Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis.' [Oberamt Brackenheim. 
jcfyertft die Nonne Hiltburg „in pago Zabernichgovve in Runigenburc in monte basi- 
licam, quae ibidem constructa est in honorem scti Michaelis“ mit allen ihren 
bortigen Besitzungen, insbesondere zweier Weinberge n. s. w., an das Kloster Lorsch 
(ood. Dauresh. 3. ne. 3522). Die Familie der Magxnheim tritt zuerst urkundlich 
auf im Jahre 1147, in Zeisolf, Zeuge in einer Urkunde Bischofs Günthers von 
Speier für das Kloster Maulbronn. (Württemb. Urkundend. 2, 40.) — Entzückend 
ist der Blick von der einsamen Spitze des Michaelsberges herab, dem östlichen Vor 
berg des Stromberges, der durch seine freie und vorgeschobene Stellung weithin das 
Land beherrscht. Man erblickt über die Solitnde und den Schnrwald hinweg die 
lange Kette der schwäbischen Alb, vom Neuffen bis zum Rosenstein, den Welzheimer 
Wald, die Löwensteiner und Waldenburger Berge, den Odenwald und die fernblanen 
Häupter der Vogesen, näher die schöne Pyramide des Wnnnensteins, die Stadt Heil 
bronn und das Neckarthal. An der Burgseite finden sich noch Reste des alten Ring 
walls des gewiß schon uralter Götterverehrung geweihten Berges. 
Aürrenzirnnrertn. 
Die ev. spätgotische Kirche zu unserer lieben Frau ward im Jahre 1620 im 
gotisierenden Stil erneuert; laut Inschrift kostete der Ban vierhundertfünfzig Gulden. 
„Heinrich Ernst und Hans Psaff sein Baumeister gewesen". Das erste Geschoß des 
oben ins Achteck mit Maßwerks-Fenstern übergehenden, im Osten stehenden schmucken 
Turmes ist noch frühgotisch und von einem Rippenkreuzgewölbe bedeckt. Auf dem 
Altar steht ein altes 3^2 Fuß hohes Kruzifix. Grabdenkmal des Pfarrers Ph. Jak. 
Niethammer, ff 1771. Das Schiff hat ein hölzernes Tonnengewölbe. Das Rathaus 
ist ein schöner Holzbau vom Jahre 1732, und noch wäre zu erwähnen ein großes 
Wohnhaus vom Iahte 1592 mit verzierten Eingängen. Das Dorf mit hübschen 
Holzhäusern war früher freies Reichsdorf, von einem Graben umgeben und hatte 
drei Thore. Schon im 14. Jahrhundert begiebt sich Dürrenzimmern in württembergi- 
schen Schutz. Hier ist geboren Jak. Friedr. Rösch, 1743—1841, Oberst und Militär- 
Baumeister. 
KiöensbacH (Zbenspach). 
Die zunächst am Eibensbach stehende cv. Kirche zu unserer lieben Frau wurde 
im Jahre 1766 neu erbaut, mit Ausnahme des massigen, östlich stehenden, noch 
romanischen Turmes, unter dem sich wahrscheinlich eine Krypta befand. 
Eine Viertelstunde südlich von Eibensbach steht auf einem Vorsprung des Strom 
bergs, tief im Walde nnd von schroffen Schluchten umgeben, die halbzerfallene, von 
schönen Sagen verherrlichte Burg Bl anten Horn, eine der stärksten, ältesten und 
merkwürdigsten unseres Landes, ihre Quadermauern sind 9 Fuß dick. An der allein 
zugänglichen Südseite schneiden zwei tiefe Gräben quer über den schmalen Bergrücken, 
dahinter erhebt sich eine gemauerte Brustwehr nnd dann breit schirmend und groß 
artig der über 60 Fuß hohe, etwa 100 Fuß lange, ganz fensterlose Hohmantel, 
auf der Krone von Waldbäumen beschattet. An der Westseite der Burg sieht man 
noch Teile des strengen frühromanischen Rnndbogenportals und gegen Osten noch 
bedeutende Reste der früheren Schloßkapellc. Alles ist von der vortrefflichsten Arbeit,
	        

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