Full text: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Inventar. Neckarkreis (1889)

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Neckarkreis. Oberumt Cannstatt. 
13. bis ins 16. Jahrhundert, atich als Besitzer von Schaubach und Lobenroth. Ihr 
Wappen war: in Gold drei blaue Schrägivecken, auf dem Helm ein goldener mit den 
blauen Rauten belegter Brackenrumpf. Ein Zweig derselben waren die v. Aberg, 
ihr Wappen: zwei gekreuzte silberne Ruder in rot. 
Ztoischcn Stetten und Strümpfelbach auf der Höhe stand der abgegangene Ort 
Lindhalden; noch stehen hier mtf einem Bergvorsprung Lindenbäume im Kreis uni 
her und schauen weit in das sonnige Unterland hinein. Vielleicht war hier eine Malstätte. 
WhlSnch (Uolbach \2<{7). 
Berühmt durch seinen Weilt, ganz abgeschlossen und warm in den Bergen hinter 
Obertürkheim gelegen. Alte Holzhäuser, besonders das Rathaus, 1612. Gotische ev. 
Kirche zum heil. Andreas, 1400, an Stelle einer 1386 erbauten Kapelle mit altem, 
großem, rippenkreuzgewölbtem Ostturin mit hohem Helm. Auf dem Schlußstein der 
Württembergische Wappenschild. Großes gotisches Kruzifix. 
Wntertürköeirn (Niderndurnchein 1250). 
Gotische ev. Kirche zum heil. Germanns, stark verändert, über dem 
Westportal 1494. Turm nördlich an: Chor mit dem Zeichen des Bau 
meisters und der Jahreszahl 1493. 
Untertürheim. Rathaus, 16. Jahrhundert. Hauptbrunnen mit dem Steinbild des 
Türken. Alte Häuser mit verzierten steinernen Unterstöcken 1520, 1656, 
1672, z. T. auch mit hübschem Balkenwerk. Kelter H. M. 1673. 
Wangen. 
Malerisch am Bcrgabhang gelegene spätromanische ev. Kirche zum heil. Michael, 
mit Ostturin; dieser, unten einst rippenkreuzgelvölbt mtf Blätterkonsolen. Die Rippen 
waren hälbachteckig. Gedoppelte rundbogige Schallfenster, darüber ist srühgotisches 
Maßwerk (in Wülsten) an die Wand geblendet. Erinnert an Formen der Paulskirche 
und der Dionysiuskirche in Eßlingen. Das Mauerwerk besteht ganz aus enggefugten 
Quadern; Steinmetzzeichen aus der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts innen 
im Turm. Das Glockcnhaus sehenswert, hier im Südfenster ein Säulchen mit Blätter 
knauf; reizend ausgebildet, am Fuße noch Eckknollen. Am Turm eine wagrecht 
schwebende Gestalt, vielleicht des Baumeisters, oder eines verunglückten Gesellen. An 
der Nordseite des Turms ist groß eingemeißelt: Michael est patronus. Innen im 
Chor schöne gotische Maßwerksblende. 
Achteckiger Taufstein, höchst anmutig von Stabwerk umflochten, mit dem Mcister- 
zeichen des Bildhauers: steffen Waid von eslingen 1495. Weitere Inschrift: Herzog 
zuo teck un wirtenberg 1491. Dabei das Wappen. Grabplatten, ans dem Ende 
des 15. Jahrhunderts. Bei der Kirche eine in ©teilt gefaßte Quelle. Kirchhof einst 
Kastell gegen die Eßlinger.
	        

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