Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

Frauenzimmern. 
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die Buckel-Quadern sind mit einer Menge hochaltertümlicher Steinmetzzeichen (s. u.) 
bedeckt, und rechts vom Eingang erblickt mau einen 6 Fuß langen glatten Sandstein 
mit rätselhafter Inschrift in kolossalen Buchstaben. Die Burg erscheint im Jahre 
1241 urkundlich im Besitz der Familie von Neuffen, und zwar in dem des Heinrich II. 
von Neuffen, welcher in der Geschichte des Hohenstaufen-Kaisers Friedrich H. eine 
nicht unbedeutende Rolle spielte und den berühmten Minnesänger Gottfried von Neuffen 
zum Sohn hatte. Schon im Jahr 1480 wird das Holz- und Dachwerk der Burg 
abgebrochen. (K.) 
Ir-cruenzimmern (Limbern 795). 
Die am Nordwestrande des Dorfes liegende, einst dem heiligen Martin geweihte 
kleine ev. Kirche stammt aus dem Ende des zwölften und dem Anfang des dreizehnten 
Jahrhunderts. (X.) Das Schiff wurde einst von sehr zierlichen Kleeblattfenstern 
erhellt, von denen sich noch einige mit Drachen und Fratzen verzierte erhalten haben; 
ganz altertümlich ist noch der starke im Osten stehende Turm; im ersten Geschoß von 
einem Kleeblattfenster, im zweiten von strengen in der Mitte 
gefaulten Doppelfenstern durchbrochen. Der Chor (im Turm) 
hat ein hohes kraftvolles, diamantiertes Rippenkreuzgewölbe, 
das von vier stämmigen Ecksäulen ausgeht, diese, wie im zweiten 
Geschoß, mit schlichten Blätterkapitälen und steilen attischen 
Füßchen mit Eckknollen. Außen an der Südwand des Schiffes 
steht das in gutem Renaissancestil gehaltene Denkmal des Jörg 
Enzberger (ft 23. August 1606), geschmückt nnit seinem statt 
lichen Steinbilde. — Das ehemalige, von Erkinger von Magen 
heim im Jahr 1246 bereicherte Cisterzienser-Frauenkloster lag 
aus dem warmen sonnigen Hügel nordöstlich am Dorf, der 
das Himmelreich genannt wird und sich so recht inmitten des 
lieblichen, obst-, wein- und waldreichen, mit blühenden Städt 
chen und Ortschaften belebten, mit altersgrauen Burgen bekrönten Zabergäus erhebt. 
Man sieht noch einige mit Spitzbogeufenstern belebte steinerne Gebäude; schon im 
Jahr 1442 zogen die Klosterfrauen nach Kirchbach hinüber (s. u.). Im Ort stehen 
mehrere bessere Häuser mit Jahreszahlen und I. E., errichtet von dem thätigen herr 
schaftlichen Bestandmaier Jörg Enzberger, darunter sein eigenes Haus 1595 (K.) mit 
schönem Holzbau. Pfarrhaus 1575. Das Kloster hieß Marienthal. Das Siegel des 
Konvents zeigt die Verkündigung Mariä: 8. Oonventns vallis Ste. Marie. Die 
Klosterkirche ist ganz verschwunden. 
Güglingen (Gugelingen ^88). Schon 1295 Stadt. 
Auf den „Steinäckern" stand eine bedeutende römische Niederlassung, die sich 
über eine Fläche von über 150 Morgen ausbreitete; man fand hier eine Menge von 
Grundmauern römischer Gebäude samt Estrichböden, Heizeinrichtungen und Säulen 
resten, zwei Töpferöfen, einen rund ausgemauerten Brunnen, eine Menge von Siegel- 
erde-Gefässen mit schönen Tier- und Pflanzenverzierungen, mit Töpserstempeln re. 
Bei dem Neubau der ev. Kirche, zum heil. Mauritius, nach dem großen Brand im
	        

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