
Die entstandenen Siedlungen sind zum großen Teil fertiggestellt
 und können demnächst bezogen werden. Die hier
geschaffenen Wohnstätten werden dazu beitragen, das
Vorurteil, das bisher in Deutschland leider gegen Holznäuser
 als Dauerwohnstätten bestanden hat, zu beseitigen.
Die Güte und Wohnlichkeit eines Holzhauses hängt
allerdings sehr von der sachgemäßen Ausführung ab.
Die deutsche Holzindustrie ist aber durchaus imstande,
allen zu stellenden Anforderungen zu genügen, und sie ist
leistungsfähig genug, durch massenweise Herstellung von
Häusern auch ın ihrem Teil an der Beseitigung der Wohnungsnot
 erfolgreich mitzuarbeiten. Das beweisen die
für den Wohnungsverband hergestellten Bauten, an deren
Ausführung acht Firmen beteiligt sind. (Vom H.I. V.
lie Firmen Christoph & Unmack, Gottfried Hagen, Siebelwerk
 und DeutscheBarackenbau-Geselischaft mit zusammen
107 Häusern, Ruberoidwerke mit 1ıS Hänsern, Tacohi und

Abb. I.

Ahh_

Jolzhäuser in Groß-Berlin. Wand- und Dachkonstruktionen System OLOF ROECKER.
            
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