Volltext: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis. Oberamt Brackenheim. 
Jahr 1849 fand man im Fundament einen vierseitigen römischen Altar mit den Figuren 
des Herkules, der Minerva, der Vesta und des Merkur. Beim Brande der Kirche ging 
aber beider das sog. Palmtuch zu Grunde, ein im 15. Jahrhundert gefertigter 25 Fuß 
hoher und 15 Fuß breiter Vorhang von farbiger Leinwand, ans dem in 60 quadrati 
schen Feldern die Hauptbegebeuheiten der biblischen Geschichte, von der Schöpfung 
der Welt bis zur Himmelfahrt Christi, dargestellt waren. Nur der im Osten stehende 
spätgotische Turm blieb verschont, und daran ein hübsches steinernes Treppentürmchen 
mit der Inschrift: Anno Domini 1598 Jar Hans; Laier. Die Gottesackerkirche 
zu Sankt Leonhard, westlich vor der Stadt, wurde 1579 im spätesten gotischen Stil 
erbaut und ist außen mit großen Renaissance-Grabmälern der früheren Pfarrer und 
Bürgermeister rc. geschmückt, darunter die ehr 
würdigen Steinbilder des Bürgermeisters Georg 
Fritzlin (ß 5. Mai 1614) in ritterlicher Tracht mit 
breitem Mantel, Ringkragen und Schwert, und seiner 
vierten Frau Elisabetha geb. Epplerin f 8. November 
1610. Unter bett vom Brand verschonten Häusern 
der Stadt sind einige noch altertümlich, so ach 
dem Marktplatz jenes Erkerhaus und das hübsche 
Fritzlin'sche Haus (mit der Jahrszahl 1603); da 
vor der Marktbrunnen, seine mit Früchten und 
Wassertieren garnierte Brunnensäule trügt ein 
reiches korinthisches Kapitäl, aus dem ein Meer 
weibchen das Güglinger Stadtwappen hält; an 
der Rückseite steht: Johann Georg Wagner 1731. 
Das Kameralamt, 1576, das alte Schulhaus, 1604; 
auch in Güglingen zeigt sich zu Ende des 16. und 
Beginn des 17. Jahrhunderts ein erhöhtes Leben 
in Baukunst und Bildhauerei. Das Wappen der Stadt ist eine weiße Kapuze (Gugel) 
im roten Feld. Am Weg nach Eibensbach ein Steinkreuz: 1721 den 24. Juli wurde 
Matth. Bujer vom Blitz erschlagen. Hiob 37, 19. 
Kcrberschllrrcht (Haberslat (229). 
Die ev. Kirche wurde 1791 in schlichtem Zopfstil erbaut, dagegen erhielt sich der 
ursprüngliche im Osten stehende Turm, er wird durch einen rundbogigen Triumph 
bogen vom flachgelegten Schiffe getrennt und von einem frühgotischen Rippen-Kreuz- 
gewölbe übersprengt, auf dessen Schlußstein vier zackige Ahvrnblätter ausgeineißelt sind. 
Alles höchst tüchtig in Stil und Arbeit, und an den Maulbronner Kapitelsaal (erbaut 
um 1300) gemahnend. Außerdem enthält die Kirche einen sehr alten hohlen becher 
förmigen Taufstein und ein halblebensgroßes gotisches Kruzisix. Pfarrhaus 1617. 
Kcrfnerhcrsl'crch. 
Abgeschieden von der Welt in dem tief in den waldigen Stromberg eingreifen 
den Krebsbachthale gelegen. Das Schiss der ev. Kirche ist vom Jahr 1767 und der öst 
lich stehende Turm wieder alt, im untern Geschoß von schönem Rippenkrenzgewölbe
	        

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