HAUSMANN, Holznot. — Mitteilungen.
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örterung, daß eine solche Wirtschaftspolitik vernichtend
sein würde. Wie dem auch sei, die Preise der vom
Reich verkauften Heereshölzer haben sich inzwischen —
allerdings mit einer gewissen Gewinnbeteiligung des
Reichs — um das Vielfache vermehrt, Einen Versuch,
dieser im Sommer 1919 voraussehbaren Entwicklung vorzubeugen,
der wohl möglich gewesen wäre, hat man
nicht gemacht.
Immerhin spielen diese Holzmengen aus Heeresbeständen
nur eine untergeordnete Rolle neben dem gesamten
Jahresertrag der deutschen Wälder, wie er durch
Versteigerungen der Besitzer — Staat, Gemeinden,
Private — alljährlich in den freien Handel gebracht wird.
In Preußen besaß der Staat bisher etwas über ein Drittel
les gesamten Waldes, etwa 2%, Mill. ha, der Rest gehörte
Gemeinden, Stiftungen und Privaten. In den übrigen
Ländern wird das Verhältnis ein ähnliches sein. Der
jährliche Ertrag in Preußen war etwa 7 Mill. Festmeter
Bau- und Nutzholz und 6 Mill. Festmeter Brennholz.
Das Reichswirtschaftsministerium hat, freilich zu spät,
lie Grenze für die Ausfuhr von Holz jetzt geschlossen.
Leider ist damit nicht allzuviel gewonnen. Zu dem Loch,
las in Westen nun seit einem Jahr den Rest deutschen
Wohlstandes verschlingt, haben sich neuerdings in den
Abstimmungs- und Abtretungsgebieten des Ostens und
Nordens neue Löcher aufgetan, deren unheilvolle Wirkung
sich nur durch scharfe Kontrolle der Eisenbahntransporte
würde beheben lassen. Trotz des Ausfuhrverbots wird
also bestenfalls mit einem Beharren, kaum mit einem
Sinken der Preise zu rechnen sein. An den Erträgnissen
des Waldes zehren nun eine Anzahl von Großverbrauchern,
deren Bedarfsdeckung für die Aufrechterhaltung des
deutschen Wirtschaftslebens ein unabweisbares Bedürfnis
ist. Es sind dies vor allem Bergbau und Eisenbahn. Erst
danach folgt der Wohnungsbau.
Würde der Wohnungsbau mit den gewaltigen Kosten
belastet, die heute für Bauholz gezahlt werden müssen
und die von Tag zu Tag weiter ansteigen und die Aufstellung
eines Kostenanschlags unmöglich machen, so
würde jede Bautätigkeit unterbunden und. die Zuschußwirtschaft
ins Unabsehbare hinein gesteigert, Erträglich,
weil zur Sparsamkeit anreizend und den Fleiß des selbst
Hand anlegenden Siedlers fördernd, ist allein die Hergabe
ollliger Baustoffe. Es ist der Weg, den Friedrich der
Große beschreibt und der dem alten Patronatsrecht zuzrunde
liegt. Erfreulicherweise hat sich die preußische
Corstverwaltung entschlossen, 400 000 Festmeter Holz für
len gemeinnützigen Kleinwohnungsbau herzugeben. Die
Oreise, die die Regierung auf 130, 150, 170 und 190 M. je
Cestmeter für die vier Klassen festgelegt hat, sind zwar
aicht niedrig, aber festbleibend, so daß sichere Unterlagen
ür die Kalkulationen gegeben sind. Es muß nun die
destimmte Erwartung ausgesprochen werden, daß die
waldbesitzenden Gemeinden, denen täglich unerwartete
ınd noch unabsehbare Konjunkturgewinne in den Schoß
zeschüttet werden, sich ebenfalls auf ihre Pflicht beinnen,
der Wohnungsnot, unter der sie leiden, aus
»igenen Mitteln durch Hergabe von Holz zu den Preisen
les preußischen Staates abzuhelfen. Insbesondere wird
ıber die ländliche Siedlung auf die Förderung durch
len ländlichen großen und kleinen Forstbesitz rechnen
nüssen. =
Wenn nun hiermit auch eine gewisse Grundlage für
lie Holzversorgung des Kleinwohnungsbaus geschaffen
st, so muß man sich doch darüber klar sein, daß die
lage gegenüber dem vorigen Jahr sehr erschwert ist.
Die Preissteigerung erzwingt Ersparnisse, wie man sie
rüher doch nicht in dem Maße glaubte anstreben zu
nüssen. In dieser Richtung ist durch die Normenbewegung
»ereits ein neuer Weg beschritten. Wenn zum Beispiel
lurch die Normen für Türen und Fenster beträchtliche
Irsparnisse nicht nur an Kosten, sondern auch an
Aaterialverbrauch erzielt worden sind, so läßt sich von
len Balkennormen nicht das gleiche sagen. Da der
jäger das Holz gewinnt, wie es das Gatter am günstigsten
;rgibt, ist die Festlegung auf bestimmte Maße vielfach
on zweifelhaftem Wert. Richtig ist allerdings der Gedanke,
je Maße auf das statisch Notwendige zu beschränken, be-‚onders
in der Breite, In der Balkenhöhe zu sehr zu
paren empfiehlt sich dagegen wegen des Durchbiegens
ınd Schwankens nicht. Am ehesten wird sich bei der
Disposition im großen durch die Festlegung der Längen
‚on Balken und Sparren eine wichtige Ersparnis erjelen
lassen, sobald typische Grundrisse in größerem
Umfang zur Ausführung stehen.
Wichtiger noch ist aber der Verzicht auf das Bauen
nit Kanthölzern überhaupt. Die Übertragung der Kon-;:truktionsformen
des Eisens und Eisenbetons; die zuıAächst
vielfach als Spielerei betrachtet wurde, hat eine
;echt ernste Bedeutung gewonnen. Dünne Gitterträger
‚us Holzlatten oder Schwarten anstatt der massigen Dachtühle,
Balken, etwa nach der Angabe Lewandowskis, die
ıalbe Rundhölzer in der Druck- und Zugzone enthalten,
aüssen Gemeingut werden. Gerade diesen Versuchen
ollten die Wohnungsfürsorgegesellschaften ihre besondere
\ufmerksamkeit zuwenden. Selbstverständlich bedürfen
ıiese Binder und Balken einer unter sorgfältiger Übervachung
stehenden, sauberen Arbeit. Es steht aber nichts
m Wege, sie fabrikmäßig auf dem Holzoplatz herzustellen
ind fertig zu versenden.
Die wichtigste Aufgabe ist, die Verteilung und wirtchaftliche
Bearbeitung des Holzes so vorzubereiten, daß
ıs nicht allein der städtischen Kleinhauskolonie, sondern
‚anz besonders dem ländlichen Einzelsiedler zugute
zommt, der beim Bau des eigenen Hauses selbst Hand
ınlegt. Ihm muß in diesem Jahr besondere Liebe und
*örderung zugewandt werden, denn von ihm ist am
neisten zu erhoffen. Hausmann.
Mitteilungen.
Raummangel nötigt uns, in diesem Heft die mit einer Belebung der Bautätigkeit infolge des durch
Mitteilungen in kurz zusammengedrängter Form zu die Kohlennot verursachten Baustoffmangels nicht zu
ringen. ‚echnen. Ein großer Teil der vorhandenen Baustoffe
In der Preußischen Landesversammlung entwarf der nuß zudem noch für den Wiederaufbau Frankreichs
Minister für Volkswohlfahrt Stegerwald gelegentlich der .bgegeben werden. Gegenüber der Forderung, der
Aussprache über die Höchstmietenanordnung, die be- MWohnungsnot durch vermehrte Errichtung von Hochzanntlich
von Hausbesitzerkreisen heftig angefehdet 'auten zu steuern, betonte der Minister, daß es für diese
worden ist und der demokratischen Partei Anlaß zu nn den geeigneten Baustoffen fehlt, während die Auseinem
Antrag auf Nachprüfung der Rechtmäßigkeit ge- ährung von Flachbauten technisch leichter möglich ist.
geben hatte, ein Bild von den gegenwärtigen Wohnungs- line ausschließliche Zuwendung der Überteuerungszuzuständen
in Deutschland, das ernsteste Besorgnis für die chüsse für den Flachbau ist nicht beabsichtigt. Der
Zukunft erwecken muß. Nach den Angaben des Ministers Frundstückswechsel hat gegenwärtig einen außerordentsuchen
in Groß-Berlin gegenwärtig etwa 80000 Haus- ich hohen Umfang angenommen. Ankäufe durch Aushaltungen
Wohnungen, in Breslau 10000, in Köln 6000. inder zwecks Verwendung ihrer deutschen Markguthaben
Dabei verschärft sich die Lage infolge der Rückkehr der ind an der Tagesordnung. Vielfach werden dabei die
Kriegsgefangenen und der Zuwanderung aus dem Osten Aietsteigerungen durch Aufnahme neuer Hypotheken
äglich mehr. Gegenwärtig sind in Deutschland eine ealisiert, so daß eine beträchtliche Verschuldung des
Million Familien ohne geeignete Behausung. Dabei ist rund und Bodens eingesetzt hat. In dieser Verschuldung