Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis. Obcramt Böblingen. 
Weit im ScHcinbucH (!Vile ((88). 
Gotische eo. Kirche znin heiligen Martin, mit trefflich gebautem romanischem 
Turm an der Ostseite des hohen gotischen Chors. Über dem Nordeingang zum 
Schiff 1508. Der Brand vom Jahr 1558 äscherte fast das ganze hochgelegene Dorf 
ein und beschädigte auch stark die Kirche, daher das Kappeugewölbe des Chores und 
wohl auch die getäfelte Decke des Schiffes. Hübsche hölzerne Emporenträger. Lebens 
großer Kruciffxus ans Stuck, 1583. Pfarrhaus 1589. Ältere Grabsteine. 
Bei der Kirche die ehemalige sehr alte Bebenhäuser Pflege, jetzt Rathaus. 
— Noch stehen einige hübsche Holzhäuser. (K.) — Der Ort gehörte den Pfalzgrafen 
von Tübingen; im Jahr 1188 hatte es Pfalzgraf Rudolf mit seinem Bruder (Hugo?) 
gemeinschaftlich. Eben das Kloster Bebenhausen stiftend, gab er die Hälfte von Weil 
an das Kloster, die Kirche ganz an den Bruder. Sv faßte hier das Kloster festen 
Fuß und brachte nach und nach den ganzen Ort au sich; im Jahr 1204 erhielt es 
von Papst Jnnocenz III. Bestätigung seines Besitzes. — Der hiesige Ortsadel, die 
Vögte und Marschälle von Weil, waren ein Zweig der Herren von Gerlingen und 
von Holzgerlingen, und führten gleich diesen zwei abgewendete halbe Ringe im Wappen. 
Bei Weil war unter Lindenbäumen eine alte Gerichtsstütte.
	        

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