Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

112 
Neckarkreis. Oberamt Brackenheim. 
major und Oberster zu Rotz und Futz (f 21. Oktober 1641) im dreitzigjährigen 
Krieg sich hervorthat. Durch besondere Schönheit zieht sodann das der Kanzel gegen 
über angebrachte Grabdenkmal des Martin Steckenrieth von Botenheim. Obristwacht 
meister zu Pferd, f 1638, und Frau, f 1641, die Blicke auf sich; es gehört zu den besten 
Skulpturwerken der deutschen Renaissance. Von derselben Hand ist dann das figuren 
reiche Grabmal der Familie Mew. Früher befanden sich auch Grabplatten des 
Magenheim'schcn Geschlechtes, aus dem 14. Jahrhundert, in der Kirche. — Außen 
an ihrer Südseite erblickt man das reich und schön skulptierte Renaissancegrabmal 
der Kinder Georgius Andreas Machtolff (j 22. Mai 1604 und 18. Oktober 1614) 
und endlich an der Ostseite den Grabstein des Erbauers des Brackenheimer Schlosses, 
mit folgender Inschrift: „Anno Domini 1564 anff den 14. Novembris starb der 
ernhaft und kunstrych Mayster Marte Verwart. Der Sel Got gnad und verleych 
ime eine frepliche Auferstenng. — Diser Mayster Marte Verwart hat gemacht in 
diser Stat den firstlichen Schlosbau ganz guot mit einem Keler wol gemnvt. der 
geleychen hat er auch in Ern andern Firsten und Hern der geleychen gebauen stricht, 
das nit ein jedes Kunst ist". Über deni Westportal 
ist ein uraltes Fratzenbild, das die Füße hinaufzieht 
und mit beiden Händen den Mund aufreißt, ein 
gemauert. Die Abb. im Kunstatlas. 
Wotenbeim (Batenheim 793). 
Die an der im spätgotischen Stil mit dem Turn: 
im Osten erbauten ev. Kirche zum heil. Raphael 
stehende große Sakristei besitzt noch die schönen 
Füllungen ihrer Spitzbogenfenster; an der Südwand 
der Kirche Grabplatten der Schultheißen, Lucas 
Waidenlich f 27. Mai 1562, Martin Waidenlich 
f 9. Okt. 1576 und Hans Ebelmann f 10. Dez. 1592. 
An der Hauptstraße liegt das frühere dentsch- 
mcisterische Gilthaus, ein großes dreistöckiges Renais 
sancehaus (vom Jahre 1607) mit hochgeschwungenem Staffelgiebel und prächtigem 
steinernem Portal und Einfahrtsthor. Das Nebengebäude, 1605. Steinerne Ein 
fahrten führen auch sonst in die weiten Hofräume. 
Meeöronn (Llobern (279). 
Cleebronn, so genannt von dem mitten im Stromberg, in finsterer Schlucht, 
aus drei immer eiskalten Quellen entspringenden „Cleebronnen". Die ev. Kirche zum 
heil. Raphael muß einst sehr fest gewesen sein; unter ihrem westlich stehenden Turm 
liegt ein altes gewölbtes Gemach, die Westseite der Kirche und der Turm sind früh- 
gotisch und letzterer trug einst im Innern über einer Empore ein hohes Rippenkreuz- 
gewölbe. Chor abgerissen; an der Ostwand des Schiffes ein altes Bußkreuz. 
In der Friedhofmauer ist eine Steintafel mit Christus a. Kr., dem Cleebronner 
Wappen und der Jahreszahl 1605 eingesetzt und an den rnndbogigen Arkaden des 
altertümlichen Rathauses sitzen als Schlußsteine große Fratzenmasken, 1736. Im oberen 
Konsole in Brackenheim.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.